100 neue Arbeitsplätze In Zeitz entsteht der weltgrößte Standort für recyceltes Motoröl

Die Firma Puraglobe investiert 70 Millionen Euro in ihren Standort Zeitz. Die Anlage im Burgenlandkreis soll in diesem und im kommenden Jahr zum größten Standort für aufbereitetes Motoröl weltweit ausgebaut werden. Nach Angaben des Unternehmens sollen 100 neue Arbeitsplätze entstehen.

Standort von Puraglobe in Zeitz
Die Firma Puraglobe investiert in den Standort Zeitz. Bildrechte: Puraglobe

Das Chemieunternehmen Puraglobe will seine Produktion von wiederverwendetem Motoröl in Sachsen-Anhalt deutlich ausbauen. 70 Millionen Euro will die Firma in diesem und im kommenden Jahr in den Standort im Chemiepark Zeitz im Burgenlandkreis investieren, wie Firmenchef Andreas Schüppel in Magdeburg ankündigte. Mit dem Geld sollen eine dritte Raffinerie gebaut und 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Anlage in Zeitz werde damit zum größten Standort für aufbereitetes Motoröl weltweit.

Haseloff: Puraglobe schafft Arbeitskräfte und schützt das Klima

Das aufbereitete Motoröl wird bereits in den USA verkauft, mit der zusätzlichen Kapazität in Zeitz soll ab August auch der europäische Markt bedient werden. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begrüßte die Investition als einen weiteren wichtigen Schritt in der Fortentwicklung des Chemieparks. Puraglobe schaffe damit in der Kohleregion gut bezahlte Arbeitsplätze und leiste einen Beitrag zum Klimaschutz.

So bereitet Puraglobe das Motorenöl auf

Die Firma sammelt altes Motoröl, zum Beispiel bei Werkstätten, ein und bereitet es auf. In einem komplizierten Verfahren wird das Öl bei hohem Druck und hohen Temperaturen unter anderem durch 16 Katalysatoren geführt. "Wir nehmen gewissermaßen die Moleküle auseinander und setzen sie dann wieder zusammen - und alles, was nicht reingehört ins Öl, wird dabei abgeschieden", erklärt Firmenchef Andreas Schüppel das Verfahren. Auf diese Weise könne das Öl immer wieder neu aufbereitet werden, ohne an Qualität einzubüßen. 180.000 Tonnen CO2 spart das Unternehmen mit dieser Methode nach eigenen Angaben jährlich ein.

Für die Aufbereitung benötigt das Unternehmen Wasserstoff, den es derzeit noch aus konventioneller Herstellung bezieht. In den kommenden Jahren will die Firma auf "grünen Wasserstoff" umsteigen. Gemeinsam mit der Energiefirma Getec und den Stadtwerken Zeitz soll dafür im Chemiepark ein neuer Windpark und eine Elektrolyse-Anlage entstehen, in der aus Wasser und Strom aus Windrädern Wasserstoff erzeugt werden soll. Die beiden Firmen und die Stadtwerke unterzeichneten dazu eine entsprechende Absichtserklärung.

MDR/Gero Hirschelmann, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. Mai 2021 | 20:00 Uhr

9 Kommentare

MDR-Team vor 16 Wochen

Laut Puraglobe werden am Standort Zeitz API Gruppe II Basisöle aus Gebrauchtöl hergestellt. Es werden ca. 90.000 t Basisöle und 50.000 t weitere Mineralölprodukte produziert.

part vor 16 Wochen

Mich würde interessieren: hier wird von 15W 40 bis 0W 20 alles in der Restöltonne von den Werkstätten und Verwerten angeliefert, schön bunt durchmischt und versehen mit Additiven, Kühlflüssigkeiten, Bremsflüssigkeiten und anderen Stoffen. Was bitteschön kommt hinten heraus nach dem Prozess des Recyclings, unter welcher Norm wird dann dieses ÖL wieder in den Verkehr gebracht? Dies gehört eigentlich mit zum Thema der Recherche, für die sich der Leser interessieren würde.

W.Merseburger vor 16 Wochen

Eine kleine Menge Essig muss ich schon in den Zeitzer Wein (aufbereitetes altes Motorenöl) schütten. Das Umsteigen auf grünen Wasserstoff, dessen Herstellung gegenwärtig ökonomisch nicht tragfähig ist, wird wohl samt dem zukünftigen Windpark vom Steuerzahler extrem subventioniert werden müssen. So geht allerdings nachhaltiges Wirtschaften nicht!

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