Bundesweite MDR-Umfrage Der Klaps auf den Po wird als verbreitete Erziehungsmethode angesehen

In Mitteldeutschland wird der Klaps auf den Po mehr als verbreitete Erziehungsmethode gesehen als im Rest der Republik. Bundesweit stimmen der Methode vor allem ältere Menschen und Männer zu – das geht aus einer repräsentativen MDR-Umfrage hervor, für die 10.001 Personen zwischen dem 21. bis 24. Juli 2020 befragt wurden.

Ein Mann schreit ein Mädchen an.
Bei der Kindererziehung gibt es verschiedene Methoden. Ob der Klaps auf den Po gestattet ist, dazu sehen die Meinungen geteilt aus. Bildrechte: imago images/Shotshop

Die Erziehungsmethoden in Deutschland sind unterschiedlich: Einige versuchen ihre Kinder mit Verboten zu disziplinieren, andere lassen ihnen viel Spielraum und reagieren nur im Ernstfall, wieder andere geben dem Kind vielleicht auch mal einen Klaps auf den Po.

In Deutschland geht die Ansicht, ob der Klaps auf den Po eine verbreitete Methode bei der Erziehung ist, auseinander. Man kann also keine konkrete Meinungsrichtung zu dem Thema feststellen. Das ist das Ergebnis einer bundesweiten repräsentativen Online-Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT.

Wichtig ist: Es geht dabei um die Einordnung der Frage. Ob die Befragten der Aussage zustimmen, dass in Deutschland der Klaps auf den Po immer noch eine verbreitete Erziehungsmethode ist. Es geht also nicht darum, dass die Leute, die der Aussage zustimmen, auch gleichzeitig diese Methode selbst nutzen.

Mitteldeutschland deutlich über bundesweitem Trend

Auffällig bei den Ergebnissen der Umfrage ist, dass in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen deutlich mehr Personen die Maßnahmen als verbreitete Erziehungsmethoden sehen als im bundesweiten Vergleich.

In Sachsen-Anhalt sagen beispielsweise 20 Prozent, sie stimmen der Aussage eindeutig zu, dass ein Klaps auf den Po eine verbreitete Erziehungsmethode ist. Im bundesweiten Ergebnis stimmen dieser Aussage aber nur 13 Prozent eindeutig zu. Auch Sachsen (19,6 Prozent) und Thüringen (18,2 Prozent) liegen deutlich über dem bundesweiten Schnitt. Damit sind die drei mitteldeutschen Bundesländer auch gleichzeitig die Spitzenreiter bei dieser Antwort. Währenddessen liegt hierbei in Schleswig-Holstein der deutschlandweite Tiefstwert bei 10,3 Prozent.

Auch bei der Aussage "Stimme eher zu" liegen die mitteldeutschen Bundesländer über dem bundesweiten Schnitt: In Deutschland sagen 20 Prozent "Stimme eher zu". In Sachsen-Anhalt sind es 28,8 Prozent, in Sachsen sogar 30,1 Prozent und in Thüringen 29,9 Prozent.

Ältere Menschen sehen den Klaps auf den Po als verbreiteter an als Jüngere

Auch beim Alter gibt es im bundesweiten Vergleich unterschiedliche Ansichten. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen stimmen 13 Prozent der Aussage eindeutig zu, dass ein Klaps auf den Po immer noch eine verbreitete Erziehungsmethode ist. Den mit Abstand höchsten Wert haben die Menschen, die 65 oder älter sind: 16,1 Prozent stimmen der Aussage, dass es eine gängige Methode ist, eindeutig zu.

Je älter die Altersgruppe desto mehr stimmen sie der Aussage eher zu. Den Topwert bei der Antwort "Stimme eher zu" haben demnach die Personen, die 65 Jahre oder älter sind – mit 31,8 Prozent. Den niedrigsten haben die 18- bis 29-Jährigen mit 20,7 Prozent.

Männer stimmen mehr zu als Frauen

Bei der Zustimmung zu der Aussage nach Geschlecht fällt auf, dass Männer der Aussage eher zustimmen als Frauen. 44,8 Prozent der Männer stimmen der Aussage eher oder eindeutig zu. Bei Frauen sind es dagegen nur 36,8 Prozent. Auch auffällig ist bei der Aussage "Stimme eindeutig nicht zu, dass Frauen diese Aussage um 5,7 Prozent mehr teilen als Männer.

Aufgeschlüsselt nach Wahlabsicht

Die Daten aus der Umfrage geben auch Aufschluss auf die Wahlabsicht auf Bundesebene. Mit über 10 Prozent Vorsprung können knapp 25 Prozent der befragten AfD-Wähler der Aussage, dass ein Klaps auf dem Po eine verbreitete Erziehungsmethode ist, eindeutig zustimmen. Am wenigsten eindeutig zustimmen können dieser Aussage demnach Wähler der Grünen – mit 8,1 Prozent. Am meisten Ablehnung der Fragestellung geht den Daten zufolge von Wählern der Linken aus. Mehr als 21 Prozent der Befragten, die auf Bundesebene die Linken wählen würden, stimmen der Aussage eindeutig nicht zu.

Über die Umfrage

Die genaue Fragestellung der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage lautete: Inwieweit stimmen Sie der Aussage zu: "In Deutschland ist ein 'Klaps auf den Po' immer noch eine verbreitete Erziehungsmethode?" mit den Antwortmöglichkeiten:

  • "Ja, auf jeden Fall"
  • "Eher ja"
  • "Unentschieden"
  • "Eher nein"
  • "Nein, auf keinen Fall"


Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 10.001 Befragten. Das Gesamtergebnis ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozent. Damit ist die maximale Abweichung der Ergebnisse, die man mithilfe der Stichprobe erzielt hat, von den realen Werten in der Grundgesamtheit gemeint.

Der Befragungszeitraum war vom 21. Juli bis 24. Juli 2020.

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: Exakt - Die Story | 19. August 2020 | 20:45 Uhr

20 Kommentare

Horst Schlaemmer vor 37 Wochen

Ach Rotti, eindrucksvoll, wie Sie hier den Klaps auf den Po als hilfreiches Mittel und Privatvergnügen verteidigen. Das hat Sie offenbar zu dem gemacht, der Sie jetzt sind. Begrüßt man sich in Ihrem privaten Umfeld auch noch mit einem freundschaftlichen Schlag auf die Milz?

Saxe vor 37 Wochen

Dann befürworten Sie wahrscheinlich auch das Verhalten der sogenannten Clans in Deutschland. Die regeln ja auch alles privat, innerhalb ihrer Familie.

MDR-Team vor 37 Wochen

Civey ist ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut. Mehr dazu finden Sie hier: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/so-funktionieren-umfragen-mit-civey-100.html

Zu den Befragten finden Sie Angaben oben im Artikel.

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