Brunnen wird gebohrt Neues Wasser für Hohenmölsens Mondsee

Seit Jahren sinkt der Wasserpegel des Mondsees im Burgenlandkreis. Das Tagebaurestloch war vor 30 Jahren geflutet worden. Nun wird ein Brunnen gebohrt und der See mit neuem Wasser gespeist.

Badegäste am Mondsee
Seit 2018 hat der See immer mehr Wasser verloren. Das vor 30 Jahren geflutete Tagebaurestloch speist sich nur durch Oberflächenwasser, also durch Regen und Schnee. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Rutsche steht im Trockenen, der Wasserspiegel liegt einen Meter unter Normal. Doch bald bekommt der Mondsee bei Hohenmölsen neues Wasser – der Bau eines Brunnens hat nach Angaben von Hohenmölsens Bürgermeister Andy Haugk bereits begonnen. "Wir sind mit dem Brunnenloch schon auf 110 Meter Tiefe, so dass wir noch in diesem Jahr beginnen werden, den Mondsee wieder zu füllen", sagte er MDR SACHSEN-ANHALT.

Freizeitpark Pirkau mit Mondsee. 2013
Bessere Zeiten für den Mondsee: Im Jahr 2013 stand die Rutsche noch im Wasser. Bildrechte: IMAGO / Rainer Weisflog

Der Mondsee im Burgenlandkreis Seinen Namen verdankt der See seiner Form – er ähnelt einer Sichel. 1990 begann die Flutung des Tagebaurestlochs, 1991 wurde er bereits zum Baden freigegeben, obwohl das Wasser erst 3,50m tief war. 1992 war die Flutung abgeschlossen. Der Mondsee ist mehr als einen Kilometer lang und etwa 200 bis 300 Meter breit. Am See kann gecampt oder beispielsweise in "Schäferwagen" übernachtet werden. Hunderte Meter langer Sandstrand und Liegewiese warten jedoch momentan auf Besucher, die durch Corona nicht kommen dürfen. Im Jahr 2003 war mit rund 160.000 Badegästen ein Besucherrekord erzielt worden.

Quelle: erholungspark-mondsee.de

Der Mondsee hat keinen Zufluss und führt schon seit 2018 zu wenig Wasser. Vor allem die hohe Verdunstung in den letzten Sommern machte dem See laut Geschäftsführerin des Erholungsparks Mondsee, Cornelia Holzhausen, zu schaffen. Sie ist froh, dass es mit der Bohrung nun voran geht. "Das ist die Testbohrung zur grundwasserführenden Schicht, das ist aber kein Trinkwasser", sagte sie MDR SACHSEN-ANHALT. Das Wasser müsse im nächsten Schritt "nach oben gezogen und geprüft werden". Danach sollen eine Pumpe und ein System zur Wasseraufbereitung installiert werden. "Erst dann darf das Wasser in den Mondsee", so Cornelia Holzhausen.

Drei Jahre Dauer

Weit mehr als 250.000 Euro werden investiert, ab Mitte August soll das Wasser aus der Tiefe dann in den See fließen.  Das wird laut Bürgermeister Haugk aber nicht in wenigen Monaten erledigt sein. "Wir gehen davon aus, dass wir zwei bis drei Jahre benötigen, bis der See wieder den Stand erreicht, den er gehabt hat", sagte er.

Wenn der See in einigen Jahren seinen alten Wasserstand erreicht haben sollte, wird der Brunnen trotzdem bestehen bleiben – nicht wie die anderen Brunnen, die den See vor Jahrzehnten mit Wasser gefüllt hatten. Geschäftsführerin Cornelia Holzhausen sagte: "Wenn er wieder gebraucht wird, wird er wieder aktiviert." Denn man wisse nicht, wie heiß und trocken die nächsten Jahre würden.

Trotz Corona zum Mondsee Auch wenn das Bad und der Campingplatz gerade nicht betrieben werden dürfen, kann man trotzdem am See spazieren gehen, Rad fahren oder den Spielplatz nutzen. Toilettenanlagen und Kiosk sind laut Geschäftsführerin Cornelia Holzhausen geöffnet.

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MDR/Theo M. Lies, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT I Studio Halle | 11. Mai 2021 | 09:30 Uhr

1 Kommentar

Mondsee vor 4 Wochen

Liebe Petra K.,
Preiserhöhungen stoßen nie auf ein positives Echo. Aber auch der Mondsee muss wirtschaftlich denken um überleben zu können und auch vor uns machen Preiserhöhungen für Energie, Wasser, Abwasser, Kraftstoff usw. nicht halt. Im Vergleich zu anderen Campingplätzen (denn die seit Jahren erstmalige Erhöhung betraf diesen Bereich und z.B. nicht die Eintrittsgebühren für die Badegäste) liegen wir bundesweit mit unseren Preisen noch unter dem Mittelwert für die unterschiedlichen Standplätze. Auf die "Bilanz" zum Jahresende sind auch wir immer sehr gespannt, denn leider können wir den Hauptfaktor "Schönes Wetter" nicht beeinflussen. Trotz allem wünsche ich Ihnen eine schöne Saison in unserem Erholungspark.
MfG C.Holzhausen, GF

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