Camp auf dem Hallmarkt Klimaschützer in Halle beklagen Provokationen durch Rechtsextreme

Das Klimacamp in Halle ist am Samstag gestartet. Und bereits in der ersten Nacht gab es unangenehmen Besuch. Mutmaßlich Rechtsextreme bepöbelten die Gruppe auf dem Hallmarkt. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.

Zelte und Transparente auf einem Platz
Das Klimacamp auf dem Hallmarkt in Halle soll Opfer von Pöbeleien geworden sein. Bildrechte: FFF/Jonas Venediger

Seit Samstag campieren junge Klimaschützerinnen und Klimaschützer aus ganz Deutschland in Halle auf dem Hallmarkt. Gleich in der ersten Nacht soll es zu Provokationen gekommen sein. Darüber informierte ein Sprecher des Klimacamps am Sonntag. Wie das Organisationsteam mitteilte, soll an den Provokationen unter anderem der regional bekannte Rechtsextreme Sven Liebich beteiligt gewesen sein.

Die Polizei hat die Vorfälle geprüft, sieht aber keinen Anfangsverdacht für eine Straftat. Eine Anzeige liegt ebenfalls nicht vor, sagte eine Polizeisprecherin MDR SACHSEN-ANHALT. Trotzdem sei man mit den Veranstaltenden regelmäßig im Austausch, um sicherzustellen, dass nichts passiert, hieß es weiter.

Bedrohungen auch im Vorjahr

Schon im vergangenen Jahr hatten die Aktivistinnen und Aktivisten auf dem Hallmarkt ein dreiwöchiges Klimacamp organisiert. Auch damals, im August 2020, war es zu Pöbeleien und Bedrohungen gegen sie gekommen. "Wir haben im Hinterkopf, dass etwas passieren kann, aber wir haben keine Angst", sagte der Sprecher mit Blick auf die bevorstehenden drei Wochen.

Umweltbewegung will ins Gespräch kommen

Das Camp haben junge Aktivistinnen und Aktivisten der Bewegung Fridays for Future aufgebaut. Bei dem sogenannten Klimacamp Ost wollen sie eigenen Angaben zufolge über Politik, Klima und Wissenschaft ins Gespräch kommen.

Auch vor dem Hintergrund der Katastrophen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch vor dem der Waldbrände in Kalifornien und der Überschwemmungen in asiatischen Ländern, wolle man die Menschen für die Themen des Klimawandels sensibilisieren.

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MDR/Oliver Leiste, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. August 2021 | 06:30 Uhr

14 Kommentare

AlexLeipzig vor 6 Wochen

Also mir persönlich sind diskussionsfreundige nachdenkliche Aktivisten sympathischer als ewig besserwissende Rentner, die alles kritisieren, was anders als früher ist... Aber wirklich schlimmsten sind Nazis egal welchen Alters!

hansfriederleistner vor 6 Wochen

Ja, die "Aktivisten" diskutieren und schwärmen von Idealzuständen. Worte sind aber keine Daten. Und Wunder geschehen in der Bibel nicht in der Bundesrepublik. Mir ist jedenfalls ein junger Mensch, der dort wo es nötig ist, anpackt und hilft lieber als Moralapostel auf dem Marktplatz der aus Aladins Wunderlampe erzählt.

Eulenspiegel vor 6 Wochen

Hallo hansfriederleistner
Darf ich sie auf einen prinzipiellen Unterschied hinweisen.
Die Aktivisten haben das grundsätzliche Ziel die Schöpfung, und damit die Lebensgrundlage des Menschen, zu erhalten. Und diskutieren natürlich darüber.
Während die Rechtsradikalen Zerstörung zum Zeil haben. Die Zerstörung anderer Meinungen, die Zerstörung anderer Kulturen, die Zerstörung anderer Religionen. Darüber diskutieren die.
Und aus Worten werden Taten. Auf beiden Seiten.

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