Vorbereitung auf Katastrophenfälle Viele Alten- und Pflegeheime im Burgenlandkreis ohne Notstromversorgung

Für den Fall von schweren Stromausfällen müssen Alten- und Pflegeheime im Burgenlandkreis besser vorbereitet werden, sagen Katastrophenschützer. In vielen Einrichtungen fehlen Notstromaggregate. Kurzzeitig könnten zwar Feuerwehren aushelfen – doch auch die haben nur wenige entsprechende Geräte zur Verfügung.

Sicherungskasten bei Stromausfall im Taschenlampenlicht.
Wenn der Strom ausfällt, hilft ein Sicherungskasten erst einmal wenig. Es braucht Notstromaggregate. Doch davon gibt es oft zu wenige. Bildrechte: imago images / Frank Sorge

Alten- und Pflegeheime im Burgenlandkreis sind offenbar nur ungenügend auf Katastrophenfälle vorbereitet. Anfragen von MDR SACHSEN-ANHALT ergaben, dass die meisten Heime über keine Notstromversorgung verfügen.

Betreiber sind verantwortlich

Das würde bedeuten, dass im Ernstfall Patienten, die auf technische Geräte angewiesen sind, nur mit hohem personellen Aufwand versorgt werden könnten. Von der Kreisverwaltung hieß es: "Ob und, wenn ja, in welchem Ausmaß derartige Einrichtungen mit einer Notstromversorgung ausgerüstet werden, obliegt den Betreibern."

Zwei Renter in einem Altersheim im Rollstuhl
Alten- und Pfegeheime im Burgenlandkreis könnten im Katastrophenfall Probleme mit der Notstromversorgung bekommen. (Symbolbild) Bildrechte: MDR exakt

Was ist Notstrom und wann wird er gebraucht?

Wenn der Strom ausfällt, sind im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet, beispielsweise in Alten- und Pfegeheimen oder Krankenhäusern. Notstrom wird genutzt, um in solchen Fällen die Versorgung sicherzustellen. Die Systeme, sogenannte Notstromaggregate, fangen innerhalb von Sekunden an zu arbeiten.  

Auch Feuerwehr fehlen Notstromaggregate

Kurzzeitig könnten zwar die Feuerwehren aushelfen, dennoch räumte der Landkreis auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT ein, auch diese hätten im Burgenlandkreis nur eine geringe Zahl an Notstromaggregaten.

Hilfsorganisationen und Katastrophenschützer im Landkreis bedauern, dass es seit mindestens drei Jahren keine Großübung gab. Zuletzt habe man 2017 für den Katastrophenfall zwar geübt, allerdings nur in der Form, das alles auf dem Papier durchzuspielen. Normalerweise ist der Landkreis zu einer organisationsübergreifenden Übung alle fünf Jahre verpflichtet.

MDR/Marie-Luise Luther, Gero Hirschelmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 30. Juli 2021 | 12:00 Uhr

5 Kommentare

Steffen 1978 vor 8 Wochen

Wie immer sind das Kosten die niemand tragen möchte auf den Katastrophenfall sind nicht einmal die Energieversorger vorbereitet man denke an den Personalmangel eine notstrom und Wasserversorgung lässt sich nicht mal eben schnell errichten wie in Gedanken so mancher ahnungslosen

A.d.R. is Back vor 8 Wochen

So etwas gab es in der untergegangenen Republik gar nicht, selbst das kleinste Objekt das für die Bevölkerung zuständig war, ist für solche Fälle ausgerüstet gewesen.
Sowas ist typisch für den einspar Kapitalismus.

ElBuffo vor 8 Wochen

Wird dann schon genug zum Trinken da sein. Merkmal einer Katastrophe ist wohl, dass dann nicht alles weiterläuft als wäre nichts passiert. Das wenigste von den 125 l pro Tag und Nase entfällt aufs Trinken. Viel eher wird die Frage spannend, wohin damit, wenn es unten wieder rauskommt und auch die Abwasserebtsorgung hinüber ist.

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