Fünf Orte, Fünf Folgen Zurück in der Friedensstraße – Ein Blick hinter die Kulissen

Vor drei Jahren besuchte MDR SACHSEN-ANHALT für die Reihe "Wir sind die Friedensstraße!" die Menschen, die dort wohnen. Nun sind sie an fünf Orte zurückgekehrt. Ein Gespräch mit den beiden Autorinnen.

Eine Frau steht vor einem Graffito
"In Nicht Corona-Zeiten wären wir näher an die Menschen rangekommen" – MDR-Reporterin Christin Jucheim. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ihr wart lange auf Tour und in den fünf Orten unterwegs, um Menschen zu treffen und zu erfahren, was sich in all der Zeit verändert hat. Wie hat die Pandemie sich auf die Dreharbeiten ausgewirkt?

Christin Juchheim: Auf jeden Fall auf die Planung. Wenn man morgens um sieben los wollte, ist man schon um sechs gestartet, weil man vorher noch zum Testzentrum musste. Das war ein ganz schöner Aufwand. Aber das hat sich gelohnt. Ich denke, in Nicht-Corona-Zeiten wären wir aber noch näher rangekommen an die Protagonisten, das war schon schade.

Nicole Grziwa: Und das wir natürlich keinen normalen Alltag begleiten konnten. Das hat einen großen Unterschied gemacht hat. Wir haben auch immer wieder gefragt, was machen Sie denn so den ganzen Tag? Und teilweise kam so die Antwort: 'Nichts. Wir können gerade nichts tun.' Das war schon eine Hürde für uns in diesem Format. Weil wir gesagt haben, wir wollen viele Aktionen haben, aber das ging nicht.

Christin Juchheim: Der Kameramann will natürlich auch immer viel Bewegung. Das Leben ist bei vielen Leuten gerade wie eingefroren. Und das kann man dann auch nicht herbeizaubern. Und dann sind wir mit einer Familie eben mit auf den Spielplatz gegangen. Weil es nun mal die einzige Beschäftigung ist von jungen Familien. Mit den Kindern draußen zu sein. Und normalerweise wäre irgendein Kinderfest oder so.

Zurück in der Friedensstraße.
Die Friedensstraße – ein Ort der Begegnung. Bildrechte: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE

In wenigen Wochen sind in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen. Welche Rolle hat das bei euren Gesprächen mit den Menschen gespielt? Wie ist die Stimmung im Land?

Christin Juchheim: Ich war überrascht, wie wenig das Thema war. Ich hatte eher das Gefühl, dass die Leute gerade gar keinen Kopf dafür haben. Dass sie sagen, ich habe jetzt meine Sorgen im Alltag und will die gerade wuppen. Und ich kann mir grad nicht soviel Gedanken machen über die Landespolitik.

Nicole Grziwa: Allerdings, gerade Menschen, die Unternehmen führen, die haben schon stark geschimpft, dass die Corona-Hilfen nicht ankommen. Aber das richtet sich natürlich eher an die Bundesregierung. An die Landesregierung richtete sich eher die Kritik an den Verordnungen.

Eine junge Frau steht vor einem mit Grün bewachsenem Zaun
"Gerade Menschen, die Unternehmen führen, die haben schon stark geschimpft" – MDR-Reporterin Nicole Grziwa. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn ihr in drei Jahren wieder an die Orte zurückkehren würdet. Was würdet Ihr dann fragen?

Nicole Grziwa: Ich wäre gespannt darauf, wie alles weitergegangen wäre für alle. Meine erste Frage wäre da ganz einfach: Wie geht es Euch?"

Christin Juchheim: "Und ich finde es ganz spannend, dass wir vor drei Jahren die Friedensstraße vor Corona besucht haben, jetzt während Corona und wollen wir mal hoffen, dass das Ganze in drei Jahren geschafft ist, dass man dann darüber redet, wie ist es dann ist: Trifft sich die Mundartgruppe wieder? Wie waren die ersten Treffen? Welche Langzeitfolgen gibt es? Ich glaube, da gibt es noch viele Fragen, die wir stellen könnten.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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