Blutsauger in Schwärmen Insektenforscher: Mückenplage in Halle ist hausgemacht

In Wasserfässern, Gartenteichen, Seen und Pfützen vermehren sich die Mücken bestens. Und nur die Weibchen stechen, weil sie unser Blut brauchen, um Eier zu legen. Stechmücken orientieren sich in erster Linie nach dem Geruchssinn. Das heißt: Ausgeatmetes Kohlendioxid bzw. unsere Schweißgerüche ziehen sie magisch an.

einen Mann umschwirren viele Mücken
Einwohner berichten, dass gleich mehrere Mücken auf einer Stelle landen. (Archivfoto) Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

In Halle klagen Einwohner über eine Mückenplage. Nach einer Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT sind vor allem die Stadtteile Radewell, Osendorf und Ammendorf im Süden der Stadt betroffen. Grund ist das warme und feuchte Wetter.

Hausgemachtes Problem?

Insektenforscher Andreas Stark von der Universität in Halle hält die Mückenplage für ein hausgemachtes Problem. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, kleinste Mengen von stehendem Wasser reichten aus, um die Plage zu verstärken. Regentonnen ohne Deckel zum Beispiel sind nach Meinung des Forschers wahre Brutstätten für Mückenlarven. Diese brauchten dann nur acht bis zehn Tage, um sich voll zu entwickeln.

Mit der richtigen Kleidung vorbeugen

Gerade in Gebieten mit großen Mückenpopulationen empfiehlt sich das Tragen von langer, heller und möglichst geschlossener Kleidung. Die kleinen Blutsauger können, anders als Zecken, auch durch Kleidung – sogar durch Jeans – hindurchstechen.

Hüte mit Gesichtsschutz sind genau so wirkungsvoll wie Moskitonetze für Bett oder Zelt. Auch ein laufender Ventilator hat sich als hilfreich herausgestellt, denn Mücken hassen Wind. Vorbeugend ist es sinnvoll, die Regentonne abzudecken und offenes Wasser im Garten regelmäßig zu tauschen. Denn stehendes Wasser ist eine ideale Brutstätte für Mücken.

MDR/Stefan Bringezu, Grit Hasselmann

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 28. Juli 2021 | 15:40 Uhr

1 Kommentar

Rotti vor 8 Wochen

Angeblich sind doch die Insekten fast ausgestorben?

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