Wirtschaft Mangel an Fachkräften im Pflegebereich steigt in Sachsen-Anhalt

Im September 2020 waren 55.000 Menschen in Alten- und Pflegeberufen in Sachsen-Anhalt beschäftigt. Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt führen zu einem steigenden Bedarf an Fachkräften.

Mulin Lin (l), Pflegeassistentin aus China, spricht am 10.03.2015 mit der Bewohnerin Margot Krüger im Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).
Bei Fachkräften für Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe gab es auf 100 gemeldete Stellen 69 Arbeitslose. Bildrechte: dpa

Ende September 2020 waren den Zahlen der Regionaldirektion nach 54.898 Menschen in Alten- und Pflegeberufen in Sachsen-Anhalt beschäftigt. Das sei ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, hieß es. Trotz zunehmender Beschäftigungszahlen in den Pflegeberufen verschärft sich der Fachkräftemangel in der Branche allerdings weiter.

 Vakanzzeit in Sachsen-Anhalt steigt

Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt führen zu einem steigenden Bedarf an examinierten Pflegern. Rein rechnerisch kamen im Jahr 2020 auf 100 gemeldete Arbeitsstellen für Altenpflegefachkräfte in Sachsen-Anhalt nur 29 Arbeitslose, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Halle mitteilte.

Die sogenannte Vakanzzeit, die zwischen der Anmeldung einer Stelle und deren Besetzung verging, lag den Angaben zufolge im Schnitt bei 215 Tagen. 2019 waren es 160 Tage gewesen. Bei Altenpflegehelfern gab es dagegen mehr Bewerber als Stellen, auch die Vakanzzeiten waren niedriger.

Eine Frau steht in roter Jacke des Deutschen Roten Kreuzes vor einem Dienstwagen und schaut in die Kamera. 5 min
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Bedarf an Pflegekräften steigt

Bei Fachkräften für Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe kamen den Angaben zufolge auf 100 gemeldete Stellen 69 Arbeitslose. Die Vakanzzeit lag im Jahr 2020 im Schnitt bei 146 Tagen. 2019 hatte es dagegen 108 Tage gedauert, bis eine Stelle für Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte besetzt werden konnte.

"Ohne die Anwerbung ausländischer Fachkräfte, eine Erhöhung des Vollzeitanteils und die weitere Qualifizierung von Arbeitslosen und gering qualifizierten Beschäftigten wird sich die Situation verschärfen", erklärte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion. Entscheidend sei, dass die Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert werde, "sonst wird man gerade in Anbetracht der Belastungen, die sich in der Pandemie gezeigt haben, nicht ausreichend Bewerber finden."

Quelle: MDR/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | Nachrichten | 12. Mai 2021 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

Benutzer vor 5 Wochen

Und? Das wird noch schlimmer werden. Bei den Arbeitsbedingungen

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