Steuerfahnder Weniger hinterzogene Steuern in Sachsen-Anhalt entdeckt

Die 76 Steuerfahnderinnen und Steuerfahnder in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr hinterzogene Steuern in Höhe von über 16 Millionen Euro in die Staatskasse gebracht. Verglichen mit den Vorjahren ist die Summe aufgedeckter hinterzogener Steuern aber drastisch zurückgegangen.

Einkommensteuererklärung mit Taschenrechner
Die meisten Sachsen-Anhalter zahlen ihre Steuern ehrlich. Die Fahnder der Finanzämter kommen immer weniger Steuerhinterziehern auf die Schliche. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Die Steuerfahndung in Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr 221 Steuerhinterziehungen in Höhe von 16.604.920 Euro ermittelt, teilte das Finanzministerium in Magdeburg mit. Damit ist das Gesamtvolumen aufgedeckter hinterzogener Steuern das dritte Jahr in Folge zurückgegangen.

2020 hatte die Summe noch bei 25,2 Millionen Euro gelegen und damit schon deutlich unter der des Jahres 2019, als es noch gut 73,5 Millionen Euro gewesen waren. 2018 waren sogar nicht gezahlte Steuern in Höhe von rund 75,2 Millionen Euro aufgedeckt worden.

Aber auch die Zahl der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren ist zuletzt zurückgegangen. Während im vergangenen Jahr dem Finanzministerium zufolge 229 Fahndungsprüfungen abgeschlossen wurden, waren es 2020 noch 322 gewesen und 2019 rund 300.

Abschluss von Großverfahren beeinflussen die Bilanz

Diese großen Unterschiede der einzelnen Jahresergebnisse begründete das Finanzministerium mit den zum Teil langwierigen Ermittlungsverfahren der Steuerfahnder. "Die Höhe der festgestellten Mehrsteuern wird auch durch den Abschluss von sogenannten Großverfahren beeinflusst", hieß es dazu aus dem Ministerium.

In diesen Fällen würden die Ermittler in der Regel mehrere Jahre benötigen. In dem Jahr, in dem die Großverfahren abgeschlossen werden, steige dann das festgestellte Mehrergebnis an hinterzogenen Steuern überdurchschnittlich an.

Dutzende Selbstanzeigen

Aber nicht in allen Fällen müssen die Steuerfahnder aktiv werden. Denn mutmaßliche Steuerhinterzieher melden sich mitunter auch selbstständig bei den Behörden: Im Jahr 2021 gingen den Angaben zufolge 44 Selbstanzeigen ein. Wie hoch die Summe der in diesen Fällen hinterzogenen Steuern ist, werde aber nicht erhoben.

Aktuell gibt es 76 Steuerfahndungsprüfer und -prüferinnen im Land. Im vergangenen Jahr sei niemand von ihnen in den Ruhestand gegangen. Zwei neue Bedienstete, die sich zurzeit in Ausbildung befänden, kamen laut Ministerium hinzu.

MDR (Thomas Tasler), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 29. Mai 2022 | 08:00 Uhr

4 Kommentare

Frank 1 vor 4 Wochen

Lieber MDR, Sie können in jedem x-beliebigen Finanzamt anfangen zu recherchieren und werden immer das gleiche Ergebnis haben. Personalmangel auf der ganzen Linie. Es wird zu wenig ausgebildet. Sie müssen nur recherchieren wollen bzw. obrigkeitsgewollt dürfen. Entschuldigung für diese Spitze, sie hat aber ihre vollste Berechtigung.

Frank 1 vor 4 Wochen

Die Anzahl der Steuerfahnder in Sachsen-Anhalt fällt recht mickrig aus. Liegt das Problem wohl eher darin? Aber darüber kein Wort. Man müsste ja Missstände in der Personalpolitik offenlegen. Nun, als ehemaliger Mitarbeiter in diesem Bereich kenne ich aus dem eigenen Erleben, dieser Bereich fährt schon seit Jahren personell buchstäblich auf der Felge! Recherchieren doch mal in diese Richtung, lieber MDR.

MDR-Team vor 4 Wochen

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