Hoher Gaspreis SKW Piesteritz legt eine Ammoniakanlage still

Die Stickstoffwerke in Wittenberg-Piesteritz legen eine von zwei Ammoniakanlagen komplett still. Das Unternehmen reagiert damit auf die stark gestiegenen Gaspreise. Es hatte bereits im Oktober vor Einschnitten gewarnt.

Deutschlands größter Ammoniakhersteller hat wegen der anhaltend hohen Energiepreise Konsequenzen gezogen. Bei SKW Piesteritz in Wittenberg ist eine Ammoniakanlage aus Kostengründen abgeschaltet worden. Insgesamt hat das Unternehmen zwei solcher Anlagen. Ein Unternehmenssprecher erklärte MDR SACHSEN-ANHALT diesen Schritt mit dem extrem gestiegenen Gaspreis. Dieser habe sich um 30 bis 50 Prozent erhöht. Wie lange die Linie geschlossen bleibt, ist unklar.

Keine Kurzarbeit geplant

In normalen Zeiten werden in Piesteritz pro Stunde 140.000 Kubikmeter Erdgas verbrannt. Anfang Oktober hatte SKW vor Einschnitten auf Grund der hohen Energiepreise gewarnt und angekündigt, die Produktion um 80 Prozent drosseln zu wollen. Ende September hatten bereits andere Ammoniakhersteller in Europa wie beispielsweise BASF ihre Anlagen ebenfalls gedrosselt.

SKW Piesteritz ist nach eigenen Angaben der größte Produzent auf diesem Gebiet. Hier arbeiten rund 860 Menschen. Kurzarbeit sei trotz der schwierigen Lage aber kein Thema, so der Unternehmenssprecher abschließend.

MDR (André Damm, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 13. Dezember 2021 | 12:00 Uhr

4 Kommentare

thoralf1 vor 42 Wochen

Leider ist dies nur ein weiteres Beispiel für die augenblicklich kaotischen Verhältnisse durch politisch Doktrien!
Es gibt da viele Beispiele
1. Wir beschweren uns, das Russland zu wenig Gas liefert. Lassen aber Nordstream aus politischen Gründen nicht an das Netz gehen???!!!
2. Wir wollen ein Wohnungsbauföderungsprogamm und die Förderung des Infrastrukturausbaus. Das bedeutet wir benötigen Beton. Beton besteht aus Zuschlag, Sande und Kiese, Zement, Flugasche und Wasser. Flugasche wird beigegeben um Zement zu sparen. Es ist ein Abfallprodukt der Kohlekraftwerke. Man benötigt also zukünftig wieder mehr, mit sehr hohen Energieaufwand hergestellten, Zement.
3. Es gibt kein AdBlue mehr. Abfallprodukt der Düngemittelproduktion. Dann fahren die sauberen Diesel halt nicht mehr. Aber auch die modernen Sattelzüge nicht.
...
Mein Fazit ist, man tut unbedingt etwas, bestimmt auch im guten Glauben, ohne sich aber über die gesamten Auswirkungen Gedanken zu machen.

Freies Moria vor 42 Wochen

Eine tolle Kettenreaktion lösen die Corona-Maßnahmen da aus - jetzt wird der Dünger sich im Preis verdoppeln, und alle Folgeprodukte dann sicher auch.
Wer eine solch grassierende Inflation gut findet oder mit den Schultern zuckt, hat bei der Hyperinflation nicht aufgepasst. Am Ende erwischte es jeden. Wirklich jeden.
Und im Grunde passiert all dies wegen Maßnahmen, die sich gegen die Wirtschaft, aber nicht gegen Corona richten. Im besten Falle wird wider besseres Wissen nicht nachgesteuert, im schlechtesten Falle wurden Betriebe geschlossen, die gar nicht als Viren-Verteiler in Frage kommen, und das immer wieder neu.

ElBuffo vor 42 Wochen

Naja, dann wird eben etwas weniger gedüngt. Fliegt doch ohnehin jede Menge in die Tonne oder wird gleich an Ort und Stelle untergepflügt. Verhungern wird deswegen also niemand müssen.

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