Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Das Unternehmen SKW im Wittenberger Ortsteil Piesteritz produziert nun wieder normal. Bildrechte: IMAGO / Steinach

Trotz hoher GaspreiseStickstoffwerke Piesteritz wieder voll in Betrieb

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 20. Januar 2022, 14:04 Uhr

Deutschlands größter Harnstoff-Hersteller hat seinen Betrieb wieder voll aufgenommen. Die Stickstoffwerke Piesteritz in Wittenberg hatten wegen hoher Gaspreise im Dezember 2021 eine der zwei Ammoniakanlagen vorübergehend stillgelegt. Von einer Entspannung könne jedoch keine Rede sein.

Die Stickstoffwerke (SKW) Piesteritz in der Lutherstadt Wittenberg haben ihren vollen Betrieb wieder aufgenommen. Laut Unternehmen produziert die zweite Ammoniakanlage nun wieder. Von einer Entspannung könne jedoch noch keine Rede sein, sagte Unternehmenssprecher Christopher Profitlich MDR SACHSEN-ANHALT. Immer noch lähme der enorm gestiegene Erdgaspreis die Geschäfte. Die zusätzlichen Kosten versuche man nun, an die Kunden weiterzureichen. Es gebe Kunden, die bereit seien, die höheren Preise zu zahlen.

Im Dezember hatte SKW Piesteritz wegen der hohen Gaspreise eine seiner zwei Ammoniakanlagen heruntergefahren. Die Zeit der Abschaltung sollte auch dazu genutzt werden, Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.

1,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas benötigt

Nach Angaben eines MDR-Reporters ist SKW Piesteritz die Fabrik mit dem höchsten Energieverbrauch in ganz Deutschland. Die Stickstoffwerke benötigen 1,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr. Damit könnten eine Million Wohnungen ein Jahr lang mit Wärme versorgt werden.

SKW-Produkte werden in Dünger, Möbeln, Kosmetik gebraucht

Das meiste Erdgas wird in Piesteritz weiterverarbeitet, um Wasserstoff zu gewinnen. "Wir brauchen Wasserstoff", so Sprecher Christopher Profitlich. "Damit machen wir Ammoniak, um daraus dann Harnstoff und die weiteren Produkte herzustellen." Der Harnstoff wird in Dünger, Möbeln, Kleidung oder Kosmetik verwendet. Nach eigenen Angaben werden im Stickstoffwerk Piesteritz jedes Jahr mehr als fünf Millionen Tonnen chemische Grundstoffe hergestellt.

Das Unternehmen im Wittenberger Ortsteil Piesteritz ist der größte Gewerbesteuerzahler für die Lutherstadt. Kurzarbeit sei laut Unternehmen für die 860 Mitarbeiter trotz der schwierigen Lage nie ein Thema gewesen.

Mehr zum Thema

MDR/André Damm, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT | 20. Januar 2022 | 08:30 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen