Fast jeder Vierte Immer mehr Väter in Sachsen-Anhalt gehen in Elternzeit

Manuel Mohr
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Windeln statt Workflows, Babybrei statt Buchführung: Die Zahl der Väter, die in Sachsen-Anhalt eine Auszeit vom Beruf nehmen und in Elternzeit gehen, steigt von Jahr zu Jahr an. Unterm Strich sind es aber immer noch die Mütter, die sich deutlich länger um Kinderbetreuung statt Karriere kümmern.

Eine vierköpfige Familie steht bei Sonnenaufgang im Sommer auf einer Wiese.
Im Jahr 2020 nahmen rund 9.000 Väter und etwa 28.600 Mütter in Sachsen-Anhalt Elternzeit. Bildrechte: MDR/Unsplash/Ilya Pavlov

Im Jahr 2020 haben in Sachsen-Anhalt rund 37.700 Menschen Elterngeld bezogen. Davon waren laut Statistischem Bundesamt 23,9 Prozent Männer – also fast ein Viertel. Damit liegt Sachsen-Anhalt weiter knapp unter dem deutschlandweiten Durchschnitt von 24,8 Prozent. Spitzenreiter beim Väter-Anteil ist Sachsen (30,0 Prozent), Schlusslicht ist das Saarland (19,1 Prozent).

Sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in ganz Deutschland setzt sich damit ein Trend weiter fort: Der Anteil der Väter, die in Elternzeit gehen, steigt von Jahr zu Jahr langsam an. Insgesamt sind es aber weiterhin bedeutend mehr Mütter, die sich nach der Geburt um die Betreuung des Kindes kümmern.

Was genau ist das Elterngeld?

Das Elterngeld wurde 2007 von der Bundesregierung eingeführt und soll fehlendes Einkommen ausgleichen, wenn Eltern ihr Kind nach der Geburt betreuen. Das Elterngeld ist zeitlich befristet und beträgt in der Basis-Variante monatlich mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Die konkrete Höhe des Elterngeldes orientiert sich dabei am Nettoeinkommen, das der betreuende Elternteil in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes hatte.

Väter bekommen fast 500 Euro mehr Elterngeld pro Monat

Die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern machen sich auch in der Elterngeld-Statistik bemerkbar. In Sachsen-Anhalt bekamen Mütter mit Anspruch auf Elterngeld im Jahr 2020 durchschnittlich 617 Euro pro Monat ausgezahlt. Der Wert liegt nur knapp unter dem deutschlandweiten Durchschnitt von 631 Euro. Väter hingegen bekamen monatlich im Schnitt 1.101 Euro Elterngeld, fast 500 Euro mehr als die Mütter, aber rund 150 Euro weniger als der Durchschnitt aller Väter in Deutschland.

Die Höhe des Elterngelds für Mütter und Väter hängt maßgeblich vom jeweiligen Einkommen ab. Vereinfacht gesagt ist dabei das Gehalt in den zwölf Monaten vor der Geburt eines Kindes entscheidend. Von dem in diesem Bemessungszeitraum erwirtschafteten Brutto-Einkommen errechnet die Elterngeldstelle nach pauschalen Steuerabzügen das sogenannte "Elterngeld-Netto". Von diesem Netto-Wert erhält man pro Monat 65 Prozent, mindestens aber 300 Euro und höchstens 1.800 Euro.

Es gibt jedoch zahlreiche weitere Faktoren wie Geschwisterkinder, Selbstständigkeit sowie Modelle wie "ElterngeldPlus" oder "Partnerschaftsbonus", die die Höhe des Elterngelds beeinflussen können. Das Bundesfamilienministerium bietet daher einen unverbindlichen Elterngeld-Rechner an, der bei der Planung der Elterngeldmonate helfen kann.

Viele Väter nehmen nur wenige Elternzeit-Monate

Auch wenn in Sachsen-Anhalt der Väter-Anteil in Elternzeit langsam steigt, ist deren berufliche Auszeit weitaus kürzer als die der Mütter. Im Schnitt nehmen Männer etwa dreieinhalb Monate Elterngeld in Anspruch, Mütter hingegen im Schnitt 14 Monate. Fast drei Viertel aller Väter (72,8 Prozent) pausierten im Jahr 2020 lediglich für maximal zwei Monate, nahezu alle Mütter (99,7 Prozent) widmeten der Kinderbetreuung mehr Zeit.

MDR (Manuel Mohr)

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