Kampf gegen Corona Magdeburg, Halle und Dessau gehen bei Impfzentren verschiedene Wege

Magdeburg will sein Corona-Impfzentrum auf Zweitimpfungen konzentrieren. Grund ist laut OB Trümper, dass es zu wenig Impfdosen gebe. Halle hingegen sieht keinen Grund, diesem Vorbild zu folgen. Ein Stadtsprecher nannte die derzeitige Doppelstrategie erfolgreich. Und Dessau geht eine Art Mittelweg.

Impfstoff von Astrazeneca
In Magdeburg mangelt es aktuell an Impfdosen. Bildrechte: IMAGO / NurPhoto

Weil im Impfzentrum von Magdeburg derzeit keine Termine mehr frei sind, kommen die Corona-Erstimpfungen in der Landeshauptstadt in Stocken. Das sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) MDR SACHSEN-ANHALT. Die Einrichtung habe zu wenig Dosen und solle sich aktuell auf die 40.000 Zweitimpfungen in der Stadt konzentrieren. Trümper forderte deswegen an einer Impfung interessierte Menschen auf, sich zuerst an ihre jeweiligen Hausärzte zu wenden.

Halle scheint hingegen keine Probleme mit fehlenden Impfdosen zu haben. Obwohl in der Stadt derzeit knapp 64.000 Menschen ihre Zweitimpfung erwarten, ist eine Einschränkung des Impfzentrums auf Zweitimpfungen nicht geplant. Wie Stadtsprecher Drago Bock MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, werden "Erstimpfungen selbstverständlich sowohl im Impfzentrum als auch in Hausarztpraxen verabreicht". Er nannte dieses Verfahren eine "prima Doppelstrategie", die aktuell sehr gut funktioniere: "Wir sehen keinen Grund, von dieser Praxis abzurücken."  

Dessau-Roßlau wiederum geht eine Art Mittelweg. Wie die Stadt mitteilte, wird es im Mai nur an sechs Tagen Erstimpfungen im Impfzentrum geben. Durch eine Veränderung der Impfintervalle müssten überwiegend Zweitimpfungen durchgeführt werden.

Hintergrund für die begrenzte Zahl der Termine für Erstimpfungen sei, "dass die gelieferte bzw. in Aussicht gestellte Impfstoffmenge nicht in dem Maße angestiegen ist wie erwartet, so dass der verfügbare Impfstoff nun in erster Linie für Zweitimpfungen" verwendet werde. Gebuchte Termine seien jedoch gesichert. Neue Termine würden weiterhin jeweils so freigegeben, wie Impfdosen "real vorhanden sind".

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In Sachsen-Anhalt dürfen sich ab dem Wochenende auch Menschen der Prioritäten-Gruppe 3 impfen lassen. Wer offiziell noch nicht an der Reihe ist, hat ab sofort die Chance, das Mittel von Johnson & Johnson zu erhalten. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben hier die Priorisierung, wie schon für den Impfstoff von Astrazeneca, aufgehoben.

MDR/Luise Kotulla, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 10. Mai 2021 | 16:00 Uhr

3 Kommentare

Reuter4774 vor 18 Wochen

Jetzt halten die Sonderwünsche der Priogruppen mal den eigenen Verkehr auf. Wenn man ausschließlich auf einen Impfstoff fixiert ist, geht das zwangsläufig zu Lasten des Tempos, schade.
Ich, weiblich, im "gefährlichen " Alter, mit Thrombose Vorerkrankungen bin erstgeimpft und habe auch meinen Zweittermin mit ASTRA ZENECA. Es gibt eigentlich genug Impfstoff, wer den ablehnt muss nicht über fehlende Termine meckern. Und ich lebe nicht in der Großstadt, aber auch in der verschlafenen Kleinstadt läufts wenn alle mitziehen.

Wolle55 vor 18 Wochen

"in anderen Städten besser ?" Nein - die tolle 116117 hat seit nunmehr 2 Monaten für mich in Halle nur eine Antwort " Es wurden keine freien Termine in Ihrer Region gefunden. Bitte probieren Sie es später erneut."
Es wird noch nicht eimal der "Anspruch" geprüft.
Es ist wo anders auch nicht besser.

BerndG. vor 18 Wochen

Ich finde es schon super ,das Herr Trümper über die Impfreinfolge bestimmen kann . Hat er nicht genug mit seinem Super Tunnel zu tun .Es gibt etliche Bürger die auf eine Impfung warten warum klappt das in anderen Städten besser ?

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