Stadtgeschichte Hallenser entwickeln App-Rundgang zu jüdischem Leben in Halle

Ein virtueller Stadtrundgang erzählt vom jüdischen Leben in Halle. Eine Gruppe junger Hallenser hat die preisgekrönte Tour entwickelt.

Vier Stolpersteine in der Leipziger Straße 4 in Halle, zum Andenken an die Mitglieder der Familie Wenzymer
Wie in vielen deutschen Städten erinnern in Halle Stolpersteine an die Schicksale jüdischer Einwohner. Bildrechte: MDR/Cornelia Müller

Begonnen hat alles im Jahr 2021, mit dem Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". Zehn junge Leute aus Halle im Alter zwischen 16 und 26 Jahren haben sich damals in der Projektgruppe "Jüdisches Halle – gestern und heute" zusammengetan. Zur Gruppe gehören Schüler, Studierende und Hallenser mit Erfahrungen aus einem Freiwilligen-Jahr in Israel.

Gemeinsam haben sie die Idee zu einem digitalen, App-geführten Stadtrundgang entwickelt. Sie wollen Geschichte erlebbar und jüdisches Leben in Halle sichtbar machen und nicht nur die technikaffine junge Generation erreichen. "Wir hatten das Gefühl, da fehlt noch was in Halle", erklärt Laurenz Stapf MDR SACHSEN-ANHALT. Der 22-Jährige studiert Geschichte und Wirtschaftswissenschaften und ist von Beginn an dabei.

Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Mit der kostenfreien App können Interessierte einen geführten Spaziergang durch Halle machen. Während des Stadtrundgangs werden unterschiedliche Facetten jüdischen Lebens in Halle vom Mittelalter bis heute erlebbar gemacht.

Smartphone
Per App und QR--Code gelangt man zur Tour. Bildrechte: MDR/Cornelia Müller

Durch alle Zeiten sind die Entwickler den Spuren jüdischen Lebens gefolgt. Sie waren Archiven, haben Interviews geführt, historische Bilder gesichtet, Videos gedreht. Viele Ideen, Recherchen und Treffen später war die Tour für die Actionbound-App fertig.

Ehrenamtspreis für jüdisches Leben für die App

Für den App-Stadtrundgang hat die Projektgruppe Mitte November den vom Bund erstmals verliehenen Ehrenamtspreis für jüdisches Leben bekommen. Der ist mit 5.000 Euro dotiert und wird künftig jährlich verliehen.

Unterstützung von Jüdischer Gemeinde in Halle

Dem Vorhaben offen gegenüber stand auch die Jüdische Gemeinde, sagt Laurenz Stapf. Die Gruppe besuchte die Synagoge, führte Gespräche mit Gemeindemitgliedern und Betroffenen, die den Anschlag in Halle 2019 miterlebt haben.

Die Projektgruppe engagiert sich weiter. So soll der virtuelle Rundgang demnächst in mehreren Sprachen verfügbar sein. Auch an einer zweiten Tour zu jüdischen Biografien im halleschen Mühlwegviertel arbeiten sie schon, erzählt Laurenz Stapf.

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MDR (Cornelia Müller)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. November 2022 | 07:30 Uhr

39 Kommentare

gertB.ausJ vor 9 Wochen

hilflos
"Die Grünen sind schon"
Was soll uns das nun sagen? Das es Probleme bereitet, sich im ganzen Satz auszudrücken oder das hier hilflose Vergleiche zwischen Grüne und Nazis von dir als legitim angesehen werden?

Twisted vor 9 Wochen

@hilflos:
Also als Fachmann für jüdisches Leben in Deutschland glänzen sie hier im Forum nicht wirklich. Wo sie aber glänzen ist, dass sie zuverlässig rechtsextreme Straftaten und die ideologischen Grundlagen dafür klein reden, oder warum bringen sie ohne dass es hier einen Themenbezig hat den rechtsextremen Angreifer auf die Synagoge in Halle ins Spiel?

"Der Attentäter war ein irrer Einzeltäter der aus eigener Motivation handelte."

Wie kommen sie darauf, dass dieser Terrorist sich nicht von den antisemitischen Narrativen der internationalen und deutschen Antisemitenszene hat beeinflußen lassen?

Ilse vor 9 Wochen

Lavendel

Hoffentlich kapieren sie es !

Wer ist Jude.

Nach jüdischem Recht gilt: Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat oder das Judentum als seine Religion gewählt hat. Es ist egal, ob der Vater auch Jude ist. Es ist auch nicht wichtig, ob man sich im Alltag an die jüdischen Regeln (Gesetze) hält oder nicht. Sogar ein Jude, der nicht an Gott glaubt, bleibt ein Jude!

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