Federweißer Saale-Unstrut-Winzer ernten erste Trauben

Die Winzer an Saale und Unstrut haben am Mittwoch die diesjährige Weinlese eingeläutet. In dem Weinbaugebiet, dass sich vom Süden Sachsen-Anhalts bis nach Thüringen erstreckt, haben sie die ersten Trauben für den Federweißen geerntet. Insgesamt rechnet der Weinbauverband Saale-Unstrut für 2021 mit einem eher unterdurchschnittlichen Ertrag.

Mit einem Vollernter (hinten) werden auf einem Weinberg mit der Sorte „Solaris“ bei Zscheiplitz die Trauben geerntet.
Auf einem Weinberg bei Zscheiplitz wurden die ersten Trauben der Sorte "Solaris" geerntet. Bildrechte: dpa

Die Winzer im Saale-Unstrut-Gebiet haben am Mittwoch mit der ersten Traubenernte begonnen. Zuerst kommt die Sorte Solaris von den Rebstöcken, wie die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut erklärte. Die Beeren seien süß und meist schon vor anderen Reben reif.  Etwa 4.000 Kilogramm sind den Angaben zufolge am Mittwoch im Müncherodaer Himmelreich zusammengekommen.

Auch in Höhnstedt wurde am Mittwoch gelesen. Hier wurde mit der Sorte Müller-Thurgau begonnen, die ebenfalls schon auf dem Weg zum Federweißen ist. 7.000 Kilogramm kamen vom Stock.

Aus der frühreifen Weißweinsorte entsteht Federweißer mit einem Alkoholgehalt von vier bis fünf Prozent. Der Winzervereinigung zufolge werden aus der Ernte innerhalb weniger Tage rund 8.000 Liter erzeugt.

Weinbauverband rechnet mit magerem Jahr

Das Ernten komme einer Generalprobe vor der Hauptlese gleich, sagte ein Sprecher. Diese beginnt für die Winzer an Saale und Unstrut nach dem 20. September.

Weinberg bei Freyburg unterhalb der Neuenburg Saale-Unstrut
Das Anbaugebiet mit seinen terrassenförmigen Weinbergen erstreckt sich vom Burgenlandkreis bis nach Thüringen. Bildrechte: IMAGO

Der Weinbauverband Saale-Unstrut mit Sitz in Freyburg rechnet 2021 mit einem eher unterdurchschnittlichen Ertrag. Die Anlagen seien überwiegend gesund und die Qualität der Trauben gut, sagte Präsident Hans Albrecht Zieger nach einer Inventur Ende August. Gerade für die regionstypischen Sorten, wie etwa die Weißweine Müller-Thurgau und Silvaner, sehe es gut aus.

Für Burgunderweine und Zweigelt sieht es Ziegler zufolge dagegen schlechter aus. Ihnen hatte Frost im Februar zugesetzt. Problematisch für die Reben ist auch der viele Regen im August gewesen. Er sei gerade noch verkraftbar, sagte Zieger, aber mehr hätte es nicht sein dürfen.

Für Weinbau ist laut Weinbauverband ein gesunder Mix aus Sonne und Regen, Wärme und Feuchtigkeit sehr wichtig. Bis zum Start der Haupt-Weinlese hoffen die Winzer deswegen noch auf reichlich Sonne.

Das Weinbaugebiet Saale-Unstrut

Das Saale-Unstrut-Gebiet ist eines der kleinsten und zugleich nördlichsten Weinanbaugebiete in Deutschland. Es erstreckt sich vom Süden Sachsen-Anhalts bis nach Thüringen.

Die Region um Saale und Unstrut, mit ihren terrassenförmigen Weinbergen, ist seit mehr als 1.000 Jahren Anbaugebiet von Qualitätswein. Heute wachsen dort auf einer Fläche von etwa 800 Hektar Trauben für Weiß-, Rot- und Roséweine. Bundesweit werden dem Deutschen Weininstitut zufolge, auf rund 103. 000 Hektar mehr als 100 Rebsorten angebaut.

MDR/Cornelia Winkler, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08. September 2021 | 19:00 Uhr

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