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Über das Projekt

Welche Daten haben wir für unsere Auswertung verwendet?

Für das Kapitel "Gestern" sind Daten und Statistiken vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) (Lohnhöhe und Lohnwachstum im Zeitraum 1993-2012) und von der Bundesagentur für Arbeit (Sozialversicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelte im Zeitraum 2014-2018) genutzt worden.

Statistiker des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung haben für den MDR Daten von mehr als 425.000 Befragten des Portals Lohnspiegel.de ausgewertet. Die Zahlen basieren auf einer kontinuierlichen Online-Umfrage unter Erwerbstätigen in Deutschland. Nach Angaben des WSI ist die Umfrage nicht-repräsentativ, erlaubt aber aufgrund der Fallzahlen detaillierte Einblicke in die tatsächlich gezahlten Entgelte. Diese Datensammlung ist Grundlage für das Kapitel "Heute".

Für das Kapitel "Morgen" haben wir uns die Substituierbarkeitspotenziale in Sachsen-Anhalt angeschaut und dafür Daten des IAB verwendet.

Welche Gehaltsstatistiken gibt es?

Es gibt viele unterschiedliche Statistiken, die Löhne in Deutschland auf bundesweiter und regionaler Ebene erfassen. So veröffentlicht unter anderem die Bundesagentur für Arbeit (BA) regelmäßig eine Beschäftigungsstatistik und führt einen sogenannten Entgeltatlas. Hier werden durchschnittliche Löhne, die sogenannten Medianentgelte, der unterschiedlichen Berufsgruppen dargestellt.

Auch das IAB, ein Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit, führt Statistiken über die Höhe der Löhne - unter anderem auf Kreisebene. Die Grundlage für die Berechnungen in beiden Statistiken ist dabei gleich: die einzelne sozialversicherungspflichtig beschäftigte Person, die in Vollzeit arbeitet.

Außerdem gibt es noch Lohndaten der Statistischen Landesämter. Der Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder", dem unter anderem die Statistischen Landesämter und das Statistische Bundesamt angehören, erfasst zusätzlich noch Teilzeitarbeitnehmer, Beamte, Selbstständige und Soldaten – jedoch mit einem anderem deutschlandweiten Konzept.

Der Lohnspiegel des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung erhebt in einer kontinuierlichen Online-Umfrage die Daten.

Auch das Statistische Bundesamt veröffentlicht Lohndaten, aber auf einer anderen Datengrundlage. Hier ist eine Umfrage die Basis.

Wie werden die Löhne berechnet?

Laut Michaela Fuchs vom IAB unterscheiden sich die Statistiken hauptsächlich in der Methodik und Aufbereitung der Daten. Die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlicht zum Beispiel das sozialversicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgeld. Dort wird das Medianentgelt der Personen auf Landesebene betrachtet. Das heißt, die eine Hälfte der Personen verdient weniger und die andere verdient mehr als Medianentgelt.

Beim IAB wird dagegen mit sogenannten Individualdaten gearbeitet. "Das heißt, wir wissen, was die einzelne Person verdient", so die Wissenschaftlerin. Diese Daten dürften aus datenschutzrechtlichen Gründen aber nicht veröffentlicht werden. In den Statistiken des IAB werden also die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten, die in Deutschland arbeiten bzw. die ihren Arbeitsort in der Region haben, erfasst.

Da Arbeitgeber in der Jahresmeldung zur Sozialversicherung die Gehälter angeben müssen, kenne man die Löhne bis zur Beitragsbemessungsgrenze "auf den Euro genau", erklärt Michaela Fuchs. Aus diesen und weiteren Rohdaten werden dann die Gehälter auf beispielsweise Kreisebene berechnet.

Jedoch fließen nur die Daten von Vollzeitbeschäftigten ein. Bei Teilzeitbeschäftigten wäre eine Vergleichbarkeit nicht gegeben, da nicht erfasst wird, auf wie viele Stunden sich die Teilzeit bezieht. Fuchs erklärt: "Wir wissen nur, was eine Person verdient, aber nicht wie viel Stunden sie arbeitet."

Ebenso fließen beispielsweise Selbstständige und Beamte nicht in die Statistik mit ein. Laut Aussage von Michaela Fuchs beschreiben die Statistiken des IAB aber den "absoluten Großteil der Erwerbstätigen", da die sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen ausmache.

Warum kann man nicht die gesamte Zeit von 1990 bis 2018 betrachten?

Wenn man über einen großen Zeitraum hinweg eine Gehaltsentwicklung vergleichen will, stößt man oft auf Schwierigkeiten in der statistischen Erhebung der Daten. "Es gibt keine einzige konsistente Zeitreihe irgendwo", so Michaela Fuchs, Wissenschaftlerin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Gründe dafür liegen zum Beispiel bei Änderungen in der Vollzeit- und Teilzeiterfassung. "2011/2012 war das der Fall. Da sind ganz viele Daten hier bei uns verzerrt", so die Wissenschaftlerin. Außerdem gibt es Änderungen bei der Klassifikation der Wirtschaftszweige. Wenn sich Berufsbilder- und beschreibungen ändern, ist eine Vergleichbarkeit schwierig.

Für das Projekte "Gestern, heute, morgen" haben wir uns deshalb für eine Kombination von verschiedenen Datensätzen entschieden, um eine möglichst hohe Aussagekraft zur Vergleichbarkeit zu erreichen.

Quelle: MDR /mm,mp