Sanierung Bauverzug bei Schwimmhalle in Weißenfels – Stadt will Planungsfehler gerichtlich prüfen

Das Hallenbad in Weißenfels wird saniert. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits beendet sein, doch jetzt zeichnet sich eine weitere Verzögerung ab. Die Stadt macht schwerwiegende Planungsfehler des beauftragten Büros dafür verantwortlich. Ob dem so ist, soll nun gerichtlich geklärt werden. Für die Finanzen der Kommune und das Schulschwimmen hat die Situation beträchtliche Folgen.

In einer Schwimmhalle nehmen Schülerinnen und Schüler während der Ferien am zusätzlich angebotenen Schwimmunterricht teil.
Besonders auf das Schulschwimmen wirkt sich der Bauverzug beim Hallenbad in Weißenfels aus. Bildrechte: dpa

Bei der Sanierung der Schwimmhalle Weißenfels wird es weitere Verzögerungen geben. Wie Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) MDR SACHSEN-ANHALT sagte, könne das Projekt erst nach den Winterferien des kommenden Schuljahres abgeschlossen werden, also anderthalb Jahre später als geplant.

Zunächst Corona und Baustoffmangel als Gründe vermutet

Ein Mann im Portait schaut in die Kamera.
Weißenfels Oberbürgermeister Robby Risch will die Gründe für den Bauverzug bei der Schwimmbadsanierung gerichtlich prüfen lassen. Bildrechte: MDR / Attila Dabrowski

Wie der Politiker berichtete, seien zunächst die Corona-Pandemie und der Baustoffmangel als Gründe für die Verzögerungen vermutet worden. Inzwischen hätten sich jedoch schwerwiegende Planungsfehler auf Seiten des beauftragten Planungsbüros abgezeichnet. In einem Gutachten wolle die Stadt die Unterlagen jetzt prüfen lassen.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, will die Kommune den Fall vor Gericht klären lassen. Denn die Kosten für die Verzögerungen hätten sich bereits auf einen mittleren sechsstelligen Betrag summiert, sagte der Oberbürgermeister. Das Geld wolle man gern wiederhaben.

Probleme für das Schulschwimmen

Nach einer gerichtlichen Klärung gebe es dann zwei Möglichkeiten, so Risch. "Die eine ist, dass die Stadt hat die Mehrkosten zu tragen hat, weil es objektiv unvermeidbar war oder dass wir auf Schadenersatz drängen."

Problematisch findet das Stadtoberhaupt außerdem, dass die Pläne für das Schulschwimmen überarbeitet werden müssten. Es werde nun versucht, diesen Unterricht als Block in den Schwimmhallen in Naumburg und Leuna durchzuführen. Es sei allerdings noch unklar, ob es dort die entsprechenden Kapazitäten gibt. Auch müsse der Transport durch das Busunternehmen neu geplant werden, was weitere Kosten verursache.

MDR (Attila Dabrowski, Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Juli 2022 | 16:30 Uhr

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