Sperrung wegen Bauarbeiten Fast fertig: Halles Hauptbahnhof muss noch einmal vom Netz

Ein letztes Mal muss Halles Hauptbahnhof vorübergehend stillgelegt werden – damit die jahrelangen Bauarbeiten abgeschlossen werden können. Die letzten drei Bahnsteige gehen dann in Betrieb. Zwischen dem 14. und 17. Januar wird der ICE-Verkehr umgeleitet, teilweise auch der IC-Verkehr. Regio-Züge und S-Bahnen werden durch Busse ersetzt. Im Südwesten Halles bleibt die Sperrung bis Dezember bestehen, hier beginnt ein neues Großbauprojekt.

Anzeigetafel der Deutschen Bahn mit dem Hinweis auf eine Verspätung Richtung Halle.
Die jahrelangen Bauarbeiten am Hauptbahnhof Halle enden Mitte Januar mit einer letzten Sperrung. Bildrechte: MDR/André Plaul

Am Hauptbahnhof Halle kommt es zwischen dem 14. und 17. Januar noch einmal zu erheblichen Einschränkungen. Wie die Deutsche Bahn am Freitag mitteilte, müssen Reisende in der Zeit mit Ausfällen, Umleitungen und Schienenersatzverkehr rechnen. Hintergrund sind die seit Jahren dauernden Umbau- und Modernisierungsarbeiten am Hauptbahnhof, die Mitte Januar abgeschlossen werden sollen. Laut Bahn werden dann die Bahnsteige 1, 2 und 3 in Betrieb genommen. Dafür müsse auch das Stellwerk überprüft werden, hieß es.

ICE- und IC-Züge machen einen Bogen um Halle

Vom 14. Januar, 6 Uhr, bis zum 17. Januar abends wird laut Bahn kein ICE in Halle Halt machen. Die Züge der Linie Berlin-Frankfurt sollen mehrheitlich über Leipzig umgeleitet werden. Die ICEs auf der Strecke Berlin-München können mit leicht geänderten Fahrzeiten weiterhin ab Bitterfeld erreicht werden.

Auch die IC-Züge zwischen Magdeburg und Leipzig werden umgeleitet, allerdings nur am 16. und 17. Januar. Sowohl Halle als auch Köthen sowie der Flughafen Leipzig/Halle werden dann laut Bahn nicht angefahren. Zusätzlich sollen die IC-Züge aber in Dessau und Bitterfeld Halt machen. Zwischen Halle und Bitterfeld beziehungsweise Leipzig bietet die Bahn Ersatzbusse an – hier der ausführliche Fahrplan.

S-Bahnen und Regio-Züge werden durch Busse ersetzt

Im S-Bahn- und Regionalverkehr kommt es auf nahezu allen Linien zu Ausfällen – jedoch meist nur vorübergehend und nur auf Teilstrecken. Laut Bahn kommen auch dort ersatzweise Busse zum Einsatz. Die aktualisierten Fahrpläne mit den Busverbindungen und geänderten Fahrzeiten sind bereits online sowie an den Fahrkartenautomaten abrufbar. Zusätzliches Personal soll Reisenden während der Sperrung helfen, sich zurechtzufinden.

  • Am längsten betroffen sind die Linien RE4, RE16, RE18, RE24, RB20, RB25undRB47 sowie die S7 und S9. Hier kommt es vom 14. Januar, 6 Uhr morgens, bis zum 17. Januar, 8 Uhr, zu Ausfällen zwischen Halle und Wallwitz, Merseburg, Halle-Nietleben und Reußen.
  • Die S-Bahnlinien S3 sowie S5 und S5X fallen laut Bahn nur in den Nächten zwischen 22 Uhr und 6 Uhr aus – zwischen Halle und Schkeuditz beziehungsweise Leipzig/Halle-Flughafen.
  • Am 16. Januar sowie am 17. Januar bis 18 Uhr werden auf den Linien S8 und RE30 die Züge zwischen Halle und Landsberg beziehungsweise Niemberg durch Busse ersetzt.
  • Zwischen Halle und Röblingen am See sollen die Züge der Linien RE8, RE9 und RB75 von Freitagabend (15. Januar, 21 Uhr) bis Samstagmittag (16. Januar, 12 Uhr) ausfallen und durch Busse ersetzt werden. Doch auch danach wird der Zugverkehr regulär nicht mehr aufgenommen.

Start für Großbaustelle "Halle-Rosengarten"

Im Südwesten Halles beginnt Mitte Januar das Bauprojekt "Halle-Rosengarten". Bis Mitte Dezember werden hier mehrere Brücken abgerissen und neu gebaut. So lange bleiben die Linien RE8 und RE9 zwischen Halle und Röblingen unterbrochen. Die Regionalbahn-Linie 75 wird zwischen Angersdorf und Halle ausgesetzt. Es bleibt bei Schienenersatzverkehr.

Was wird im Südwesten Halles gebaut?

Blick auf die Rosengartenbrücke im Stadtteil Halle Rosengarten
Die Rosengartenbrücke (rechts) und die Argentinierbrücke müssen neu gebaut werden. Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Laut Deutscher Bahn sind die heutigen Bahnanlagen zwischen Südstadt und Hauptbahnhof Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und müssen daher erneuert werden. Dazu gehören im Detail: Abriss und Neubau von Rosengartenbrücke, Argentinierbrücke und der Brücken über den Distelweg sowie Lärmschutzwände zwischen Halle-Rosengarten und Halle-Silberhöhe. Statt, wie ursprünglich geplant, die Bauarbeiten über fünf Jahre zu verteilen, werden sie nun kompakt in elf Monaten (vom 15. Januar bis zum 11. Dezember) umgesetzt. Ende 2021 soll die Strecke für das Elektronische Stellwerk Angersdorf ertüchtigt sein, das zu diesem Zeitpunkt in Betrieb geht.

Quelle: MDR/ap

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Januar 2021 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

part vor 13 Wochen

Das BER- Prinzip scheint in der Bundesrepublik nun vollständig angekommen zu sein. Missmanagement und Absolventen unterdurchschnittlicher Fakultäten scheinen das Bild abzurunden der besonderen Verflechtung von Politik und Wirtschaft, bis zum Fall nach Oben für Manager, die eben nur einsparen können, aber sonst weiter nix. Überdies, die reinen Staatsaufgaben zum Erhalt der Infrastruktur werden ohnehin mehr und mehr privatisiert.

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