Gewaltsamer Tod eines Zweijährigen Gutachten: Angeklagter im Fall Tim aus Querfurt ist schuldfähig

Am Landgericht Halle wurde am Montag der Prozess um den Tod des zweijährigen Tim aus Querfurt fortgesetzt. Er war im Juli 2020 an massiver Gewalteinwirkung gestorben. Der Angeklagte wurde nun per Gutachten als schuldfähig eingeschätzt. Es handelt sich um den ehemaligen Lebensgefährten der Mutter.

Eine Skulptur mit der Aufschrift "Wir vermissen dich", daneben Plüschtiere
Im Juli 2020 war Tim getötet worden. Der damalige Lebensgefährte seiner Mutter ist wegen schwerem sexuellen Missbrauch, gefährlicher Körperverletzung und Mord angeklagt. Bildrechte: MDR exakt

Der Angeklagte im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Zweijährigen in Querfurt ist voll schuldfähig. Das hat ein Gutachten ergeben, das am Montag am Landgericht Halle vorgestellt worden ist.

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT gibt es bei dem 31-Jährigen keine Hinweise auf eingeschränkte Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit. Allerdings muss bei einer Verurteilung die langjährige Drogenabhängigkeit des Mannes beachtet werden. Prozessbeobachter gehen davon aus, dass er wegen Mordes verurteilt wird und zusätzlich die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird. Das würde anschließende Sicherungsverwahrung bedeuten. Bei dem Mann handelt es sich um den ehemaligen Lebensgefährten der Mutter. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch, gefährliche Körperverletzung und Mord vor.

Schwerste Verletzungen des Kleinkindes

Plüschtiere, Kerzen und Blumen vor einem Hauseingag in Querfurt
Der Hauseingang, in dem Tim gewohnt hatte. Bildrechte: MDR/Conny Müller

Der zwei Jahre alte Junge war von seiner Mutter am 11. Juli 2020 tot in seinem Kinderbett in der Wohnung des Paares in Querfurt gefunden worden. Ein rechtsmedizinisches Gutachten ergab später, dass der Zweijährige an den Folgen massiver Gewalt gestorben war. Todesursache war demnach ein sogenanntes Polytrauma. Das Kind habe schwerste Verletzungen an Kopf, Rumpf, Armen und Beinen erlitten. Außerdem habe man im Magen des Jungen eine erhebliche Menge der Droge Crystal gefunden.

Der Angeklagte und die ebenfalls angeklagte Mutter des Kindes wiesen jede Verantwortung für den Tod des Jungen zurück. Der Mann gab allerdings zu, den Zweijährigen mehrfach misshandelt zu haben. Die Mutter behauptete, nichts von den Misshandlungen bemerkt zu haben. Außerdem beteuerte sie ihre Liebe zu ihrem Kind. Wegen ihres Alkohol- und Drogenkonsums sei ihr Blick allerdings oft vernebelt gewesen.

Der 31-Jährige beklagte, dass es immer wieder zu Streitereien um die Drogenbeschaffung gekommen sei. Diesen Frust habe er an dem Jungen ausgelassen. Er habe sich danach besser gefühlt. Heute bereue er alles.

MDR/Matthias Kessel, Christoph Dziedo, Luise Kotulla

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Mai 2021 | 13:30 Uhr

2 Kommentare

Harka2 vor 6 Wochen

Ja, für solch einen Verbrecher darf man Hass empfinden. Ich möchte in dem Verfahren nicht das Urteil fällen müssen, denn das wäre eher im Namen des Volkes, als es dies sein darf. Tägliches Auspeitschen kommt im Strafkatalog zudem auch nicht mehr vor.

Dennoch muss hier ein Urteil gefällt werden, welches im Namen unserer Humanität gefällt wird. Der Täter kennt soetwas nicht, aber das Volk gar wohl. Schon lange gilt, Dummheit schützt vor Strafe nicht. Auch Alkohol und Drogen sind längst kein Milderungsgrund mehr. Unser Rechtstaat hat sich auch in diesen Punkten weiterentwickelt. Justizia mag ja blind sein, aber sie hat einen scharfen Verstand. Letztlich verdanken es solche Täter unserer Humanität, dass sie am Leben bleiben dürfen. Wir dürfen diese Menschlichkeit nicht verraten, nur weil die Täter es getan haben. Diese Täter dauerhaft aus unserem Leben zu entfernen, ist hingegen angesagt. In solchen Fällen würde ich den Ermittlern aber immer sagen, findet den Täter lieber vor mir.

Norbert 56 NRW vor 6 Wochen

Widerlich sich an solch wehrlosen Geschöpfen auszulassen. Für mich gehören diese Subjekte eingesperrt und der Schlüssel weggeworfen. Dieses ganze Psychogelaber und nicht Schuldiggedöns kann man sich sparen. Dafür gibt's keine Entschuldigung...

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