Impffortschritt Sachsen-Anhalt bei Erstimpfungen vorn – Schlusslicht beim vollständigen Impfschutz

Sachsen-Anhalt hat in den letzten Wochen das Impftempo deutlich erhöht. Bei den Erstimpfungen liegt das Land im Bundesvergleich derzeit auf Platz drei, bei den Zweitimpfungen allerdings auf dem letzten Platz. Eine Übersicht mit aktuellen Daten und einer Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT, die zeigt, wie unterschiedlich der Status beim Impfen in den Kreisen aussieht (Stand: 21. April 2021).

Corona-Impfung
In Sachsen-Anhalt wurde das Impftempo erhöht, die Erstimpfquote liegt bei mehr als 20 Prozent. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Sachsen-Anhalt legt deutlich beim Impfen zu. Etwa jeder Fünfte hat hierzulande die Erstimpfung gegen COVID-19 verabreicht bekommen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach liegt die Quote für Erstimpfungen in Sachsen-Anhalt bei 21,6 Prozent, die Quote für die Zweitimpfungen bei 5,8 Prozent.

Der Landkreis mit der höchsten Erstimpfquote ist der Burgenlandkreis mit 28,2 Prozent, gefolgt von den kreisfreien Städten Halle (25,7 Prozent) und Magdeburg (25,5 Prozent). Dabei wurden seit Beginn der Impfungen Ende Dezember 2020 in den Impfzentren 408.409 Erstimpfungen verabreicht, bei den Hausärzten 63.604.

Bei Erstimpfungen bundesweit auf Platz 3

Bezogen auf den Impffortschritt in Deutschland liegt Sachsen-Anhalt bei den Erstimpfungen über dem Bundesdurchschnitt (21,6 Prozent) auf Platz 3. Vollständigen Impfschutz haben jedoch nur 5,8 Prozent der Menschen im Land. Hier liegt Sachsen-Anhalt auf dem letzten Platz im Bundesländervergleich.

Grund dafür ist, dass sich erst seit wenigen Wochen das Impftempo landesweit deutlich erhöht hat. Da zwischen Erst- und Zweitimpfung allerdings je nach Impfstoff zwischen sechs und zwölf Wochen liegen, zeigt sich der Impffortschritt noch nicht bei den Zweitimpfungen.

Bei Zweitimpfungen Schlusslicht

Auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte liegt beim vollständigen Impfschutz der Altmarkkreis Salzwedel vorn, gefolgt von Dessau-Roßlau und dem Landkreis Harz.

Ziel der bundesweiten Impfkampagne ist es, dass jede und jeder Impfwillige bis Ende September mindestens die Erstimpfung erhalten soll. Momentan wird davon ausgegangen, dass für einen Gemeinschaftsschutz ("Herdenimmunität") gegen das Coronavirus eine Immunität der Bevölkerung von 60 bis 70 Prozent notwendig ist.

Umfrage: Wie sieht der Impffortschritt aktuell in den Kreisen aus?

In Sachsen-Anhalts Landkreisen und kreisfreien Städten ist das Corona-Impfen unterschiedlich weit fortgeschritten. Das hat eine Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT in den Landratsämtern und Rathäusern ergeben. Mancherorts werden bereits Menschen aus der Prioritätsgruppe 3 geimpft. Außerdem hat der Impftourismus in einigen Regionen spürbar abgenommen.

Altmarkkreis Salzwedel

Im Altmarkkreis Salzwedel laufen derzeit (Stand: 21. April 2021) die Impfungen in den Prioritätsgruppen 1 und 2. Das hat die Kreisverwaltung MDR SACHSEN-ANHALT erklärt. Mit Impfungen in der 3. Gruppe wird erst begonnen, wenn allen Menschen aus den ersten beiden Gruppen ein Impfangebot unterbreitet wurde. Laut Kreis ist das erreicht, wenn die angebotenen Termine nicht mehr gebucht werden. Wann das sein wird, teilt der Altmarkkreis nicht mit.

Landkreis Stendal

Im Kreis Stendal wird derzeit Gruppe 2 geimpft. Dort geht man davon aus, damit bis Mitte Mai durch zu sein. Der Landkreis weist in seiner Stellungnahme an MDR SACHSEN-ANHALT auf eine Auffälligkeit hin: Demnach ist die Zahl der Impflinge aus anderen Landkreisen in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. Sie habe zu Beginn der Kampagne sehr hoch gelegen. Jetzt kämen auswärtige Impflinge nur aus dem näheren Umfeld. Außerdem sei bekannt, dass sich viele Menschen aus dem Kreis Stendal an anderen Standorten in Deutschland haben impfen lassen.

Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Gegenwärtig werden im Landkreis Anhalt-Bitterfeld Menschen aus den Prioritätsgruppen 1 und 2 geimpft. Das hat der Kreis auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT erklärt. Gruppe 1 werde voraussichtlich Ende des Monats durchgeimpft sein. Zwischenzeitlich werde auch die Gruppe der Wahlhelferinnen und Wahlhelfer eingeplant. Der Kreis weist daraufhin, dass es weiter nicht genug Impfstoff gibt. Um Zweitimpfungen absichern zu können, hätten bereits Termine für Erstimpfungen abgesagt werden müssen.

Landkreis Wittenberg

Der Landkreis Wittenberg hält dagegen keinen Impfstoff mehr für Zweitimpfungen zurück. Wie der Kreis MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, sind bisher mehr als 30.000 Impfdosen nach Wittenberg geliefert worden. Geimpft werden aktuell Menschen der beiden höchsten Prioritäten. Zusätzlich können sich auch Lehrkräfte und Schulmitarbeiter sowie Helfer in den Impfzentren und Wahlhelfer impfen lassen.

Salzlandkreis

Im Salzlandkreis ist es ab sofort möglich, dass sich auch Menschen aus der Prioritätsgruppe 3 impfen lassen. Darauf hat der Kreis auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT hingewiesen. Bisher gilt dieses Angebot allerdings allein für Menschen, die 60 Jahre und älter sind und an Vorerkrankungen leiden sowie für Feuerwehrleute. Wahlhelfer werden bereits seit vergangener Woche geimpft. Generell werde beim Wohnort nicht unterschieden.

Jerichower Land

Seit dieser Woche können sich im Jerichower Land bereits Personen aus der Priorität-Gruppe 3 impfen lassen. Wie der Landkreis MDR SACHSEN-ANHALT erklärte, zählen dazu Menschen, die in der Lebensmittelbranche oder der Energiewirtschaft arbeiten. Auch im Jerichower Land würden keine Impftouristen abgewiesen. Sie seien aber eher die Ausnahme.

Landkreis Börde

So geht auch der Landkreis Börde vor. Das erklärte ein Sprecher auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Er sagte, alle Personen mit einer Impfberechtigung erhielten auch eine Impfung. Aktuell werden noch Personen aus den ersten beiden Prioritäten geimpft. Erst wenn aus diesen Gruppen alle Menschen ein Angebot erhalten haben, kann im Kreis Börde auch in Prioritätsgruppe 3 geimpft werden. Wann das sein wird, ließ der Landkreis offen.

Landkreis Mansfeld-Südharz

Ähnlich weit ist auch der Landkreis Mansfeld-Südharz mit seiner Impfkampagne. Der Kreis teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, dezentral in den Kommunen gebe es noch letzte Impfungen in der ersten Gruppe. Sonst werde bereits Gruppe 2 geimpft. Weil es genug Impfstoff von Astrazeneca gab, ist nach Vorgabe des Landes in Teilen auch schon in der 3. Gruppe geimpft worden. Wann in der Gruppe grundsätzlich geimpft werden kann, hänge von den Impfstofflieferungen ab. Impftouristen gibt es in Mansfeld-Südharz demnach nur noch selten. Sie werden nicht abgewiesen. Vom Kreis hieß es dazu, es gelten die Bundesregelungen.

Saalekreis

"Im Landkreis Saalekreis werden ab sofort auch Personen aus der 3. Priorisierungsgruppe geimpft", heißt es wörtlich in einer Antwort aus dem Saalekreis auf eine Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Dabei werden aber Über-60-Jährige, Personen mit Vorerkrankungen und Feuerwehrleute vorrangig geimpft. Wann die Priorisierung generell aufgehoben werden kann, hängt nach Landkreis-Angaben davon ab, wann alle Personen aus den ersten drei Gruppen geimpft worden sind oder ob Land und Bund die Priorisierung aufheben.

Burgenlandkreis

Im Burgenlandkreis fällt die Priorisierung beim Impfen. Das hat Landrat Götz Ulrich (CDU) auf der Pressekonferenz am Mittwoch angekündigt. Ab Montag gibt es demnach 1.400 Termine im Impfzentrum in Zorbau. Sie sind am Donnerstag ab acht Uhr für alle ab einem Alter von 16 Jahren buchbar. Ulrich sagte, der Burgenlandkreis belege bei den Erstimpfungen deutschlandweit einen Spitzenplatz. Das sei auch Dank des Impfstoffs aus Sachsen möglich.

Magdeburg

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) erklärte, dass in der Stadt in allen Pflege- und Krankeneinrichtungen die Patienten und die Mitarbeiter geimpft wurden, die sich impfen lassen wollten. Auch alle Lehrer seien geimpft. Das sei ein Riesenerfolg. In Priorität-Gruppe 3 zählt der Oberbürgermeister in Magdeburg rund 60.000 Menschen. Er habe pro Woche aber nur rund 3.000 Dosen für die Erstimpfung. Nach Rücksprache mit dem Sozialministerium werden bis auf Weiteres aus dieser Gruppe nur geimpft: Personen über 60, Personen mit einem ärztlich verbrieften erhöhten Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf und bis zu zwei Personen, die einen Menschen zuhause pflegen.

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Bildrechte: MDR/Unsplash/United Nations COVID-19-Response

Quelle: MDR/Anne Gehn-Zeller/Mario Köhne/Manuel Mohr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. April 2021 | 08:00 Uhr

4 Kommentare

MDR-Team vor 3 Wochen

Hinweis: Wahlhelfer und Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, gehören beide der Prioritätsgruppe 3 an. Beide Gruppen wurden wegen zu wenig Impfstoff in Magdeburg in dieser Woche zurückgestellt, während andere Teilgruppen mit Priorität 3 (darunter, über 60-Jährige, Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen) Termine buchen konnten. Laut Stadt sollen alle in der Priorität 3 genannten Berufsgruppen ab der nächsten Woche Impfangebote erhalten.

BerndG. vor 3 Wochen

Herr Trümper hat auch festgelegt,dass für Beschäftigten im Lebensmittelhandel nicht genügend Impfstoff da ist uns hat somit Termine gehänselt. Hauptsache die Wahlhelfer sind jetzt in der Priorität .

pit vor 3 Wochen

Hört sich bei der Erstimpfung sehr gut an, auch dank der Arbeit von Landraten , Bürgermeistern, DRK , Pflegedkiensten ,das Impfen in Städten und Gemeinden für die aufgerufenen Gruppen realisieren. Z.B. Kreis Stendal.
Leider sieht die Zweitimfung sehr schlecht aus. SCHLUSSLICHT !!!!!
Grund: Gesundheitsministerin hat unseten Impfstoff an Nachbarländer verhöckert.
Bloss gut das der OB Trümper ordentlich dagegen hält .

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