Kläranlagen untersucht Projekt aus Halle: Abwasser als Frühwarnsystem gegen Corona

Abwasser kann zeigen, wie hoch das Corona-Aufkommen in einer Region ist. Das haben Forschende aus Halle mit Hilfe eines Projekts bewiesen. So könnten ihre Ergebnisse zukünftig als Corona-Frühwarnsystem im Land fungieren, wenn es weiter gefördert wird. Diese Entscheidung steht noch aus.

Seit mehr als einem halben Jahr hat das Landesamt für Umweltschutz (LAU) in Halle testweise Abwasser aus vier Kläranlagen in Sachsen-Anhalt auf das Coronavirus untersucht. Bei diesem Testlauf konnte ein Zusammenhang zwischen der Menge der Corona-RNA im Abwasser und den Inzidenzzahlen beobachtet werden, wie die Behörde nun mitteilte. Eine Weiterführung des Projektes als Frühwarnsystem ist laut LAU "sinnvoll" und auch realisierbar. "Das Infektionsgeschehen kann durch die Abwasserbeprobung ähnlich gut abgebildet werden wie derzeit durch die massenhaften Corona-Tests", teilte eine Sprecherin des LAU mit.

Auch in Thüringen gibt es aktuell so ein Projekt, das vom Land für insgesamt acht Monate mit 430.000 Euro gefördert wird:

Fortsetzung des Projekts: Entscheidung steht noch aus

Für eine Fortsetzung der Untersuchungen im kommenden Jahr müssten jedoch noch die Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehören laut LAU eine personelle Aufstockung sowie die Anschaffung eines neueren Untersuchungsgerätes und der "benötigten Verbrauchsmaterialien". Das Umweltministerium unterstütze eine Fortsetzung, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Ergebnisse könnten unter anderem künftig durch Behörden genutzt werden, um Auftreten, Intensität und genetische Variationen von Corona-Varianten zu erkennen.

Die endgültige Entscheidung setze allerdings noch Haushaltsentscheidungen des Landtags voraus. "Einerseits geht es darum, die Ergebnisse künftig in die praktische Pandemiebekämpfung einfließen zu lassen. Andererseits könnte Abwasser-Screening über die Corona-Pandemie hinaus ein Mittel sein, um die Ausbreitung von Krankheiten frühzeitig zu erkennen", bekräftigte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Die Untersuchungen des Abwassers als Früh- und Entwarnungssystem sollten nach Ansicht der untersuchenden Wissenschaftler ergänzend zur Teststrategie eingesetzt werden.

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Quelle: dpa, MDR/Johanna Daher

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