Fundort der Himmelsscheibe Arche Nebra wird für drei Millionen Euro modernisiert

Das multimediale Besucherzentrum Arche Nebra nahe des Fundorts der Himmelsscheibe von Nebra kann für mehr als drei Millionen Euro modernisiert werden. 2007 war das Ausstellungsgebäude eröffnet worden. Die Besucherzahlen liegen bislang unter den Erwartungen.

Arche Nebra, Besucherzentrum der Himmelsscheibe Nebra
Die im Jahr 2007 eröffnete Arche Nebra ist 60 Meter lang und bis zu 19 Meter hoch. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Das multimediale Besucherzentrum in der Nähe des Fundorts der Himmelscheibe von Nebra im Burgenlandkreis wird umfangreich modernisiert. Insgesamt geht es um elf Teilprojekte im Innen- und Außenbereich. Am Donnerstag wurde dafür ein Fördermittelbescheid über fast drei Millionen Euro in Nebra an Landrat Götz Ulrich überreicht. Der Burgenlandkreis finanziert die Modernisierung mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums. Nach Angaben der Arche Nebra hatte der Bau vor rund 15 Jahren knapp 3,5 Millionen Euro gekostet und war von EU, Bund und Land gefördert worden.

Neue Technik, Erlebnisstationen, abschließbare Fahrradkabinen

In der Arche Nebra sollen das Planetarium und die Dauerausstellung modernisiert werden und unter anderem mit einer begehbaren Wandinstallation sowie neuer Technik für Projektoren, Beamer und LED ausgestattet werden. Für mehr Barrierefreiheit werden beispielsweise automatische Türöffner installiert.

Dauerausstellung Arche Nebra
Blick ins Innere der Arche Nebra. Bildrechte: Andreas Stedtler

Auch der Außenbereich soll verbessert werden, wie es laut Geschäftsführerin der Kulturbetriebe des Burgenlandkreises Wunsch der Besucher war: Am Parkplatz, vor dem Besucherzentrum und am direkten Fundort der Himmelsscheibe sollen fünf Erlebnisstationen entstehen. Direkt an der Arche Nebra wird vor allem für Jugendliche ein Lern- und Erlebnisort in Form eines begehbaren UFOs gebaut. Außerdem sollen große Gepäckschließfächer und abschließbare Fahrradkabinen am Parkplatz geschaffen werden.

Sachsen-Anhalt Staatssekretär für Wirtschaft und Tourismus, Gert Zender, sagte: "Ich bin davon überzeugt, dass der Reise-Boom im Inland auch nach der Corona-Pandemie anhalten wird. In der "Arche Nebra" werden jetzt die Weichen gestellt, um mit dem Zugpferd Himmelsscheibe daran teilzuhaben."

Reise in die Bronzezeit

Daueraustellung Arche Nebra
In der Arche Nebra gibt es auch ein Planetarium. Dort sehen die Besucher den Sternenhimmel der Bronzezeit. Bildrechte: J. Lipták

Das Ausstellungsgebäude samt digitalem Planetarium wurde im Jahr 2007 eröffnet und zeigt den Besuchern die Zeit vor 3.600 Jahren. Am Fundort der Himmelsscheibe selbst, auf dem Mittelberg, steht ein Aussichtsturm. Die Besucherzahlen der Arche Nebra – mit 60.000 jährlich – liegen bislang unter den Erwartungen.

Das Informations- und Erlebniszentrum Arche Nebra hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt zusätzlich Themenabende wie "Sternenfunkeln im Herbst" und Familiensonntage.

Älteste Darstellung des Kosmos Die Himmelscheibe von Nebra ist weltweit die älteste konkrete Darstellung des Kosmos. 1999 von zwei Raubgräbern entdeckt und 2002 sichergestellt, wird das Original seitdem im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle als Teil der Dauerausstellung gezeigt.

MDR/Matthias Schliesing, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT I Studio Halle | 23. September 2021 | 06:30 Uhr

10 Kommentare

Milow.Bi vor 3 Wochen

Ich fasse es nicht dass noch der kurzen Zeit noch einmal 3 Millionen dafür (für was) ausgegeben werden sollen. In diesen Zeiten sollte man doch an dringender Projekte denken...z.B. Klimaanlagen für die Schulen!

part vor 3 Wochen

Ich war vor 2 Jahren in dieser Ausstellung und konnte keine Baumängel oder Mängel an der Technik feststellen. Jedoch ein Fußweg von einem halben Kilometer bergauf ist auch für ältere Menschen gewöhnungsbedürftig, für Behinderte noch schwerer. Wo wäre das Problem gewesen gleich richtig zu planen mit der Parkfläche? Die eigentliche Scheibe ist nur mit einem Shuttlebus erreichbar, zu umständlich und nicht preiswert und zeitraubend. Wenigstens die Landschaft gibt einiges her. Dort aber noch mal 3 Millionen € zu versenken halte ich für total überzogen, bei gleichbleibender Barriere zum Besuch. Mit mehr unnötigen Schnickschnack kommen auch nicht mehr Besucher, besonders immer wieder. Mit einem Parkplatz, so groß wie beim kleinsten Discounter kann man nicht die Besucherzahlen steigern, wo dann immer rundherum Umleitungen den Ausflugsspaß trüben. Daneben liegt die Unstrut, aber kein Bootsverleih im Ort, der für die landschaftliche Entdeckung sorgt. Rundumpaket statt unnötige Nachbesserung...

Harka2 vor 3 Wochen

Man muss schon sehr interessiert für das Thema sein und eine gute Begleitaustellung dazu bekommen, um sich die mühsame Anfahrt wirklich anzutun. Ich hatte Ötzi und die Begleitaustellung war gut, jedoch insgesamt war das zu wenig. Ich habe es mit Memleben und Wiehe kombiniert, da war die stundenlange Anreise aus Weimar vertretbar. Allein wegen der vor Ort gar nicht mal vorhandenen Himmelsscheibe fahre ich da aber nicht noch mal hin, zumal ich bei allen vier Besuchen vom Fundort aus nichts sehen konnte (mieses Wetter auf dem Turm, keine Fernsicht). Unstruttal halt.

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