Vorwiegend in der Verpackung Tönnies-Schlachthof in Weißenfels beschäftigt Geflüchtete aus der Ukraine

Mindestens 18.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind inzwischen in Sachsen-Anhalt untergekommen. Einige von ihnen arbeiten bereits – unter anderem im Tönnies-Schlachthof in Weißenfels. Was sie dort tun.

Schlachthof Tönnies und Wemhoff Transport in Weißenfels.
Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Der Lebensmittelkonzern Tönnies beschäftigt in seinem Schlachthof in Weißenfels inzwischen mehrere Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Wie ein Unternehmenssprecher MDR SACHSEN-ANHALT sagte, arbeiten seit vergangener Woche zunächst sieben Ukrainerinnen in dem Werk, aktuell vorwiegend im Bereich Verpackung. Sie hätten sich selbst an das Unternehmen gewandt.

Das ist deshalb von Bedeutung, weil Tönnies zuletzt in die Kritik geraten war: Das Unternehmen hatte im März versucht, Geflüchtete an der polnischen Grenze anzuwerben, diese Aktion aber nach massiver Kritik abgebrochen. Ein Tönnies-Sprecher teilte jetzt mit, der Bürgermeister der polnischen Landgemeinde Lezajsk habe das Unternehmen seinerzeit gebeten, Arbeitsplätze anzubieten. Dieser Bitte sei man gerne nachgekommen. Der Sprecher nannte es "beschämend", dass der Konzern dafür in die Kritik geraten sei.

Elf Euro Stundenlohn

Die sieben Frauen, die nun in dem Werk im Burgenlandkreis arbeiten, erhielten elf Euro pro Stunde als Einstiegslohn. Sie hätten die gleichen Arbeitnehmerrechte wie ihre deutschen Kollegen. Den Angaben zufolge sollen die geflüchteten Frauen später auch in anderen Bereichen des Unternehmens zum Einsatz kommen. Eine Wohnung und einen Sprachkurs habe man bereits organisiert.

Mindestens 18.000 Geflüchtete in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind nach aktuellen Zahlen bislang mindestens 18.279 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine von Landkreisen oder kreisfreien Städten aufgenommen worden. Diese Zahl nannte das Innenministerium in Magdeburg am Dienstag. Allerdings sind bislang nicht alle Flüchtlinge erfasst – vor allem nicht jene, die nicht in offiziellen Aufnahmeeinrichtungen, sondern bei Freunden oder Verwandten untergekommen sind.

Mehr zum Thema: Ukrainische Kriegsflüchtlinge in Sachsen-Anhalt

MDR (Annekathrin Queck, Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14. April 2022 | 15:00 Uhr

5 Kommentare

Haller vor 17 Wochen

Und ein zweites noch, die deutschen Arbeiter wurden entlassen nachdem die Politik solche besonderen Konstruktionen wie Werkvertrag etc. ermöglicht hat.

Peter vor 17 Wochen

Norbert: Seien Sie doch einfach mal ehrlich zu sich selbst, ohne ideologisches BlaBla.
Deutsche wollen, wie in anderen Bereichen auch, diese Arbeit nicht machen. Das mag sicherlich auch an der Entlohnung liegen.
Aber wehe, das Fleisch in der Theke der Discounter wird teurer. Dann ist der Aufschrei groß.
Also Norbert: Etwas weniger Scheinheiligkeit.

Soldaten Norbert vor 17 Wochen

Soll ich das jetzt begrüssen ? Ich erinnere hier mal an den mehr als wichtigen Film "Der eiserne Weg". Grossunternehmer im 19. Jahrhundert haben schon damals billige ausländische Arbeiter gegen Deutsche ausgespielt. Thema Lohnerhöhungen und Arbeitsbedingungen. Je grösser das Angebot billiger Arbeitskräfte, umso schwerer wird es für den dt. Arbeitnehmer eigene Interessen durchzudrücken. Das alte Lied, das alte Leid des dt. Proletariers.

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