Höchstwert in Drewitz Extremer Regen in Sachsen-Anhalt – aber noch keine Hochwassergefahr

In Drewitz im Jerichower Land hat es am Freitag so viel geregnet, wie sonst in manchen Monaten nicht. Auch andernorts wurden teilweise extreme Werte gemessen. Doch Hochwassergefahr besteht nicht. Zumindest vorerst.

Zwei Kinder geht mit Schirmen bei Regenwetter durch ein Wasserspiel auf dem Domplatz
In Magdeburg hat es zwar lange und ausdauernd geregnet, aber nicht sehr viel. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Der Dauerregen am Freitag hat einigen Orten in Sachsen-Anhalt extreme Niederschlagswerte beschert. So weist die Statistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD) (Stand: 10. Juli, 8.00 Uhr) für Drewitz bei Burg im Jerichower Land 75,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und damit den landesweit höchsten erfassten Messwert aus. Zum Vergleich: 2020 wurden für den Ort knapp 579 Liter Niederschlag pro Quadratmeter für das ganze Jahr gemessen.

In Düben im Landkreis Wittenberg sind dem DWD zufolge 67,6 und in Badewitz bei Zerbst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 56,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen worden. Auch in Genthin (Landkreis Jerichower Land) und Osterfeld (Burgenlandkreis) habe es jeweils mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben. Größere Schäden sind bislang aber nicht bekannt.

Geringer Niederschlag trotz Dauerregen

Doch es regnete nicht überall im Land ergiebig, etwa in der Region Börde. So wurden beispielsweise in Oschersleben nur 9,6 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen und in Ummendorf 7,3 Liter. Auch in der Landeshauptstadt Magdeburg habe es zwar lange und ausdauernd geregnet, aber eben nicht viel. Gemessen wurden hier laut DWD lediglich 9,7 Liter binnen 24 Stunden.

Auf dem 1.141 Meter hohen Brocken im Harz seien 27,7 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden, hieß es. Nach einem recht freundlichen und trockenen Samstag rechnet der DWD am Sonntag erneut mit Schauern und Gewittern, denn in Sachsen-Anhalt sei ein Tiefausläufer mit feuchter Meeresluft wetterbestimmend.

Wetterlage wie 2002 und 2013

Weil auch für die nächsten Tage viel Regen angesagt ist, fürchtet sich manch einer vor Hochwasser. Und ganz unberechtigt ist die Sorge nicht: Denn die Wetterlage in der kommenden Woche erinnert an die Jahre 2002 und 2013. Damals sorgten sogenannte Jahrhunderthochwasser an Elbe und Saale für enorme Schäden.

Meteorologen sprechen bei der sich anbahnenden Wetterlage von einer Vb-Lage. Dabei bringt ein Tiefdruckgebiet schwere Wolken über die Alpen und Tschechien nach Mitteldeutschland, wo sie sich über Erzgebirge, Thüringer Wald und Harz abregnen.

Natur profitiert von Niederschlägen

Wie groß die Gefahr tatsächlich ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Genauere Prognosen sind laut DWD erst am Montag oder Dienstag möglich. In der Zwischenzeit profitiere die Natur von dem Regen, erklärte Brit Herwig, Hydrologin am Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt.

Ansonsten beobachtet sie steigende Pegel an den Oberläufen von Weißer Elster und Mulde in Sachsen, die das Wasser nach Sachsen-Anhalt bringen werden. Dort gebe es bislang aber keine größeren Anstiege. "Wir sind derzeit im Bereich Mittelwasser in den Fließgewässern", so Herwig.

MDR/Oliver Leiste, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09. Juli 2021 | 19:00 Uhr

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