E-Mobilität Kaum Elektroautos bei der Landesregierung

Die Mitglieder von Sachsen-Anhalts Landesregierung sind nur selten in Elektrautos unterwegs. Die Flotte besteht zum Großteil aus Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Als Gründe nannten die Ministerien die hohen Kosten und die geringe Reichweite von E-Autos. Außerdem gebe es nicht ausreichend Ladestationen.

Tesla Ladestation
Sachsen-Anhalts Landesregierung nutzt nur selten Elektro-Autos. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Sven Simon

Rein elektrisch betriebene Autos sind bei Sachsen-Anhalts Landesregierung derzeit noch die Ausnahme. 84 Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren stehen lediglich sechs E-Autos gegenüber, hinzu kommen 13 Hybridfahrzeuge, wie eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Damit hat sich der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen in den vergangenen zwei Jahren nicht erhöht, wie aus einer Kleinen Anfrage von CDU-Abgeordneten an die Landesregierung im Februar 2020 hervorgeht.

E-Autos zu teuer

Als Hauptgründe für den schleppenden Umbau der Fahrzeugflotte werden die nach wie vor hohen Kosten für E-Autos sowie die derzeit noch zu gering ausgebaute interne und öffentliche Infrastruktur der Ladestationen für Elektrofahrzeuge genannt.

Beispiel Finanzministerium: Dort sind derzeit demnach acht Fahrzeuge unterwegs, davon ein E-Auto und ein Hybridfahrzeug. Im dazugehörigen Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt sind es 36 Fahrzeuge, davon drei Hybridfahrzeuge. In den Finanzämtern sind es sechs Fahrzeuge, davon kein E-Auto oder Hybridfahrzeug, wie ein Sprecher berichtete.

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Reichweite zu gering

Bei der Frage nach Hemmnissen für die Erweiterung der Fahrzeugflotten um E-Autos verweist die Landesregierung auf die Wirtschaftlichkeit. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, "dass eine Vollausstattung der Fahrzeugflotten in absehbarer Zeit mangels Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage nicht umsetzbar ist", wie der Sprecher des Finanzministeriums mitteilte. Die Leasingkosten und die Reichweite stünden bislang in keinem wirtschaftlichen Verhältnis.

Für die Beschaffung von Dienstfahrzeugen sind in den Kraftfahrzeugrichtlinien des Landes Sachsen-Anhalt Preisgrenzen festgelegt. Bei Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken können diese um bis zu 50 Prozent überschritten werden. Zur Erprobung eines wirtschaftlichen Einsatzes von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb hat das Finanzministerium entsprechende Ausnahmen bis zum 31. Dezember zugelassen.

Jens Otto in seiner KfZ-Werkstatt in Arnstadt, Mediathek Reportage 60 min
Jens Otto in seiner KfZ-Werkstatt in Arnstadt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zu wenig Ladestationen

Weiterer Knackpunkt: Die mangelnde Infrastruktur der Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Sachsen-Anhalt schränkt den erweiterten Einsatz von Elektrofahrzeugen ein. Neben 20 Ladesäulen auf dienstlich genutzten Liegenschaften des Landes stehen dort weitere Wandladestationen zur Verfügung beziehungsweise bestehen zusätzlich Lademöglichkeiten über Schutzkontaktsteckdosen.

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MDR (Fabienne von der Eltz); dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. Mai 2022 | 10:10 Uhr

2 Kommentare

DER Beobachter vor 1 Wochen

Hm, in Norwegens Pampa findet man diverse Fahrzeugtypen vom Kleinwagen bis SUV mit Strom, sei es vom Haushalt aufgeladen oder von der Tanke. erst letztes Jahr wieder beobachtet...

Magdeburger Jung vor 1 Wochen

Die Sachsen-anhaltinische Landesregierung ist mal wieder „ leuchtendes Vorbild“.
Alle reden davon, auch der kleine Bürger soll den teuren Elektoschrott kaufen aber selber denkt man nicht im Traum dran.
Wir sind wirklich eine Bananenrepublik geworden.
Wasser predigen aber Wein saufen. Es ist zum erbrechen!

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