Halle und Saalekreis Zu viele Busfahrer krank – Fahrgäste müssen mit Ausfällen rechnen

Busunternehmen in Sachsen-Anhalt müssen Fahrten ausfallen lassen, weil zu viele Fahrerinnen und Fahrer krank sind. Bisher wurde allerdings noch keine Linie komplett eingestellt.

Bussen der Halleschen Verkehrs AG
Busse in Halle und dem Saalekreis bleiben derzeit häufig im Depot. Bildrechte: dpa

Fahrgäste in Halle und dem Saalekreis sowie in Magdeburg müssen weiter mit Fahrtausfällen auf Busstrecken im Linienverkehr rechnen. Betroffen waren am Dienstag beispielsweise Verbindungen von Halle nach Querfurt, Niemberg oder Günthersdorf der Omnibusbetrieb Saalekreis GmbH (OBS) sowie der Halleschen Verkehrs-AG (Havag). Grund sei bei beiden Unternehmen die derzeit hohe Krankenquote.

Die Havag hat nach eigenen Angaben 350 Busfahrerinnen und Busfahrer, die OBS beschäftigt rund 128 Fahrer und Fahrerinnen. In der Spitze seien hier 25 Prozent der fahrenden Belegschaft nicht einsatzfähig gewesen, heißt es von Seiten der OBS. Der Ausfall könne nur bis zu einem bestimmten Anteil durch geplante Reservefahrer aufgefangen werden, teilte das Unternehmen auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit.

Zwar werden keine kompletten Linien gestrichen, sondern einzelne Fahrten auf den Strecken, "dennoch ist es für jeden einzelnen Fahrgast ärgerlich", sagt Fabian Watzke von der OBS.

Verkehrsbetriebe Magdeburg mit ein bis zwei Prozent ausgefallenen Fahrten

Bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben können derzeit ein bis maximal zwei Prozent der angebotenen Fahrten ausfallen. Als Ursache nannte das Unternehmen auch die Corona-Pandemie und bezog sich dabei sowohl auf Krankmeldungen als auch Quarantäneanordnungen. Konkrete Ausfälle seien über die elektronische Fahrtauskunft ersichtlich.

Die Corona-Pandemie schränkt den öffentlichen Nahverkehr in Magdeburg immer wieder ein. Zuletzt hatten die MVB im März Fahrtausfälle wegen hohen Krankheitsstands angekündigt.

Priorität: alle Schülerfahrten zu gewährleisten

Um die Situation zu entspannen, setzt der Omnibusbetrieb Saalekreis deshalb verstärkt auf den Einsatz von Subunternehmern.

Außerdem sucht das Verkehrsunternehmen dringend zusätzliches Personal. Derzeit sind mehrere Stellen für Busfahrer im Linienverkehr von OBS ausgeschrieben, beispielsweise für Halle, Löbejün, Landsberg oder die Lutherstadt Eisleben.

Weitere Ausfälle auf den von der OBS bedienten Busstrecken in Halle und dem Saalekreis können aktuell nicht ausgeschlossen werden. Das Unternehmen reagiere derzeit von Tag zu Tag auf den aktuellen Krankenstand. Oberste Prämisse sei, dass alle Schülerfahrten gewährleistet werden.

Auch die Havag schreibt Stellenangebote für Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer aus und erweitern die Berufsausbildung "Fachkraft im Fahrbetrieb", um neben Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer auch zukünftig Busfahrerinnen und -fahrer der entsprechenden Fahrerlaubnis als Ausbildungsberuf anzubieten, so das Unternehmen.

Drei weitere Buslinien ab August

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte OBS mit Personalknappheit zu kämpfen. Bis zu 20 Busfahrten täglich waren damals ausgefallen.

Trotz der aktuellen Situation hat die OBS am Dienstag angekündigt, ab August drei weitere Buslinien anzubieten. Mit der Saale-Würde-Linie erstmals eine stündliche Verbindung des westlichen Saalekreises mit der Kreisstadt Merseburg. Die Götschetal-Linie von Teicha und die Star-Park-Queis-Linie sollen die Anbindungen nach Halle verbessern.

MDR (Cornelia Müller, Max Schörm)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 28. Juni 2022 | 21:00 Uhr

7 Kommentare

DER Beobachter vor 6 Wochen

Dann könnte man den schwedischen Weg wählen, Bus- und Zugführer und das Begleitpersonal aus Somalia etc. anzuwerben und auszubilden. Eigentlich kein Problem, wenn man denn will und Intergierwillige integrieren will...

ElBuffo vor 7 Wochen

Ich denke, die Fahrer werden nicht 24h hinterm Lenkrad sitzen. Und ich denke, schützen wird es auch nur, wenn den alle korrekt tragen. Der Schein trügt eben manchmal.

Thommi Tulpe vor 7 Wochen

Wie schön, dass es noch das 9-Euro-Ticket gibt!
Man muss nicht besorgt darüber sein, dass die Gültigkeit eines Fahrscheins abgelaufen sein könnte, falls der nächste Bus oder Zug erst in 14 Tagen kommt.

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