Neue Abstellregeln E-Scooter-Nutzung in Halle bricht ein

In Halle dürfen E-Scooter seit kurzem nicht mehr überall, sondern nur noch auf bestimmten Flächen abgestellt werden. Nach Angaben der Anbieter nutzen deshalb deutlich weniger Menschen die Roller. Von der Stadt fordern die Anbieter eine Ausweitung der Parkflächen.

E-Scooter am Marktplatz
In Halle dürfen E-Scooter seit kurzem nicht mehr überall abgestellt werden, sondern nur noch auf bestimmten Flächen. Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

Neue Regeln zum Abstellen von E-Scootern in Halle machen den Verleihern zunehmend zu schaffen. "Wir haben einen dramatischen Einbruch in den Ausleihzahlen zu verzeichnen, weil Kunden von der unklaren Abstellsituation verunsichert sind", sagte Dustin Williams vom Scooter-Anbieter Bolt. Die Roller würden durch feste Parkzonen nur halb so oft genutzt wie zuvor. Die neuen Reglungen stünden den Zielen der Stadt für eine Verkehrswende und der Schaffung von nachhaltigen Alternativen zum privaten Pkw entgegen, erklärte der Sprecher von Bolt.

Anbieter Tier: Rückgang von rund 80 Prozent

Beim Anbieter Tier sind die Nutzerzahlen nach Angaben des Unternehmens von 1.200 bis 1.400 Fahrten pro Tag auf 200 bis 300 zurückgegangen. Ein Sprecher von Tier, Patrick Grundmann, sagte, der Rückgang werde wirtschaftliche, aber auch ökologische Folgen haben, denn "die Roller ergänzen den ÖPNV in den ersten und letzten Meilen". Für kurze Strecken brauche es in Halle ein vielfältiges Angebot an nachhaltigen Mobilitätsoptionen, so Grundmann. Damit könnte bei kurzen Wegen auf das Auto verzichtet werden.

In Halle gibt es seit kurzem neuen Parkregelungen für E-Scooter – statt des freien Abstellens gibt es nun feste Parkzonen. Wer sich bisher darauf verlassen konnte, mit dem Roller auch in die Ecken zu fahren, die für ÖPNV und Pkw schlecht zu erreichen sind, muss nun hoffen, dass eine Parkzone in der Nähe liegt. Stellt man den Roller außerhalb dieser Zonen ab, werden 20 Euro extra fällig.

Anbieter fordern mehr Flächen

Die Stadtverwaltung von Halle erhofft sich durch die neue Regelung ein ordentlicheres Stadtbild. Grundsätzlich unterstützen auch die E-Roller-Anbieter in Halle die Parkzonen. "Wir können bestätigen, dass feste Abstellflächen zu einem aufgeräumten Stadtbild beitragen", sagte Tier-Sprecher Grundmann. Dustin Williams von Bolt erklärte, das System könne allerdings nur funktionieren, wenn ausreichend Abstellflächen von der Stadt zur Verfügung gestellt würden.

Bolt hat knapp 30 Abstellflächen zur Verfügung, bei Tier sind es 17. Sie befinden sich vor allem in der Innenstadt von Halle. Beantragt hatte Tier 250 und Bolt mehr als 100 Flächen. Auch teilen dürfen die Anbieter ihre Parkflächen nicht. In den meisten umliegenden Stadtteilen Halles gibt es erst gar keine Parkzonen.

Für die Zukunft will Tier nun mit der Stadtverwaltung ein System etablieren, in dem auch Randgebiete wieder bedient werden können und die Innenstadt ausreichend viele Parkflächen bekommt. Auch für Bolt ist der zukünftige Betrieb von dem weiteren Ausbau der Parkzonen abhängig.

MDR (Cynthia Seidel, Felix Fahnert)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Juli 2022 | 09:30 Uhr

4 Kommentare

wolle010 vor 19 Wochen

Ist halt so wie immer in diesem Land. Es braucht fuer alles und jeden eine Regel und das passende Bussgeld. Frag mich wieso es in anderen Laendern auch ohne geht.

Anni22 vor 19 Wochen

Kurze Strecken kann man laufen und ansonsten hat Halle Straßenbahnen.
Aber um den Frieden zu waren, vielleicht können die Anbieter ja mal angeben, auf welchen Strecken die Roller viel genutzt wurden. Dann kann man da ja nachbessern, wenn es nützt.

Der Pegauer vor 19 Wochen

Dinge, die die Welt nicht braucht...
Ältere Leute fahren damit nicht und junge Leute haben eigentlich gesunde Beine 🚶

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