Coronapandemie Fragen und Antworten zum Schulstart in Sachsen-Anhalt

Am Donnerstag beginnt in Sachsen-Anhalt das neue Schuljahr. Sind die Schulen nun besser auf die Coronapandemie eingestellt? Droht erneut Homeschooling? Wie steht es um Luftfilter und CO2-Ampeln? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mundschutzmaske hängt an einer Schulbank
Masken bleiben weiterhin in Schulgebäuden Pflicht. Bildrechte: IMAGO / Michael Weber

Am Donnerstag beginnt in Sachsen-Anhalt das neue Schuljahr – und Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler hoffen, dass es weniger chaotisch wird als im vergangenen. Doch die sich abzeichnende vierte Welle zeigt, dass besonders Kinder und Jugendliche betroffen sein könnten.

Präsenz oder Homeschooling?

Von Homeschooling, Wechselunterricht und ausgesetzter Präsenzpflicht war das vergangene Schuljahr geprägt. Jetzt starten alle Schulen im Regelbetrieb. Für die Schülerinnen und Schüler gilt Präsenzpflicht. Ausnahmen davon soll es nicht geben. Erster Schultag ist Donnerstag, der 2. September.

Wie werden die Kinder geschützt?

Die Kinder müssen im Schulgebäude Masken tragen. Während des Unterrichts hingegen gibt es keine Pflicht zum Tragen des medizinischen Mund-Nasen-Schutzes.

An den Schulen gilt eine Testpflicht. Zu Beginn des Schuljahres wird öfter getestet, um mögliche Infektionen etwa von Reiserückkehrern zu erkennen. Gleich am ersten Schultag müssen sich alle Schülerinnen und Schüler sowie das Schulpersonal einem Schnelltest unterziehen, wie das Bildungsministerium mitteilte.

In den zwei folgenden Wochen werde dreimal pro Woche getestet. Danach soll zum bisherigen System von zwei Tests in der Woche zurückgekehrt werden, so das Ministerium. Vollständig Geimpfte und Genesene sind von der Testpflicht ausgenommen.

Unter welchen Vorraussetzungen müssen Schulen wieder schließen?

Die Entscheidung über Schulschließungen obliegt den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern, teilte das Bildunsgministerium MDR SACHSEN-ANHALT mit. Ausgeschlossen sind sie somit nicht.

Wie werden Lehrer und Lehrerinnen in der Corona-Zeit unterstützt?

Lehrerinnen und Lehrer werden mit FFP2- sowie medizinischen Mund-Nasen-Schutz ausgestattet, teilte das Bildungsministerium mit. Für das Landespersonal an öffentlichen Schulen stünden zudem Medizinerinnen und Mediziner für Erstauskünfte und -beratungen rund um das Thema Covid-19 zur Verfügung. Außerdem könnten bei entsprechenden Problemstellungen auch Arbeitspsychologinnen und -psychologen hinzugezogen werden.

Wie steht es um Luftfilter in den Klassenräumen?

Das Bildungsministerium soll auf Beschluss der Landesregierung untersuchen, wie viele Räume an den Schulen im Land nicht oder nicht ausreichend gelüftet werden können. Bis Ende August wollte das Ministerium die Zahlen dazu einholen. Im Anschluss erfolgt laut Bildungsministerium eine Analyse, die aufzeigen soll, wie viele Geräte benötigt werden. Dem Land Sachsen-Anhalt stünden für die Anschaffung der Filter rund 5,4 Millionen Euro Fördermittel des Bundes zur Verfügung, die mindestens in gleicher Höhe durch Eigenmittel des Landes kofinanziert würden.

Eine Aussage, wann alle betroffenen Klassenräume mit Luftfiltern ausgestattet sind, wollte das Ministerium nicht machen. Zum einen, weil die Anschaffung der Geräte dezentral über die Schulträger erfolgen müsse. Zum anderen hingen die Anschaffungen auch von der Martklage ab.

Werden CO2-Ampeln eingesetzt?

Das Land stellt laut Bildungsministerium rund 6,5 Millionen Euro zur Verfügung, damit sich Schulen mit Kohlendioxid-Messgeräten, sogenannten CO2-Ampeln, ausrüsten können. Gefördert werden Geräte, die maximal 300 Euro kosten. Pro Schule stehen weitere 500 Euro für Versand und Installation bereit. Wie viele Geräte bereits in den Schulen sind, konnte das Ministerium nicht sagen, da die Beschaffung dezentral über die Schulträger organisert werde.

MDR/Max Schörm, Fabian Frenzel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. September 2021 | 17:00 Uhr

6 Kommentare

Rain Man vor 3 Wochen

Interessant ist doch, dass ab Oktober nur noch stichprobenartig in den Schulen getestet werden soll! Damit wird dann doch eine Impfpflicht für Schüler durch die Hintertür installiert. Schüler bekommen dann nämlich nicht mehr ihren zweitäglichen Teststatus in die Hand. Wenn dann ein Kind bzw. Schüler noch ein Gesellschaftliches Leben pflegen will, muss es/er sich wohl oder übel impfen lassen. Perfide!

Erichs Rache vor 3 Wochen

@eeee

Man möchte es kaum glauben, dass und wie Haselhoff & Co dabei "nachgeholfen" haben. :-))))

Zitat aus der WiWo:
"„Die Familienpolitik der Union hat zum Ziel, dass durch mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit und durch günstigere Rahmenbedingungen mehr Kinder in Deutschland geboren werden.“ Aus Fraktionskreisen heißt es, dass konkrete Gedanken zur Erhöhung der Geburtenrate nicht einmal ansatzweise diskutiert wurden.
Fragt man im federführenden Bundesinnenministerium nach, kommen fatalistische Antworten: „Wir können nicht den Bürgern sagen: Kriegt mehr Kinder!“, sagt Kai-Andreas Otto, der für die Demografiestrategie zuständige Unterabteilungsleiter im Bundesinnenministerium. „Eine Frontalstrategie“, so Otto, würde von den Menschen missverstanden. Das passe nicht in eine „aufgeklärte Gesellschaft“.

Vgl. WiWo, "Bevölkerung - Der große Demografie-Bluff ", 2013

ElBuffo vor 3 Wochen

Na mal gut, dass die Reiserückkehrer alle erst heute zurückgekommen bzw. pünktlich zum Schulstart gefährlich sind. Die letzten zwei Monate muss das wohl nicht so gefährlich gewesen sein.

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