Drogenhandel, Waffengeschäfte, Geldwäsche Razzia gegen Neonazi-Netzwerk: Durchsuchungen im Burgenlandkreis

In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen geht die Polizei seit Freitagmorgen gegen ein kriminelles Neonazi-Netzwerk vor. Laut den Behörden werden 27 Wohnungen und Geschäfte durchsucht. Nach MDR-Recherchen geht es um Drogengeschäfte, Waffenhandel und Geldwäsche.

Razzia gegen Neonazi-Netzwerk in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen
Der Schwerpunkt der Razzia liegt im Raum Gotha in Thüringen. Bildrechte: Landesfunkhaus Thüringen

Ein SEK-Kommando aus Sachsen-Anhalt unterstützt seit dem frühen Freitagmorgen eine Razzia gegen ein hochkriminelles Netzwerk, das zu großen Teilen aus Neonazis bestehen soll. Nach Angaben des Landeskriminalamtes hat es eine Durchsuchung im Burgenlandkreis gegeben, der Schwerpunkt der polizeilichen Maßnahmen liege jedoch in Thüringen. Demnach wird wegen des Verdachts von Drogengeschäften, Waffenhandel und Geldwäsche ermittelt.

Tatverdächtige aus Neonazi-Bruderschaften

Die Spezialeinsatzkräfte aus Sachsen-Anhalt unterstützen das Landeskriminalamt Thüringen, das nach eigenen Angaben 27 Wohn- und Geschäftsräume durchsuchen lässt. Bei der Razzia seien neun Haftbefehle vollstreckt worden. Der Großteil der Tatverdächtigen ist nach Informationen von MDR Thüringen in den Neonazi-Bruderschaften Turonen und Garde 20 organisiert, die seit einigen Jahren im großen Stil mit Drogen gehandelt haben sollen. Die Gewinne aus den Drogengeschäften sind offenbar gewaschen worden. Bei der Geldwäsche soll ein Szeneanwalt aus Hessen eine Rolle gespielt haben. Seine Kanzlei wurde ebenfalls durchsucht.

Der Auslöser für das Verfahren war nach MDR THÜRINGEN-Recherchen eine geheime Abhöroperation des Thüringer Verfassungsschutzes. Bei dieser soll der Geheimdienst von den mutmaßlichen Drogengeschäften erfahren haben. Daraufhin wurde ein Verfahren durch die Polizei eingeleitet. Die Turonen und die Garde 20 sind Neonazi-Bruderschaften, die ähnlich wie kriminelle Rockerbanden agieren.

MDR, Sarah Peinelt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Februar 2021 | 08:00 Uhr

2 Kommentare

Simone vor 6 Wochen

Gut, dass die Polizei gegen diese Schwerstkriminellen durchgreift. So mancher hier drückt ja gerne beide Augen zu bei den Verbrechen von Neonazis, weil er offen oder heimlich mit deren kranker Ideologie sympathisiert. Blöd nur, dass diese Typen in keinster Weise das Wohl des deutschen Volkes, sondern nur ihr eigenes im Auge haben. War bei den Nazis genauso.

Eulenspiegel vor 6 Wochen

Bedeutet dies das Ende einer schwerstkriminellen, neonazistischen Parallelgesellschaft?

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