Schutzmauer fertig Gimritzer Damm: Hochwasserschutz für Halle-Neustadt steht

Neun Jahre, nachdem der Gimritzer Damm fast gebrochen wäre, ist Halle-Neustadt nun vor Hochwasser geschützt. Die neu gebaute Schutzmauer ist geschlossen. Ein asphaltierter Fuß- und Radweg soll noch entstehen, dazu Sitzmöglichkeiten auf der Schutzmauer.

Eine Baustelle mit einer langen, niedrigen Mauer.
Die rund 1,2 Kilometer lange Mauer zum Schutz vor Saale-Hochwässern in Halle ist jetzt fertig. Bildrechte: Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt

Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist die Schutzmauer für Halle-Neustadt am Gimritzer Damm fertig. Der Chef des Landesbetriebes für Hochwasserschutz, Burkhard Henning, hat sich am Donnerstag davon ein Bild gemacht. Er sagte der Mitteldeutschen Zeitung, wenn eine neue Flut komme, sei Halle-Neustadt geschützt.

Flaniermeile soll entstehen

Die Baustelle am Gimritzer Damm
Eine Aufnahme der Bauarbeiten vom Sommer 2021 Bildrechte: Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt

Die rund 1,2 Kilometer lange Schutzmauer aus Stahlbeton kostet vier Millionen Euro. Für Fußgänger und Radfahrer wird noch ein Weg asphaltiert. Das Ende der Bauarbeiten ist für den 30. Juni geplant, wie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz MDR SACHSEN-ANHALT sagte. Ab Juli/August sei der Weg dann für die Bevölkerung nutzbar. Im Herbst werden zudem noch Bäume gepflanzt, damit eine Flaniermeile für die Hallenser entsteht. Auch Bänke wird es geben.

Der alte Deich mit seinem geschotterten Rad-und Fußweg war beim Saale-Hochwasser im Juni 2013 beinahe gebrochen und hatte nur durch den Einsatz hunderter Helfer und mit Hilfe der Bundeswehr gehalten werden können. Laut Stadt Halle wurden am Gimritzer Damm damals mehr als 330.000 Sandsäcke verbaut.

Hochwasser in Halle-Neustadt - Gimritzer Damm
Vor einem Saale-Hochwasser wie im Jahr 2013 (Archivbild) schützt am Gimritzer Damm nun die neu errichtete Stahlbeton-Mauer. Bildrechte: MDR INFO/Jan Petter

Von den etwa 45.000 Einwohnern Halle-Neustadts wäre etwa ein Drittel von einem Hochwasser wie im Jahr 2013 betroffen, sei es direkt durch das Hochwasser oder indirekt über Stromabschaltungen. Nun sind sie durch die Stahlbeton-Mauer geschützt.

Gimritzer Damm, Halle Neustadt
Der Gimritzer Damm führt entlang der schnurgeraden Straße "Gimritzer Damm" und wird oft nicht als Hochwasser-Schutzanlage wahrgenommen. Die Saale ist zu weit davon entfernt und fließt am unteren Bildrand. (Archivbild) Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

MDR (Dirk Jacobs, Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. April 2022 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

steka vor 8 Wochen

Eigentlich ein Armutszeugnis für unser katastrophenmanagement. Siebeneinhalb Jahre klamgen, lamentieren und nur 1,5 Jahre Bauzeit. Da kann man nur sagen, noch mal Glück gehabt, daß sich das Hochwasser an die langsamen Mühlen von Verwaltung und justiz gehalten hat.

steka vor 8 Wochen

Asphalt scheint noch nicht unter die Oelpreiskriese zu fallen. warum wird der Weg nicht umweltfreundlich gepflastert ?

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