Teuchern im Burgenlandkreis Bürgermeister muss nach Corona-Demo-Auftritt Fragen beantworten

Seine Äußerungen zu Corona-Regeln auf einer Demonstration haben für den Bürgermeister von Teuchern Folgen: Der Landkreis hat ihm jetzt einen Fragenkatalog zugeschickt. Der Kommunalpolitiker soll sich dazu äußern, wie er zur Pandemie-Eindämmung beiträgt.

Neben einer befahrenen Straße in Teuchern steht ein Ortseingangsschild.
Teuchern liegt im Burgenlandkreis. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Der Bürgermeister von Teuchern im Burgendlandkreis, Marcel Schneider (parteilos), muss nach einem umstrittenen Auftritt bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen einen Fragenkatalog der Kommunalaufsicht des Burgenlandkreises beantworten. Das bestätigte eine Sprecherin des Landkreises am Dienstag.

"Darin wird abgefragt, wie er in der Stadtverwaltung Teuchern die ihm als Dienstvorgesetzten und Arbeitgeber obliegenden Pflichten zur Eindämmung der Pandemie genau erfüllt. Hierzu müssen auch Unterlagen vorgelegt werden", teilte die Sprecherin mit.

Marcel Schneider, Bürgermeister von Teuchern
Marcel Schneider hatte einige Corona-Regeln im Dezember als "unsinnig" bezeichnet. (Archivbild) Bildrechte: MDR

Bürgermeister musste zum Gespräch ins Landratsamt

Nach Auswertung der Antworten soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Außerdem war Schneider kurz vor Weihnachten in das Landratsamt vorgeladen worden. "In dem Gespräch wurde er ermahnt, innerhalb des Amtes als Bürgermeister die erforderliche Mäßigung und Zurückhaltung zu üben, die für eine neutrale Amtsausübung unerlässlich ist", sagte die Sprecherin.

Schneider sprach von "unsinnigen Regeln" auf Demo in Naumburg

Anlass der Prüfung ist eine Rede Schneiders auf einer Demonstration im Dezember vergangenen Jahres in Naumburg. Dort hatte er gesagt, "die rote Linie ist überschritten, demokratische Verhältnisse sehe ich nicht mehr". Wer sich impfen lassen wolle, solle dies tun. Eine Impfpflicht lehne er jedoch ebenso ab wie die "unsinnigen Regeln" 2G und 2G-Plus. Später hatte Schneider seine Aussagen zum Teil relativiert. Dem Naumburger Tageblatt sagte er, er habe die Sorge ausdrücken wollen, dass Menschen sich nicht trauten, offen ihre Meinung zu sagen – hätte die Worte aber anders wählen müssen.

dpa, MDR (Fabian Frenzel, Kalina Bunk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Januar 2022 | 18:00 Uhr

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