Klimawandel Dürre im Sommer in Sachsen-Anhalt erwartet

Hohe Temperaturen, wochenlang kaum Regen und der Klimawandel sorgen dafür, dass Sachsen-Anhalt am Beginn einer Dürre steht. Davor warnt das Landesamt für Umweltschutz. Die Pegel von Flüssen, Seen, Talsperren und Grundwasserspiegeln würden sinken und die Böden austrocknen.

Ein Landwirt überprüft die trockene Erde auf seinem Feld
Laut Experten steht Sachsen-Anhalt eine schlimme Dürre bevor. Bildrechte: dpa

Das Landesamt für Umweltschutz warnt, dass Sachsen-Anhalt vor dem Beginn einer hydrologischen Dürre steht. Eine hydrologische Dürre ist eine Trockenheit, die vier Monate oder länger andauert. Durch anhaltende Trockenheit und ausbleibende Niederschläge würden die Pegel von Flüssen, Seen und Talsperren anfangen, unter ihre langjährigen Werte zu sinken. Auch das Grundwasser sinke ab.

Laut Statistischem Landesamt gehört das Frühjahr 2022 zu den drei niederschlagsärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Schon in den Jahren 2018 bis 2020 habe es eine Niederschlagsarmut gegeben. Entsprechend befänden sich auch die Grundwasserstände und die Bodenfeuchte deutlich unter den Normalwerten.

Auswertungen von Klimamodellen zeigten, dass durch den Klimawandel zwar die Winter feuchter, die Sommer aber niederschlagsärmer würden. Das werde insgesamt zu steigenden Temperaturen und im Sommer zu vermehrten Dürrephasen mit entsprechenden Folgen für die Land- und Wasserwirtschaft führen.

Experte rechnet mit schlimmster Dürre seit 250 Jahren

Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung sprach im Interview mit MDR AKTUELL sogar von der schlimmsten Dürre seit 250 Jahren. Der große Unterschied zu früheren Dürrejahren bestehe darin, dass der Klimawandel zusätzlich zur gestiegenen Durchschnittstemperatur auch für Hitzewellen sorge. Dies habe auch zu der großen Dürre 2018 geführt. Inzwischen seien die Böden bis zu großen Tiefen ausgetrocknet.

Wir müssen uns darauf einstellen, dass Dürreereignisse in Deutschland zunehmen werden.

Andreas Marx, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Dadurch würde der Spiegel von kleinen Bächen, Flüssen und des Grundwasserspiegels sinken und großer ökologischer Schaden entstehen. Trotzdem dürfe man nicht in Panik verfallen. Eine Dürre gehe irgendwann wieder vorbei, auch wenn sie mehrere Jahre andauern könne.

Management für Dürre gefordert

Marx erklärte, es brauche unbedingt ein Management, um mit der anstehenden Dürre umzugehen. Er sagte MDR AKTUELL, in Deutschland habe man die glückliche Situation, dass durch den Klimawandel der Jahresniederschlag leicht ansteige.

Wenn man Dürren hat über mehrere Jahre und nicht mehr genug Wasser für alle da ist, müssen wir überlegen, wie man das Wasser auf die Akteure verteilt.

Andreas Marx, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Es gebe weniger Niederschlag im Sommer, dafür aber mehr im Winter. Ein wichtiger Schritt sei es daher, Wasser aus dem Winter für den Sommer verfügbar zu machen.

dpa, MDR (Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Juni 2022 | 20:00 Uhr

2 Kommentare

hilflos vor 7 Wochen

250 Jahre sind fürs Klima sicher kein relevanter Zeitraum, da sind auch Schneefälle im Sommer der kalten jahre um 1816 dabei und natürlich ist es heute wärmer. Die Weltkriege haben, mit der industriellen Revolution auch Unmengen Dreck in die Atmosphäre geschleudert und somit der Erwärmung entgegen gewirkt. Es gibt mehr als das was heute erzählt wird. Auch die wechselnde Sonnenaktivitat, Vulkanausbrüche usw. Grüner Populismus als Wissenschaft verkleidet

DanielSBK vor 7 Wochen

Momentmal ... Dürre?? Wassermangel?

Aber "Intel-City" kann kommen oder was...

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