Hintergrund Fragen und Antworten zum neuen Rangierbahnhof in Halle

Der neu eröffnete Rangierbahnhof in Halle ist einer der modernsten in ganz Europa und wichtiger Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8. Doch was ist eigentlich ein Rangierbahnhof? Und wie funktioniert er? Hier gibt es die Antworten.

Was ist ein Rangierbahnhof?

Die Aufgabe eines Rangierbahnhofs, auch Zugbildungsanlage genannt, ist nach Angaben der Deutschen Bahn, ankommende Einzel-Güterwagen je nach ihrem Ziel in Zugverbände einzusortieren sowie Güterzüge zu zerlegen und neu zusammenzustellen.

So entstehen neue, möglichst lange Güterzüge. Dieser gebündelte Transport über weite Entfernungen ist wirtschaftlich und umweltschonend.

Wie funktioniert der Rangierbahnhof?

Der neue Hallenser Rangierbahnhof besteht aus Einfahrgleisen, auch Einfahrgruppe genannt, aus einem Ablaufberg, einer Bedienkanzel und Richtungsgleisen. Ein Güterzug fährt über die Einfahrgleise in den Rangierbahnhof ein und liefert über seinen Code, in dem Zielbahnhof, Ladung und Gewicht gespeichert sind, alle notwendigen Informationen.

Wie die Züge neu zusammengestellt werden, steht in einer sogenannten Zerlegeliste, die ein Mitarbeiter vor Ort auf den Gleisen bekommt. Er hat die Aufgabe, einzelne Wagen, oder Wagengruppen zu entkoppeln. Danach schiebt die "Verschiebelok" Wagen über den "Ablaufberg", einen künstlichen Hügel. Durch das Gefälle kommen die Wagen bergab selbständig ins Rollen.

Gemäß der Zerlegeliste werden die Weichen per Computer so gestellt, dass der Wagen zum geplanten Richtungsgleis rollt. Dort wird automatisch die Geschwindigkeit des Wagens entsprechend seines Gewichts gedrosselt und er rollt zur geplanten Stelle im Gleis.

In Halle gibt es insgesamt 36 Richtungsgleise, aufgeteilt in zwei mal zehn Gleise auf westlicher Seite und zwei mal acht Gleise auf der Ostseite. Im Norden schließt sich ein Abstellgleis für Lokomotiven an. Zudem gibt es sogenannte Nahbereichsgleise, auf denen kurze Güterzüge zusammengestellt werden, die in die nähere Region fahren.

Innerhalb einer Stunde werden so in Halle 120 Wagen neu sortiert. Der gesamte Prozess wird von der "Bedienkanzel" aus überwacht. Die neu sortierten Güterzüge rollen Richtung Süden mit dem Ziel Leipzig oder Erfurt oder Richtung Norden nach Magdeburg oder Berlin aus dem Rangierbahnhof Halle aus und können von dort in andere Städte Europas weitergeleitet werden.

Was zeichnet den neuen Rangierbahnhof in Halle aus?

Der Rangierbahnhof Halle ist einer der modernsten in ganz Europa. Er ist einer von sechs großen in Deutschland und ein Schienenverkehrsknotenpunkt in Ostdeutschland. Die Zugbildungsanlage, also die Rangieranlage innerhalb des Bahnhofs, besteht bereits seit 1889, wurde immer wieder teilerneuert.

Im Zuge der letzten, jetzt abgeschlossenen Modernisierung wurden die Gleisanlagen und alle technischen Anlagen erneuert. Alle Richtungsgleise sind nun mit vollautomatischer Bremstechnik ausgerüstet, zwölf Gleise haben zusätzliche Förderanlagen. Die gesamte Anlage ist mit neuester Zugbildungstechnik ausgestattet. Dazu wurden auch zwei elektronische Stellwerke errichtet, zur Signalisierung der Zugfahrten und zur vollautomatischen Steuerung des Ablaufbetriebs.

Auch optisch präsentiert sich der Hallenser Rangierbahnhof in neuem Gewand. Viele, teilweise veraltete Bauten wurden abgerissen, ein modernes Stellwerk an die Berliner Brücke gebaut.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. Juni 2018 | 08:30 Uhr

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