Diskussionen um Strecke Naumburger Straßenbahn "Wilde Zicke" soll wieder im Ring fahren

130 Jahre alt wird die Naumburger Straßenbahn im kommenden Jahr. Die ersten 100 davon fuhr sie als Ringstraßenbahn und ist damit die älteste Ringstraßenbahn Europas. Nach mittlerweile 30 Jahren soll der Ring der "Wilden Zicke" um die Naumburger Altstadt wieder geschlossen werden. Nur über die Strecke gibt es noch Diskussionen.

Die historische Straßenbahn "Wilde Zicke" fährt durch Naumburg.
Die historische Straßenbahn "Wilde Zicke" fährt durch Naumburg. Bildrechte: dpa

Eigentlich hätte der Stadtrat von Naumburg im Burgenlandkreis noch im Dezember über den Ringschluss der "Wilden Zicke" entscheiden sollen. Die Stadt und die Naumburger Straßenbahn sind sich einig: Von drei vorliegenden Varianten soll es die Strecke entlang des Lindenrings sein. Der Ring war vor 30 Jahren stillgelegt worden.

Doch nach dem Einspruch der Fraktionen von CDU und den Linken zog die Verwaltung ihre Beschlussvorlage zurück. Dabei ist für Andreas Pehle, den Geschäftsführer der Straßenbahn, nur diese Strecke möglich. Sie ist seiner Aussage nach die einzige, die wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben wäre. Außerdem sei sie nicht so steil und damit mit den historischen Bahnen zu befahren.

Das ist die "Wilde Zicke"

Die ehemalige Ringstraßenbahn, seit ihrer Gründung auch "Wilde Zicke" genannt, ist heute der kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands – und die älteste Ringstraßenbahn Europas. Hier gibt es Informationen zu Fahrpreisen, dem Linienplan sowie die Ticketverkaufsstellen. Außerdem kann das historische Depot am Heinrich-von-Stephan-Platz 5 besichtigt werden.

Nun soll erst im März über den Lückenschluss befunden werden. Möglich ist das aber nur, weil die Beantragungsfrist für die benötigten Fördergelder bis dahin verlängert wurde. Die fehlenden 900 Meter Gleis wären als Geschenk zum 130. Geburtstag für die "Wilde Zicke" im nächsten Jahr genau richtig.

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MDR (Attila Dabrowski, Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 10. Dezember 2021 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

Burgfalke vor 24 Wochen

Nach 1990 hat der damalige OB alles getan diese für Naumburg und Umgebung einzigartige Straßenbahn zu "vernichten". Nur Dank vieler ehrenamtlich Helfer bzw. Straßenbahnfreunde konnte das teilweise verhindert werden. Daher Anerkennung für die Personen.

Als "Dank" hat man diesem "herausragenden" OB noch eine Art Denkmal (Theaterplatz wurde umbenannt) gesetzt. Sehr traurig diese unsägliche Tatsache.

Nach dem der alte Ring abgebaut wurden, gibt es nun eine Rückbesinnung gemeinsam unter CDU / Die Linke.
Der Sache zugewandt hoffe ich auf eine gute und erfolgreiche Lösung im Interesse der Bürger.

Sehr lange hat es gedauert bis auch aufgeschlossene Politiker erkannt haben, daß diese Straßenbahn neben dem Dom eine besondere Attraktion bedeutet und gepflegt werden muß.

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