Teil der Landesgartenschau Wittenbergs Pläne für ein Relikt des Reformationsjubiläums

Der "Torraum Spiritualität" am Bunkerberg in Wittenberg ist auch fünf Jahre nach der Weltausstellung zum Reformationsjubiläum ein besonder Ort in der Lutherstadt. Etliche der Spiegel und Glasflächen sind jedoch beschmiert, zerstört oder entfernt worden. Trotzdem plant die Stadt, den Torraum zu erhalten. Er soll Teil der Landesgartenschau 2027 werden.

Weltausstellung Reformation Deutschland, Wittenberg, 31.05.2017, Stege in den Himmel
Der "Torraum Spiritualität" am Bunkerberg soll Teil der Landesgartenschau 2027 in Wittenberg werden. Bildrechte: imago/Rolf Zöllner

Die Lutherstadt Wittenberg will den "Torraum Spiritualität" am Bunkerberg weiterhin erhalten. Zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 war er einer von sieben Torräumen der Weltausstellung. Die Tore führten Besucherinnen und Besucher durch die Stadt und boten zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Themen. Neben Spiritualität ging es beispielsweise um Gerechtigkeit, Kultur, Religion oder Globalisierung. Mit dem Ende des Jubiläumsfests sind die meisten der Torräume wieder abgebaut worden.

"Die Suche nach mir selbst" am Bunkerberg

Der "Torraum Spiritualität" führt auch fünf Jahre später mit verschlungenen Wegen und Spiegelflächen am Bunkerberg entlang. Die Studierenden, die die Installation für das Reformationsjubiläum entworfen haben, nannten sie "Die Suche nach mir selbst". Dieses Flair sei erhalten geblieben, meint die Leiterin der Tourist-Information Wittenberg, Kristin Ruske: "Ein bisschen kann man sich ja auch verlieren, während man sich sucht, entweder in der schönen Blühwiese oder in den verspiegelten Wegen und Stegen."

Weltausstellung Reformation Deutschland, Wittenberg, 31.05.2017, Stege in den Himmel
Von der Glasbrücke "Stege in den Himmel" aus können Besucherinnen und Besucher auf die Stadt blicken. Bildrechte: imago/Rolf Zöllner

Hauptattraktion des Torraums ist eine rund 30 Meter lange Glasbrücke. Sie soll den Kontrast zwischen Himmel und Erde darstellen, erklärt Ruske: "Während wir in den Spiegel blicken und das Grün sehen, sehen wir gleichzeitig nach oben in den blauen, klaren Himmel."

Trotz Vandalismus: Torraum soll Teil der Landesgartenschau 2027 werden

Allerdings scheinen nicht alle in Wittenberg den Ort zu schätzen: Einige der Glasflächen sind mit Graffiti besprüht. Die Stadt musste bereits etliche von ihnen entfernen, weitere sind laut Ruske mutwillig zerstört worden. "Das Thema 'Die Suche nach mir selbst' scheint noch nicht jedem geholfen zu haben", kommentiert Ruske.

Das Thema 'Die Suche nach mir selbst' scheint noch nicht jedem geholfen zu haben.

Kristin Ruske Leiterin der Tourist-Information Wittenberg

Dennoch soll der "Torraum Spiritualität" erhalten bleiben. Die Stadt plant, dass er Teil der Landesgartenschau 2027 wird. Und schon in den vergangenen fünf Jahren ist Ruske zufolge aus dem Reformationsjubiläum eine neue Tradition gewachsen: das Fest im Universitätsgarten. "Die gesamten Vereine, die Kreishandwerkerschaft hat sich vorgestellt, es gab Musik, es gab Lesungen", berichtet Ruske vom diesjährigen Uniparkfest. Auch der Torraum habe mit seiner besonderen Atmosphäre zahlreiche Gäste angezogen.

MDR (André Damm, Maren Wilczek)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 17. Juli 2022 | 17:56 Uhr

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