Fund von zwei Babys in Halle Ermittler setzen bei Suche nach Müttern auf DNA-Analyse

Nach dem Fund zweier Babys in Halle werden weiter die Mütter gesucht. Die Ermittler erhoffen sich Erkenntnisse durch neue DNA-Analysemethoden. Kurz nach Weihnachten war ein totes Neugeborenes entdeckt worden. Nur zwei Tage später wurde in einem Treppenhaus ein weiteres Baby gefunden – dieses Mal lebend.

Eine Labormitarbeiterin im DNA-Labor des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) bereitet eine DNA-Probe für die molekularbiologische Analyse vor.
Eine DNA-Analyse soll neue Erkenntnisse bringen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Gut drei Monate nach dem Fund von zwei Babys in Halle läuft die Suche nach den Müttern auf Hochtouren. Wichtige Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler angesichts neuer DNA-Analysemethoden, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Halle mitteilte.

Ermittler hoffen auf neue Ansätze

So sei es jetzt möglich, an DNA-fähiges Material von unbekannten Spurenlegern zu gelangen, indem neben der bereits zulässigen Bestimmung des Geschlechts auch Feststellungen über die Augen-, Haar- und Hautfarbe sowie das Alter der Person getroffen werden dürfen. "Dadurch können sich neue Ermittlungsansätze ergeben", sagte die Sprecherin.

Totes Mädchen wurde an Zaun gefunden

Kurz nach Weihnachten 2021 war an einem Zaun eines Wertstoffhofs ein totes Neugeborenes entdeckt worden. Die Ermittler gingen nach ersten Angaben davon aus, dass das Mädchen getötet wurde. "Bisher wurden in dem Fall 800 bis 1.000 Menschen befragt und 16 Personen als Zeugen vernommen", teilte die Sprecherin mit.

Polizei verteilt Flyer in der Nähe

Nach dem ersten Zeugenaufruf zu dem Fall gab es zwei Hinweise aus der Bevölkerung. "Diesen wurde nachgegangen, jedoch ohne Ermittlungserfolg", so die Sprecherin. Die Polizei habe zudem Flyer in der Nähe des Wertstoffhofs verteilt, unter anderem in umliegenden Supermärkten und Wohngebieten. Weitere Meldungen aus der Bevölkerung gab es den Angaben zufolge allerdings nicht.

Lebendes Mädchen in Treppenhaus entdeckt

Nur zwei Tage nach dem Fund des toten Babys war in einem Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses ein weiteres Neugeborenes gefunden worden, auch ein Mädchen. Es war am Leben. Die Polizei veröffentlichte auf der Suche nach der ebenfalls unbekannten Mutter beziehungsweise den unbekannten Eltern zwei Fotos von einem blaugrauen Fußsack, der üblicherweise in Kinderwagen gelegt wird. Darin war das erst wenige Stunden alte Kind am Morgen des 29. Dezember 2021 im Stadtteil Halle-Neustadt gefunden worden. Es kam nach der ärztlichen Behandlung in Betreuung.

Plakate mit Zeugenaufruf ausgehängt

In dem Fall des ausgesetzten Babys gab es in etwa 200 Haushalten Befragungen. Eine Person wurde als Zeuge vernommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Nach einem ersten Zeugenaufruf gab es vier Hinweise aus der Bevölkerung. Diese bezogen sich auf den Schlafsack. "Erst vor kurzem wurden im Umfeld des Auffindeortes weitere Plakate mit Zeugenaufruf, mehrsprachig angebracht, und es gab einen weiteren Bericht im Fernsehen", sagte die Sprecherin.

Babys sind keine Geschwister

Zudem erhoffen sich die Ermittler auch in diesem Fall wertvolle Erkenntnisse anhand von neuen DNA-Analysemöglichkeiten. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen hatten indes ergeben, dass es sich bei den beiden Babys nicht um Geschwisterkinder handeln kann.

dpa, MDR (Gero Hirschelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. April 2022 | 11:00 Uhr

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