Verbesserung für Problemviertel Für Ordnung, gegen Clans: Taskforce für "Böses T" in Weißenfels

Müll, Lärm, Dreck und immer wieder Beschwerden von Anwohnern. Eine Taskforce soll die Situation im Problemviertel "Böses T" in Weißenfels verbessern. Die Ziele: mehr Ordnung und die Verhinderung der Bildung von Clans. Ein Besuch vor Ort.

Eckhaus
Das "Böse T" ist ein Problemviertel in Weißenfels. Bildrechte: MDR/Marie-Luise Luther

Es ist ein sonniger Morgen in Weißenfels. Zum Markttag ist die Stadt gut gefüllt. Viele Menschen tummeln sich in der Passage.

Angesprochen auf das "Böse T", also die Kreuzung zwischen Waltherstraße und Hermannsgarten, werden die Weißenfelser redselig. "Niemand will dort im Dunkeln langlaufen", sagt eine Rentnerin.

Ein Mann Anfang 50 äußert sich abfällig über Migranten, aber auch Hartz-IV-Empfänger, die in dem Viertel leben. Er habe selber einmal dort gelebt, erzählt der Mann weiter, das sei aber schon lange her. Heute möchte er dort nicht mal mehr spazieren gehen.

Müll, Dreck und Lärm

Waltherstraße und Hermannsgarten sind eigentlich Straßen mit vielen schönen Altbauwohnungen. Von außen lässt sich der Glanz der vergangenen Jahre aber nur noch erahnen. Ratten und Uringeruch sind laut Weißenfelser Stadtverwaltung aber die kleinsten Probleme.

Immer wieder fällt das Viertel wegen Dreck, Müll und Lärmbelästigung auf. Nachbarn beschweren sich regelmäßig. Aber auch der Rettungsdienst wägt ab, ob er zu einem Einsatz im "Bösen T" die Polizei hinzuzieht. Reden will vor Ort niemand über die Vorwürfe, was vielleicht aber auch an der Sprachbarriere liegt.

Ordnungsamt wird aufgestockt

Straßenschild "Herrmannsgarten"
Das Ordnungsamt soll künftig im "Bösen T" viel präsenter sein. Bildrechte: MDR/Marie-Luise Luther

Umso mehr sprechen die Menschen im Zentrum der Stadt über den sozialen Brennpunkt. Sie fordern, dass Verwaltung und Politik endlich handeln sollen. Eine Taskforce soll es nun richten. Die Task Force besteht aus Ausländerbehörde, Bauamt und Ordnungsamt. "Das Ordnungsamt wird sogar weiter aufgestockt, um für Ordnung und Präsenz zu sorgen", sagt Katharina Vokoun, Pressesprecherin der Stadt Weißenfels.

Nicht-EU-Bürger als angebliche Immobilieninvestoren

Ein konkretes Beispiel nennt die Stadtsprecherin auch: Viele Nicht-EU-Bürger mieten in Weißenfels so genannte Schrottimmobilien an und geben sich dann bei der Ausländerbehörde als Investor aus, um so ihren Aufenthaltsstatus in Deutschland zu sichern. Da jetzt die Ämter übergreifend zusammenarbeiten, sollen solche Fälle vermieden und eine Clanbildung verhindert werden.

MDR/Marie-Luise Luther, Mario Köhne

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. Juli 2021 | 12:40 Uhr

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