Keine "Osterruhe" Forscher aus Halle fordert zeitnah neue Corona-Maßnahmen

Nachdem Angela Merkel die "Osterruhe" widerrufen hatte, erklärt ein hallescher Epidemiologe, dass eine solche Ruhe eigentlich dringend notwendig wäre. Diese Ruhe müsse aus epidemiologischer Sicht sogar noch länger sein, als ursprünglich angedacht.

Osterdekoration steht auf einer kleinen Tafel
Einen Osterlockdown bzw. eine verlängerte Osterruhe soll es nun doch nicht geben. Aus Sicht eines Hallenser Epidemiologen müssen aber dennoch zeitnah Maßnahmen kommen. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Deutschlandweit steigt die Anzahl der Corona-Infizierten. Darum rechnet der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk vom Uniklinikum Halle damit, dass bald weitere Corona-Maßnahmen erforderlich sein werden. "Wir müssen befürchten, dass die Infektionszahlen weiterhin und zunehmend schneller steigen werden – und relativ zeitnah weitere Maßnahmen notwendig werden", sagte Mikolajczyk.

Dank der bereits erfolgten Impfung der Ältesten ist laut Mikolajczyk etwas mehr Zeit als noch im Dezember. Die neue Virusvariante verbreite sich aus seiner Sicht aber einfach zu schnell, als dass die bisherigen Maßnahmen einen Kollaps des Gesundheitssystems vermeiden könnten.

"Die Beschleunigung der Impfung und der systematische Einsatz von Schnelltests sind in der Situation sehr wichtig", erklärte Mikolajczyk. Die zunächst vorgesehene Osterruhe von fünf Tagen hatte Mikolajczyk schon am Dienstag als zu kurz bezeichnet. Eine epidemiologisch sinnvolle Ruhezeit müsse deutlich länger dauern.

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Haseloff begrüßt Rücknahme der Osterruhe

Die am Montag verkündete Osterruhe wurde bereits am Mittwoch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Entschuldigung widerrufen. Sie sprach von einem "Fehler", für den sie verantwortlich sei.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begrüßte Merkels Entscheidung. Er betonte aber, dass eine Osterruhe die Corona-Fallzahlen hätte absenken können. Dazu werde es jetzt nicht kommen. Sachsen-Anhalt werde die übrigen Beschlüsse der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit der Bundeskanzlerin umsetzen. Die elfte Eindämmungsverordnung soll in der kommenden Woche in Kraft treten.

Haseloff bat die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt "weiterhin alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus zu erschweren." Die Menschen sollen die AHA-Regeln konsequent einhalten, so der Ministerpräsident, also Abstand halten, auf Hygiene Achten und im Alltag Masken tragen.

MDR/dpa, Kevin Poweska

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. März 2021 | 13:00 Uhr

2 Kommentare

eeee vor 7 Wochen

Schlimmer als Corona ist, dass sich jetzt jeder selbsternannte Experte zu Wort meldet und in den Medien Gehör findet. Nicht nur Corona macht die Menschen krank, auch die ständigen Wasserstandsmeldungen die nichts bringen!

jackblack vor 7 Wochen

Verbieten, einsperren, runterfahren- das ist ALLES was einfällt ?????????

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