Archäologie Skelette bei Ausgrabungen am Dom in Naumburg durch Vandalismus zerstört

Unbekannte haben mehrere Skelette in zwei Grabstätten am Naumburger Dom zerstört, die bei Ausgrabungsarbeiten freigelegt wurden. Die Skelette stammen vermutlich aus der Zeit zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Ein Grabungsfeld mit mehreren Archäologen und Schaulustigen.
Am Naumburger Dom wurden erst vor wenigen Tagen bei Ausgrabungen Skelette freigelegt (Archivbild). Mehrere wurden nun durch Vandalismus zerstört. Bildrechte: MDR/Attila Dabrowski

Unbekannte sind in der Nacht zum Freitag in die Ausgrabungsstelle am Naumburger Dom eingebrochen und haben dort mehrere Skelette in freigelegten Gräbern zerstört. Der Polizei zufolge kletterten die Vandalen dazu über den Zaun der Grabungsstelle. Aus ermittlungstaktischen Gründen gibt es derzeit keine weiteren Informationen zum Tathergang. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Grabungsleiter Holger Rode neben mehreren Skeletten.
Die Skelette waren erst vor wenigen Tagen entdeckt worden (Archivbild). Bildrechte: MDR/Attila Dabrowski

Suche nach Nordklausur des Doms

Bei den archäologischen Ausgrabungen wird nach Hinweisen zur ehemaligen Nordklausur des Naumburger Doms gesucht. Als Klausur wird der abgegrenzte Bereich für Mitglieder eines Ordens bezeichnet. Erst vor wenigen Tagen waren bei den Grabungen die Skelette, die wahrscheinlich aus der Zeit zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert stammen, zusammen mit 20 Gräbern und alten Mauerresten gefunden worden.

Die Grabungsarbeiten laufen im Vorfeld der geplanten Neugestaltung des Domplatzes und sollen Ende August abgeschlossen sein. Der Naumburger Dom St. Peter und St. Paul ist ein bedeutendes Kulturdenkmal aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters und gehört seit 2018 zum Unesco-Welterbe.

dpa, MDR (Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | MDR SACHSEN-ANHALT | 24. Juni 2022 | 17:30 Uhr

17 Kommentare

rijo vor 6 Wochen

Ich habe die Veröffentlichungen mit Interesse verfolgt und mich über den Fund gefreut, zeigt er doch einen weiteren Abschnitt zur Domgeschichte.

Verwundert war ich, als die Grabstätte zunächst als OFFEN dargestellt wurde.

Es war für mich eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann die Skelette beschädigt würden. Leider!
In der heutigen Zeit " normal".
Man kann sich ja daneben legen, fotografieren und ab in die Social Medien.

Es wäre vielleicht interessant sich als Ermittler mal in diesen Medien umzuschauen.

DER Beobachter vor 6 Wochen

Thomas - Vllt. zwingt diese Erfahrung dazu, neu darüber nachzudenken. Obwohl ich eigentlich immer ein Freund offen einsehbarer Grabungen war. Der Anblick lehrt ja (eigentlich) auch Respekt nicht nur vor diesem Beruf, sondern gerade auch vor dem Leben und Tod unserer Altvorderen...

THOMAS H vor 6 Wochen

DER Beobachter: M. M. nehmen es, in diesem Fall, die Verantwortlichen der Ausgrabungen in Kauf, daß durch die offene, nicht richtig geschützte Grabstelle (Bild), die Totenruhe durch andere gestört werden kann und dies ist für mich schon eine Störung der Totenruhe.

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