Energiekosten Das kommt auf die Stadtwerke-Kunden in Sachsen-Anhalt zu

In Sachsen-Anhalt geben die Stadtwerke die gestiegenen Kosten für Gas unterschiedlich weiter. 14 von ihnen erhöhen zum 1. September oder 1. Oktober die Preise. Das hat eine Abfrage der Verbraucherzentrale ergeben. MDR SACHSEN-ANHALT hat bei diesen Stadtwerken nachgefragt. Das Ergebnis: In einigen Fällen wird das Doppelte fällig – oder mehr.

Eine Gasflamme am Herd
Die Stadtwerke in Sachsen-Anhalt erhöhen die Abschläge für Gas oder haben Erhöhungen geplant. Bildrechte: imago images/PPE

Die Energiekosten steigen. Das spüren auch die regionalen Versorger und am Ende ihre Kunden. Neben den massiv gestiegenen Kosten für Beschaffung und Vertrieb kommen auch neue gesetzliche Umlagen dazu. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt hat die Stadtwerke in Sachsen-Anhalt abgefragt: 14 erhöhen in den kommenden Wochen die Gaspreise für ihre Kunden.

MDR SACHSEN-ANHALT hat sich auf Basis dieser Umfrage an die 14 Stadtwerke gewandt und gefragt, wie sie die gestiegenen Energiekosten an ihre Kunden weitergeben. Klar ist: Wer nicht zum 1.9. oder 1.10. erhöht, der rechnet in den folgenden Wochen damit, spätestens aber zum Jahreswechsel.

Wer hat bereits eine Erhöhung der Abschläge beschlossen?

Allein die Stadtwerke Quedlinburg haben nur durch die gesetzlichen Umlagen Mehrbelastungen von fünf Millionen Euro. Wie ein Sprecher MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, müssen diese Mehrkosten an die Kunden weitergegeben werden. Deshalb müssen auch alle 5.700 Gaskunden um die Umlagen erhöhte Preise zahlen. Auch die Stadtwerke in Bitterfeld-Wolfen, Aschersleben, Weißenfels oder Wernigerode geben diese Kosten an alle Kunden weiter.

Das gilt ebenso für die rund 7.700 Gaskunden in der Grundversorgung der Städtischen Werke Magdeburg (SWM). Den restlichen rund 21.000 Kunden in so genannten Laufzeitverträgen empfehlen die SWM, ihre Abschläge schon jetzt freiwillig zu verdoppeln. In Halle geben die Stadtwerke die höheren Umlagen zum 1.10. an 80 Prozent ihrer rund 35.000 Kunden weiter, einen Monat später an alle.

Wie stark steigen die Abschläge?

Wie sehr sich die Abschläge für die Kunden erhöhen, liegt an den einzelnen Verträgen. MDR SACHSEN-ANHALT hat die Stadtwerke trotzdem um Durchschnittswerte gebeten, um sich Stand Mitte August ein Bild machen zu können. Die Halberstadtwerke gehen dabei von Mehrkosten im Monat von 58 Euro aus. Das würde einen durchschnittlichen Mehraufwand von rund 50 Prozent bedeuten.

Eisleben rechnet damit, dass 71 Euro mehr pro Monat gebraucht werden. Ein Durchschnittshaushalt in Quedlinburg muss nach Rechnung der Stadtwerke 531 Euro im Jahr mehr ausgeben. Aus Wernigerode hieß es, der durchschnittliche Anstieg sei nicht bezifferbar. Die Stadtwerke gehen aber davon aus, dass ein Haushalt, der pro Jahr 15.000 Kilowattstunden Gas verbraucht, monatlich statt 122 künftig 280 Euro Abschlag in der Grundversorgung zahlen muss. Die Stadtwerke in Bernburg verdoppeln für rund ein Viertel ihrer Kunden die Abschläge zum 1.10.

Wer hat freiwillig die Abschläge erhöht?

Seit Ausbruch des russischen Angriffskrieges in der Ukraine Ende Februar haben auch in Sachsen-Anhalt zahlreiche Kundinnen und Kunden davon Gebrauch gemacht, ihre Abschläge freiwillig zu erhöhen. Die Stadtwerke Halle berichten von fünf Prozent, aus Aschersleben heißt es auf die Frage danach: "einige". In Burg und Bitterfeld-Wolfen haben 30 Prozent beziehungsweise ein Drittel der Gaskunden ihre Abschläge bereits freiwillig anheben lassen. Magdeburg oder auch Wernigerode können dazu keine konkreten Angaben machen.

MDR SACHSEN-ANHALT hat die Stadtwerke auch gefragt, mit welcher Entwicklung sie bei den Preisen rechnen und was das konkret für die Kunden heißt. Mit Stichtag 1. November werden sich die Gaspreise für 3.000 Erdgaskunden in Sondertarifen in Bernburg verdoppeln. Ab diesem Datum wird auch mehr Geld für Strom und Fernwärme fällig. Ansonsten heißt es aus allen abgefragten Stadtwerken gleichermaßen: Es wird für die Kunden noch teurer.

Weitere Erhöhungen geplant

Weitere Erhöhungen könnten nicht ausgeschlossen werden oder seien realistisch, hieß es auf unsere Anfrage. Die Stadtwerke haben vor allem den Jahreswechsel im Blick. Dort kommt eine weitere Umlage für die Kunden dazu.

Einige Stadtwerke gehen auch davon aus, dass dann die höheren Beschaffungskosten durchschlagen. Aus Wernigerode hieß es dazu, man könne zu dieser Frage derzeit keine Aussage abgeben. Aber man hoffe für alle Beteiligten, auf eine schnellstmögliche Entspannung an den Energiemärkten.

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MDR (Mario Köhne) | Erstmals veröffentlicht am 10.09.2022

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. September 2022 | 14:00 Uhr

12 Kommentare

OOOO vor 11 Wochen

Neuwahlen? Nun ja wenn dann die hörigen Bürger wieder CDU wählen, kommen sie vom Regen, Traufe ausgelassen, untern Wasserfall, im Schlepptau werden die Grünen Männchen sein

ZP-HB64 vor 11 Wochen

Immer weiter die Menschen ausbeuten. Das ist das Einzige, was diese Regierung kann. Aber es wird hoffentlich der Tag kommen, an dem die Verantwortlichen bestraft werden.

wer auch immer vor 11 Wochen

Man kann sein Geld nur einmal ausgeben. Dem zufolge bleiben Alle die "Spaß" und vieles Mehr anbieten auf der Strecke.
Schauen wir mal was so noch kommt.
Schade auch das Meine Großeltern nicht mehr leben und uns Tipps zu ihren harten Zeiten 1942 - 19.. und Einsparungen, den Verzicht, Einschränkungen erzählen können.

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