Corona statt Influenza So verläuft die Grippe-Saison in Sachsen-Anhalt bislang

Manuel Mohr
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Im Vergleich zu den Vorjahren sind in Sachsen-Anhalt bisher erst wenige Grippefälle gemeldet worden. Ob die restliche Grippe-Saison allerdings auch so mild verlaufen wird, ist noch nicht absehbar.

Eine Frau liegt im Bett und zieht sich ihre Bettdecke über Mund und Nase.
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Seit Herbst 2020 wurden in Sachsen-Anhalt insgesamt 23 Grippefälle registriert. Im Vergleich zu den vergangenen fünf Grippesaisons ist das bis zum aktuellen Zeitpunkt ein sehr niedriger Wert. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Landesamts für Verbraucherschutz (LAV) hervor, die bis einschließlich vergangenen Sonntag (Ende der dritten Kalenderwoche) vorliegen:

Auch deutschland- und weltweit berichten RKI und die Weltgesundheitsorganisation WHO von einer deutlich niedrigeren Grippe-Aktivität als noch im Vorjahr.

Die saisonale Influenza ("echte" Grippe) löst jedes Jahr in Deutschland im Winterhalbjahr eine Grippewelle in unterschiedlichem Ausmaß aus. Hauptsächlich zirkulieren Grippeviren zwischen der 40. Kalenderwoche (KW) eines Jahres und der 20. KW des Folgejahres – also etwa von Oktober bis Mitte Mai. Dieser Zeitraum wird als Grippesaison bezeichnet.

Unterschied von Erkältung und Grippe

Während eine Erkältung (grippaler Infekt) durch eine Vielzahl von Viren ausgelöst werden kann, wird die echte Grippe nur durch eine Infektion mit Influenzaviren ausgelöst. Starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Gliederschmerzen, trockener Husten und ein allgemein sehr starkes Krankheitsgefühl deuten auf eine Ansteckung mit Influenzaviren hin. Ob sie wirklich vorliegt, ist nur durch einen Labortest nachweisbar.

Weiterer Verlauf der Grippe-Saison noch offen

Ob die Grippe-Saison in Sachsen-Anhalt angesichts der aktuell geringen Fallzahlen auch weiterhin so mild verläuft, ist nicht vorhersehbar. In den vergangenen Jahren begannen Hochphasen der Grippewelle zwar meistens im Januar, doch gibt es immer wieder Ausreißer. 2009 beispielsweise gab es bereits sehr früh schon im Herbst zahlreiche Fälle, 2015 erst relativ spät ab Mitte Februar:

Corona-Maßnahmen bremsen auch andere Infektionskrankheiten aus

Nach Angaben der Krankenkasse DAK-Gesundheit wirkten sich die Corona-Maßnahmen in Sachsen-Anhalt auch noch auf weitere Infektionskrankheiten aus. Neben weniger Grippe-Fällen war im Jahr 2020 vor allem der Rückgang der Norovirus-Infektionen besonders deutlich. Eine solche Infektion löst eine akute Magen-Darm-Erkrankung mit teilweise heftigem Erbrechen und Durchfall auslösen. Die Zahl der gemeldeten Norovirus-Fälle sank von gut 8.300 auf knapp 2.850 und damit um rund 66 Prozent.

"Der Rückgang der Infektionskrankheiten zeige, dass die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie überwiegend auch die Übertragung anderer gefährlicher Krankheiten verhindert hat", sagte DAK-Landeschef Steffen Meyrich. Die DAK-Gesundheit hat nach eigenen Angaben als eine der großen Krankenkassen bundesweit rund 5,6 Millionen Versicherte, davon gut 120.000 in Sachsen-Anhalt.

Recherche/Redaktion: MDR, epd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 28. Januar 2021 | 12:00 Uhr

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