Auf Ferropolis-Gelände Hunderte Bauarbeiter protestieren für mehr Lohn

Auf dem Ferropolis-Gelände bei Gräfenhainichen haben hunderte Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen für mehr Lohn protestiert. Außerdem wollen sie für ihre Fahrtzeiten zu Baustellen besser entschädigt werden. Den Sonnabend als Protesttag haben sie bewusst gewählt, um ein Zeichen zu setzen.

Menschen stehen auf einer Wiese. Im Hintergrund ist ein großer Abraum-Bagger zu sehen.
Etwa 600 Menschen sind zu den Protesten auf dem Ferropolis-Gelände zusammengekommen. Bildrechte: MDR/Marie-Luise Luther

Hunderte Bau-Beschäftigte aus ganz Ostdeutschland haben am Sonnabend in der Baggerstadt Ferropolis in Sachsen-Anhalt für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Auf dem Areal bei Gräfenhainichen waren nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT rund 600 Menschen zusammengekommen.

Hintergrund sind die aktuellen Tarifverhandlungen für die bundesweit etwa 890.000 Beschäftigten im Baugewerbe. Der Regionalleiter der IG BAU, Sascha Wollert, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, bislang hätten die Arbeitgeber in drei Verhandlungsrunden noch kein akzeptables Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 5,3 Prozent mehr Lohn.

Viel Zeit auf der Straße, die nicht bezahlt wird

Sascha Wollert
Sascha Wollert von der IG BAU sagt, dass der Sonnabend bewusst als Protesttag ausgewählt wurde. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Es geht uns aber auch um eine Entschädigung der Wegezeiten, die die Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen auf der Straße verbringen. Diese werden bisher nicht ausreichend bezahlt", so Wollert. Statistisch lasse sich belegen, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen zusätzlich zur Kernarbeitszeit sehr viel Zeit auf den Straßen verbringen würden. "So werden die Tage sehr sehr lang." Das wird laut Wollert bisher aber nicht ausreichend bezahlt.

Protest am Wochenende als besonderes Zeichen

Man habe den Sonnabend bewusst als Protesttag gewählt, da man sich in den Tarifverhandlungen in der Friedenspflicht befände und nicht die Betriebsabläufe gefährden wolle, so Wollert. Es sei aber ein Zeichen an die Arbeitgeber, dass die Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen bereit dazu seien, teilweise hunderte Kilometer anzureisen um beim Protest dabei zu sein.  

Ähnliche Veranstaltungen fanden am Sonnabend auch im bayerischen Feuchtwangen, in Osnabrück und in Herten im Ruhrgebiet statt.

MDR/Marie-Luise Luther, Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. August 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Anhaltiner vor 40 Wochen

Auf dem Ferropolis-Gelände bei Gräfenhainichen haben hunderte Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen für mehr Lohn protestiert. Wieviel Bauarbeiterinnen waren es denn nun wirklich ?

Moewe1 vor 41 Wochen

Das ist wieder ein schlechter Artikel , lieber MDR. 5,3% ist ja toll. Der allgemeine Leser fragt sich, auf welcher Basis? Wie hoch sind denn derzeit die Stundenlöhne?

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