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Das Stammbuch umfasst 25 Blätter im sehr selten vorkommenden Duodez-Format. Bildrechte: Stiftung Luthergedenkstätten/Uwe Schulze

1976 gestohlenHistorisches Stammbuch kehrt nach Wittenberg zurück

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 19. Januar 2022, 11:42 Uhr

Nach mehr als 45 Jahren kehrt das Stammbuch des Theologen Valentin Winsheim zurück ins Lutherhaus nach Wittenberg. Das Buch, das auch einen handschriftlichen Eintrag des berühmten Theologen Philipp Melanchthon beinhaltet, war 1976 aus der damaligen Dauerausstellung gestohlen worden.

Lutherhaus Wittenberg Bildrechte: imago images / Rainer Weisflog

Ein 1976 in Wittenberg gestohlenes Stammbuch mit einem handschriftlichen Eintrag des berühmten Theologen Philipp Melanchthon (1497-1560) kehrt zurück. Die Staatsbibliothek zu Berlin habe den Vorgänger moderner Poesiealben bei einer Auktion erworben, ohne zu wissen, dass es sich um Diebesgut handelte, teilte die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mit. Nach der Rückgabe soll es in den Dauerausstellungen im Luther- oder im Melanchthonhaus gezeigt werden.

Melanchthon zitiert Kirchenvater Epiphanius

Das Büchlein des Theologen Valentin Winsheim umfasse 25 Blätter mit 34 Einträgen, überwiegend auf Latein, aber auch auf Griechisch und Deutsch. Sie stammten aus den Jahren 1557 bis 1591, erläuterte eine Sprecherin der Wittenberger Stiftung.

Das Stammbuch ist seit 1913 im Besitz der Lutherhalle. Sie hatte es bei dem Auktionshaus C. G. Boerner in Leipzig erworben.  Bildrechte: Stiftung Luthergedenkstätten/Uwe Schulze

Wer war Valentin Winsheim?

Über Valentin Winsheim ist nach Angaben der Stiftung Luthergedenkstätten relativ wenig bekannt. Er lebte demnach von 1521 bis 1591 und stammte aus Dippoldiswalde. Später studierte er Theologie in Leipzig und war später als Pastor in der Stadt Bad Tennstedt in Thüringen tätig. Wo Winsheim jedoch Melanchthon traf und ihn um einen Eintrag in sein Stammbuch bat, ist bisher unbekannt.

Von besonderer Bedeutung sei der Eintrag Melanchthons. Er zitiere auf Griechisch den Kirchenvater Epiphanius (ca. 315 bis 403) und fahre mit eigenen erklärenden Worten auf Latein fort.

Einträge von Professoren und Besuchern

Die Geschichte des Stammbuches als Literaturgattung begann laut Stiftung in Wittenberg. Vor allem an der Universität legten Studenten ihrem Lehrer eines seiner gedruckten Werke vor und baten ihn um einen Eintrag. Fast zeitgleich sei es in Adelskreisen üblich geworden, Besucher um einen Eintrag in ein Buch zu bitten, erläuterte die Sprecherin den Ursprung der Poesiealben.

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epd, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT | 19. Januar 2022 | 13:10 Uhr

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