Klage eingereicht Wittenberg: Kita-Streit spitzt sich zu

In Wittenberg hat die Stadtverwaltung die Mietverträge von Kitas in freier Trägerschaft gekündigt. Die Stadt will die Einrichtungen selbst betreiben und so Kosten sparen. Gegen die Kündigungen wehrt sich der jetztige Betreiber der Kitas nun vor Gericht.

Marktplatz, Stadtkirche und  Rathaus in der Lutherstadt Wittenberg.
In der Lutherstadt Wittenberg streiten Stadtverwaltung und Träger sich über den Betrieb von Kitas. (Archivfoto) Bildrechte: IMAGO

In der Lutherstadt Wittenberg spitzt sich ein Streit um die Kinderbetreuung weiter zu. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT klagt das Kindertagesstättenwerk gegen eine Kündigung durch die Stadt vor dem Verwaltungsgericht Halle. Die Verwaltung der Stadt Wittenberg hat nun bis Mitte November Zeit, dazu Stellung zu nehmen.

Lachendes Kind mit Plüschtieren 1 min
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Do 08.08.2019 15:44Uhr 01:02 min

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Übernahme der Kitas soll Geld sparen

Die Stadt hatte die Mietverträge mit zwei freien Kita-Trägern gekündigt, um deren Einrichtungen selbst zu übernehmen. Damit folgt die Verwaltung der Empfehlung aus einem Gutachten des Innenministeriums, wonach finanzklamme Kommunen die Kinderbetreuung wieder selbst übernehmen sollen. In Wittenberg könnten demnach 1,7 Millionen Euro eingespart werden, wenn 15 Kitas rekommunalisiert werden.

Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Stadt wolle sich in kommunalen Gebäuden künftig selbst um die Kinderbetreuung kümmern:

Torsten Zugehör
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Ganz einfach: Unsere Kita, unser Haus, das soll ordentlich zusammengeführt werden. Es ist auch so, dass wir da mehr Kostentransparenz für uns reinbekommen.

Torsten Zugehör Oberbürgermeister von Wittenberg

Die Freien Träger protestieren dagegen schon länger. So gab es bereits Protest-Aktionen. Außerdem wurde damit gedroht, neue Gebäude anzumieten und als Kindertagesstätten zu betreiben.

Stendal prüft dagegen Privatisierung von Kitas

Einen anderen Weg will die Hansestadt Stendal gehen: Dort hatte kürzlich der Stadtrat die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, ob zwei kommunale Kitas an private Träger verkauft werden können.

MDR/André Damm, Christoph Dziedo, Hannes Leonard

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. November 2021 | 07:00 Uhr

1 Kommentar

ElBuffo vor 11 Wochen

Ähm, weil Wittenberg da jetzt wenig Kostentransperenz bei seinen Kitas hat, wird die plötzlich höher, wenn man noch mehr selber betreibt? Gesetzt dem Fall, dass das so funktioniert, wird man dann feststellen, dass die Kosten für die bisher schon selbst betriebenen Kitas höher sind und msn sich dann noch 15 weitere aufgehslst hst, die dann mit höherem Aufwand betrieben werden. In der Praxis wird es wohl darauf hinauslaufen, dass noch mehr Kosten im allgemeinen Haushalt versteckt werden und msn sich hinterher feiern lässt.

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