Krieg in der Ukraine Fast 17.000 Geflüchtete aus der Ukraine in Sachsen-Anhalt

Millionen Menschen fliehen vor dem Krieg in der Ukraine. Auch Sachsen-Anhalt hat seit Kriegsbeginn fast 17.000 Kriegsflüchtlinge aufgenommen. Das stellt die Kommunen im Land aber auch vor große Herausforderungen. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) fordert deshalb mehr finanzielle Unterstützung des Bundes.

Die Flüchtlingsunterkunft in der Hermann-Gieseler-Halle in Magdeburg, hier eine Gruppe von Geflüchteten
In Sachsen-Anhalt hat die Stadt Magdeburg bislang die meisten Geflüchteten aus der Ukraine aufgenommen. Bildrechte: Elisa Sowieja-Stoffregen/MDR

In Sachsen-Anhalt sind inzwischen fast 17.000 ukrainische Geflüchtete angekommen. Das hat Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) bekannt gegeben. Demnach wurden im Land bislang 16.835 Gefüchtete registriert.

Davon seien mindestens 1.855 Kinder im Kindergartenalter, 3.977 Kinder im schulpflichtigen Alter. 66 Geflüchtete befinden sich demnach in Zwischenunterkünften, in denen sie derzeit übergangsweise untergebracht wurden. 3,5 Prozent der aufgenommenen Menschen seien nicht-ukrainische Staatsbürger.

Die Zahlen basierten auf den Rückmeldungen aus den Landkreisen und kreisfreien Städten. Nicht vollständig erfasst seien Flüchtlinge, die bei Freunden, Verwandten oder anderen hilfsbereiten Menschen untergekommen seien.

Magdeburg und Halle haben die meisten Geflüchteten aufgenommen

Mit 3.491 Männern, Frauen und Kindern hat demnach die Landeshauptstadt Magdeburg unter den Kreisen und kreisfreien Städten die meisten Kriegsflüchtlinge untergebracht. Halle folgt mit 2.428, der Salzlandkreis mit 1.391 Geflüchteten. Die Verteilung richte sich nach einer Vereinbarung der Kommunen mit der Landesregierung, so Zieschang.

Innenministerin Zieschang betonte, dass Sachsen-Anhalt sich "von der ersten Stunde an" an humanitärer Hilfe für die Ukraine beteiligt habe und das auch weiterhin tun werde. Dazu würden Hilfsmittel wie beispielsweise Krankenhausbetten zur Verfügung gestellt, die der Bund sammele und in die Krisengebiete bringe.

Noch immer ist bei uns im Land eine hohe Hilfs- und auch Spendenbereitschaft zu spüren. Den Dank an alle kann ich gar nicht oft genug wiederholen.

Tamara Zieschang | CDU Innenministerin Sachsen-Anhalt

Koordinierungsstelle rund um die Uhr erreichbar

Außerdem gebe es im Landesverwaltungsamt schon seit dem 8. März eine Koordinierungsstelle, die seitdem rund um die Uhr erreichbar ist und die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine sowohl mit dem Bund, den anderen Bundesländern als auch mit den Landkreisen und kreisfreien Städten in Sachsen‑Anhalt koordiniert.

Sachsen-Anhalt fordert Geld vom Bund

Allerdings fordert das Land nun die Unterstützung vom Bund ein. Innenministerin Zieschang zufolge, hat die Bundesregierung vielfach finanzielle Unterstützung angekündigt. Jetzt müssten dem auch Taten folgen, um eine "faire Lastenverteilung" zu erreichen. Konkret geht es um die Kosten für die Unterbringung und Versorgung der geflohenen Menschen.

In den Jahren 2015/16 habe es vom Bund eine Flüchtlingspauschale für die Länder gegeben, so Zieschang. Eine wesentliche Forderung der Länder sei, jetzt eine deutlich höhere Pauschale zugrunde zu legen, da die Kosten allein durch die Inflation gestiegen seien.

Luftbrücke nach Moldau

Zieschang kündigte außerdem an, dass sich Sachsen-Anhalt an einer Luftbrücke in die Republik Moldau beteiligen werde, mit der Flüchtlinge nach Deutschland ausgeflogen werden sollen. Nach Worten der Ministerin wird Ende der Woche ein erstes Flugzeug aus Moldau erwartet, "das von Sachsen-Anhalt übernommen" werde. Das heißt, diese Menschen werden dann hier untergebracht.

Bereits in den letzten Tagen sind erste Flüge aus Moldawien in Deutschland angekommen. Erst am Freitag landeten 117 Ukraine-Flüchtlinge mit einem Sonderflug in Erfurt, nachdem sie zuvor in der moldawischen Hauptstadt Chișinău gestartet waren.

Die Republik Moldau gilt als eines der ärmsten Länder Europas und hat als Nachbarland der Ukraine in den vergangenen Wochen zehntausende Geflüchtete aufgenommen.

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MDR (Matthias Lindner, Thomas Tasler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 05. April 2022 | 17:00 Uhr

1 Kommentar

Germinator aus dem schoenen Erzgebirge vor 25 Wochen

Da kann man nur hoffen, dass eine schnelle und unbürokratische Registrierung erfolgt, damit die Kinder zur Schule gehen können, die Familien eine Wohnung suchen können und sich auch eine Arbeit suchen können.

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