Versicherungsschutz und Vorgaben Impfstatus bei der Feuerwehr: Das sind die Regeln und Empfehlungen

Aufgrund einer Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hatte eine Freiwillige Feuerwehr in der Altmark für ihre Einsatzkräfte 2G eingeführt. Ihre Befürchtung war, dass andernfalls der Versicherungsschutz für Kameradinnen und Kameraden verfällt. Was wirklich gilt.

Umkleideraum der FFW Schleiz
In der Gemeinde Klötze in Sachsen-Anhalt soll bei der Freiwilligen Feuerwehr 2G gelten. Was steckt dahinter? Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Feuerwehrleute in Sachsen-Anhalt sind im Einsatz unabhängig von ihrem Impfstatus versichert. Das teilte der Geschäftsführer der Feuerwehr-Unfallkasse in Magdeburg, Detlef Harfst, mit. Es spiele für die Versicherung keine Rolle, ob Einsatzkräfte gegen Corona geimpft sind oder nicht, sagte Harfst MDR SACHSEN-ANHALT.

Der Impfstatus selbst ist kein Prüfungsmerkmal eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit. Ein fehlender Impfschutz schließt den Versicherungsschutz grundsätzlich nicht aus.

Detlef Harfst Geschäftsführer der Feuerwehr-Unfallkasse Magdeburg

Schutzimpfung gegen Corona empfohlen

Die Unfallkassen begrüßen es jedoch, wenn Gemeinden ihren ehrenamtlichen Feuerwehrleuten Impfangebote unterbreiten. Harfst sagte, jede Feuerwehrkraft solle sich zumindest die Frage stellen, ob er oder sie für die Infektion seiner Feuerwehrkameradinnen oder -kameraden verantwortlich sein wolle.

In vielen Gemeinden sind auch schon zahlreiche Feuerwehrleute geimpft, zum Beispiel in Gardelegen. Das teilte Bürgermeisterin Mandy Schumacher (SPD) MDR SACHSEN-ANHALT mit. Obwohl ein Großteil der Einsatzkräfte geimpft sei, bleibe es in Gardelegen bei der 3G-Regel. Im Notfall müssten alle verfügbaren Kräfte ausrücken.

Hintergrund: 2G für Feuerwehr in Klötze

Nachdem die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung als Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallkassen den Freiwilligen Feuerwehren empfohlen hatte, nach Möglichkeit die 2G-Regel durchzusetzen, war diese bei der Freiwilligen Feuerwehr in Klötze in der Altmark eingeführt worden – zumindest für die Einsatzkräfte, die zuerst ausrücken. Das hatte zuerst die Altmark-Zeitung berichtet.

Clemens-Paul Berlin, Sachgebietsleiter für Ordnung und Sicherheit in Klötze, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gehe um den Versicherungsschutz der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Denn: Würde die Gemeinde der 2G-Empfehlung nicht folgen, würde der Versicherungsschutz beim Einsatz entfallen. Dabei ging es insbesondere um die Einsatzkräfte, die als erste vor Ort sind. Wer nicht geimpft oder genesen ist, müsse sich erst testen und dürfe dann nachkommen – ein Problem in Orten wie Klötze, in denen es nur ein Fahrzeug bei der Feuerwehr gibt.

Landesfeuerwehrverband: Feuerwehren generell mit 2G oder 3G einsatzbereit

Laut Empfehlung der Unfallversicherung sollten Feuerwehrleute grundsätzlich genesen oder geimpft sein. Wer sich nicht impfen lasse, müsse zum Einsatz einen negativen Corona-Test vorlegen. Das hatte bei den Feuerwehren in Sachsen-Anhalt zu kontroversen Diskussionen geführt.

Der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands, Kai-Uwe Lohse, unterstützt 2G, in den Gemeinden solle der Impfstatus bei Einsätzen aber grundsätzlich keine Rolle spielen. Die Freiwilligen Feuerwehren seien generell mit 2G oder 3G einsatzbereit.

Keine Impfung – täglicher Test

Kai-Uwe Lohse, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands Sachsen-Anhalt e.V.
Kai-Uwe Lohse, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands Sachsen-Anhalt e.V. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Natürlich gehe es nicht, sich unmittelbar vor einem Einsatz testen zu lassen, weil man dadurch Zeit verliere. Aber für die Feuerwehrleute gelte, was auch für andere Arbeitnehmer gelte. Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse sich täglich testen lassen. Ein Feuerwehrmann, der sich nicht impfen lasse, müsse sich eben am Abend testen lassen, um am kommenden Tag einsatzfähig zu sein.

Feuerwehrverbands-Vorsitzender befürwortet Impfung

Lohse hält die Debatte über das Impfen für überflüssig, denn: Das Feuerwehrleben sei geprägt von Prüfungen, Berechtigungen und Nachweisen.

Da gibt es keine Diskussion. Wer bestimmte Qualifikationen und Nachweise nicht hat, darf diese Tätigkeiten nicht ausführen. Der Führerschein ist notwendig, um das Feuerwehrfahrzeug zu führen. Ich muss einen Lehrgang als Atemschutzgeräteträger machen, um diese Funktion ausführen zu können.

Kai-Uwe Lohse Landesfeuerwehrverband

Genauso sei es mit dem Impfen. "Wenn ich nicht geimpft bin, bin ich unter Umständen ein Risiko für meine Kameraden im Feuerwehrfahrzeug. Und wenn ich Hilfesuchenden zu nahe komme in bestimmten Situationen, dann werde ich auch zum Risiko. Also bin ich im praktischen Einsatz im Moment mehr Risiko als Hilfe." Damit sei für ihn die Frage beantwortet, wie man mit dem Thema Impfen umgehen sollte.

MDR (Carsten Rochow, Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 17. Dezember 2021 | 06:40 Uhr

29 Kommentare

MDR-Team vor 28 Wochen

Das Paul-Ehrlich-Institut listet öffentlich und für jeden ein- und nachvollziehbar die gemeldeten Impfreaktionen auf – auch schwere Reaktion und Todesfälle bei denen der Verdacht oder zeitliche Nähe besteht. Aktuell (Zitat) "In 1.802 Verdachtsfallmeldungen wurde über einen tödlichen Ausgang in unterschiedlichem zeitlichem Abstand zur Impfung berichtet." Man beachte, das sind hauptsächlich Verdachtsfälle, die vorsichtshalber mit aufgenommen wurden. Im Verhältnis dazu haben wir heute 107.639 Todesfälle an und mit Corona – und Mediziner sagen, dass die Zahl eher unter- als überschätzt wird.

Rotti vor 28 Wochen

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diejenigen, die auf einer ITS liegen, solche Worte gebrauchen! Die werden alle um ihr Leben kämpfen und sich nicht mit derartiger Polemik befassen!

Lumberjack vor 28 Wochen

Wer am Ende ein dummer Vogel ist, wird sich zeigen. Ganz sicher. Ich kann ihnen aber jetzt schon sagen, welche es auf keinen Fall sind: 3 Personen, die sich inzwischen unter den 10 reichsten Deutschen und 200 reichsten weltweit befinden dank mRNA-Impstoff.

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