Überprüfung von radioaktivem Gasaufkommen 15 Gemeinden in Sachsen-Anhalt haben erhöhte Radon-Werte

Das Umweltministerium hat in Sachsen-Anhalt 15 Gemeinden als Radon-Vorsorgebiete ausgewiesen. Betriebe in diesen Gemeinden sind verpflichtet, ab Januar ein Jahr lang Radon-Messungen vorzunehmen. Privatpersonen betrifft das nicht.

Das Umweltministerium hat in Sachsen-Anhalt 15 Gemeinden als Radon-Vorsorgebiete ausgewiesen. Von dem erhöhten radioaktiven Gasaufkommen sind sechs Gemeinden im Landkreis Harz und neun Gemeinden im Landkreis Mansfeld Südharz betroffen.

Betroffene Gemeinden im Landkreis Harz

Ilsenburg, Oberharz am Brocken, Thale, Harzgerode, Falkenstein/Harz, Wernigerode

Betroffene Gemeinden im Landkreis Mansfeld-Südharz

Arnstein, Hettstedt, Mansfeld, Mansfelder-Grund-Helbra, Lutherstadt Eisleben, Allstedt, Sangerhausen, Goldene Aue, Südharz

Eine Allgemeinverfügung verpflichtet Unternehmen in den betroffenen Gebieten ab Januar innerhalb von 18 Monaten zu Radon-Messungen am Arbeitsplatz. Laut Bernd Köhler vom Ministerium für Umweltschutz und Landwirtschaft sind Privatpersonen von der neuen Verfügung nicht betroffen.

Messungen in Keller und Erdgeschoss vorgeschrieben

Wie Köhler MDR SACHSEN-ANHALT erklärte, werden für die Auswertung sogenannte Radon-Sammler in Kellern und Erdgeschossen der Betriebe ausgelegt und nach einem Jahr ausgewertet. Die Auswertung erfolge dann durch zertifizierte Büros. Anschließend müssten die Messergebnisse in den Betrieben und dem zuständigen Landesamt für Verbraucherschutz mitgeteilt werden. Bei stark erhöhter Radon-Belastung in geschlossenen Räumen müssten bauliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Konzentration wieder zu senken. Dafür könnten beispielsweise Radon-Schutzfolien in Keller eingezogen werden, so Köhler.

Die mögliche Gesundheitsbelastung durch Radon ist nicht neu. Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. Es entsteht durch radioaktiven Zerfall von Uran, das es überall auf der Welt in unterschiedlichen Konzentrationen im Boden gibt. Von dort steigt es über Kellerräume in Wohnungen auf.

Neben Feinstaub ist Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Die Gesundheitsbelastung ist aus den Bergbauregionen in Thüringen und Sachsen bekannt geworden, so Köhler. Aufgrund einer EU-Richtlinie habe der Bund deshalb die Länder verpflichtet, Gebiete mit einer besonders hohen Radon-Belastung als Vorsorgegebiete auszuweisen.

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. November 2020 | 17:00 Uhr

9 Kommentare

Eulenspiegel vor 22 Wochen

„Neben Feinstaub ist Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.“
Radon ist also gar nicht so ungefährlich.
Um das zu verstehen muss man die Radioaktive Belastung in zwei Gruppen einteilen.
Zum eine die reine Radioaktive Strahlung.
Und zum anderen die strahlenden Substanzen. Sogenannte Radionuklide.
Die reine Strahlung. In einem sehr geringen Maß ist sie überall und ist so kein großes Problem. Auf der anderen Seite gibt es diese Radionuklide die vom Körper aufgenommen und angereichert werden. Und genau diese Anreicherung ist das Problem. Eine ständige nur leicht erhöre Belastung von Radon in der Raumluft kann langfristig zu einer sehr hohen Belastung führen die jenseits aller Grenzwerte ist. Man erinner sich an Tschernobyl. Ein Ausläufer diese radioaktiven Wolke ging auch über Bayern. Und biss Heute wird in einigen Regionen immer noch empfohlen auf Wild und Pilzgenuss zu verzichten. Wäre es damals nur um reine Strahlung gegangen die Sache wäre schon längst vergessen.

drsnuggles vor 22 Wochen

In MSH wundert mich das gar nicht. Hier hat mancher seinen ganzen Hof mit Kupferschlackensteinen gepflastert, oder gar sein Haus daraus gebaut. Quasi Flächenstrahler........die nebenbei auch noch Radon ausgasen.

drsnuggles vor 22 Wochen

Beim Radon ist noch spezieller, da es, bzw sein Zerfallsprodukt, tief im Lungengewebe wirkt. Bildlich gesprochen: der Castortransport der an Ihnen vorüber rollt, ist von seinen momentanen Emissionen geradezu harmlos.
Das hat man erkannt und zieht Konsequenzen daraus

Mehr aus Sachsen-Anhalt