Ulrichskirche Gedenkkonzert zum Anschlag auf die Synagoge in Halle

Mehrere Initiativen und Verbände haben am Montagabend ein Konzert zum Gedenken an den Anschlag auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 veranstaltet. Zwei Chöre musizierten. Die Ulrichskirche war gut besucht.

Dirigent und Orchester in einer Kirche. 2 min
Sehen Sie hier den Fernsehbeitrag zum Thema von MDR AKTUELL. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zum Gedenken an den Anschlag auf die Synagoge in Halle hat am Montag ein Gedenkkonzert in der Ulrichskirche stattgefunden. Das Konzert war wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Herbst verschoben werden.

Die Demokratie-Initiative "HALLIANZ für Vielfalt", die Deutsch-Israelische Gesellschaft, sowie lokale Arbeitsgemeinschaften luden zu der Veranstaltung ein. Es spielen der Zamirchor aus Bayreuth und der Ashira-Chor aus Israel unter Leitung von Itzchak Tavior. Der Eintritt war frei, die Ulrichskirche gut besucht.

Bildungsministerin: "Positives Signal"

Orchester
In der Ulrichskirche trat unter anderem das Deutsche Radio Kammerorchester auf. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling

Sachsen-Anhalts Bildungsministerin, Eva Feußner (CDU), der Antisemitismusbeauftragte Wolfgang Schneiß und der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, nahmen am Gedenkkonzert teil. Zudem übermittelte der Israelische Staatspräsident Jitzchak Herzog eine Grußbotschaft.

Die Bildungsministerin bezeichnete die Zusammenarbeit der zwei Chöre für das Gedenken als "bemerkenswert". So erschütternd der Anlass der Veranstaltung auch sei, gehe von dem Treffen doch ein positives Signal in die Welt.

Der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Halle, Philipp Körner, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, seine Gefühle seien ambivalent. Einerseits sei da immernoch der Schrecken über den Anschlag, andererseits die Freude darüber, dass Gäste aus Israel extra zu dem Konzert kommen wollten.

Anschlag von Halle an Jom Kippur

Ein bewaffneter Angreifer hatte am 9. Oktober 2019 versucht, am jüdischen Feiertag Jom Kippur gewaltsam in die Synagoge einzudringen. Er erschoss zudem zwei Menschen. Der Attentäter ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter stellten die besondere Schwere der Schuld fest und ordneten Sicherungsverwahrung an.

Mehr zum Thema: Anschlag auf Synagoge von Halle

dpa,MDR (Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Juli 2022 | 06:30 Uhr

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