Zufallsfund bei Ausgrabung Skelette am Naumburger Dom entdeckt

Am Naumburger Dom gibt es zurzeit für ein Forschungsprojekt archäologische Ausgrabungen. Dabei sind Skelette aus dem 15. bis 17. Jahrhundert entdeckt worden. Die Umgestaltung des Naumburger Domplatzes machte das möglich.

Ein Grabungsfeld mit mehreren Archäologen und Schaulustigen.
Bei Grabungen am Dom zu Naumburg wurden per Zufall Skelette aus dem 15. bis 17. Jahrhundert entdeckt. Bildrechte: MDR/Attila Dabrowski

An der Nordseite des Naumburger Doms wird momentan für ein Forschungsprojekt gegraben. Schon nach wenigen Tagen hat es einen Zufallsfund gegeben: Insgesamt 15 Skelette wurden bisher entdeckt. Sie gehören zu Menschen, die vermutlich zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert beigesetzt worden sind, wie Grabungs-Leiter Holger Rode MDR SACHSEN-ANHALT sagte.

Suche nach der Nordklausur

Grabungsleiter Holger Rode neben mehreren Skeletten.
Grabungsleiter Holger Rode auf dem Grabungsfeld in Naumburg Bildrechte: MDR/Attila Dabrowski

Geforscht wird eigentlich dazu, welche Gebäude-Reste sich unter dem heutigen Pflaster auf der Nordseite des Doms befinden. Da der Domplatz in Naumburg neu gestaltet werden soll, gibt es jetzt die Möglichkeit für archäologische Grabungen. "Wir haben einen ganz klaren Forschungsauftrag. Wir versuchen herauszufinden, wie es sich mit der Nordklausur des Domes verhalten hat", so Grabungs-Leiter Rode.

Schon seit 150 Jahren spiele die Frage nach dem mutmaßlichen Gebäudeteil an der nördlichen Seite des Doms in der Forschung eine zentrale Rolle. Die Archäologen vermuten eine Nordklausur. Sie könnte an der Grabungs-Stelle gestanden haben, oder zumindest könnte der Bau begonnen worden sein. Ziel der aktuellen Untersuchungen ist, Mauerreste unter dem jetzigen Fußboden zu finden.

Klausur Der Bereich, der zum Kloster gehört und nur den Mönchen zugänglich ist, heißt Klausur. Dazu zählen beispielsweise Dormitorium (Schlafbereich) und Refektorium (Speisesaal).

Teil der Skelette kommt nach Halle

Ein Teil der nun zufällig entdeckten Skelette soll nach Halle ins Archiv des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie gebracht werden. Die restlichen verbleiben unter der Erde nahe des Doms, wo sie vor hunderten Jahren bestattet worden waren.

Grabungsfläche mit Skeletten neben einer Außenmauer des Naumburger Doms.
Es ist möglich, dass noch weitere Skelette gefunden werden. Bildrechte: MDR/Attila Dabrowski

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MDR (Attila Dabrowski, Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Juni 2022 | 07:30 Uhr

2 Kommentare

Jedimeister Joda vor 2 Wochen

Störung der Totenruhe Leichenfledderei Friedhofsschändung . Spielt das alles keine Rolle. Oder ist es nur Effekthascherei. Ich will nicht in eurer Haut stecken.Joda

THOMAS H vor 2 Wochen

Auch wenn die Gebeine aus dem 15. bis 17. Jahrhundert sind, empfinde ich die öffentliche (ohne Sichtschutz) Ausgrabung, pietätlos.

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