Zu viele Coronafälle Halles Krankenhäuser stoßen an Grenzen

Eine zunehmende Anzahl an Coronapatienten, aber auch Personalmangel bringen Halles Krankenhäuser an ihre Grenzen. Man ist nicht mehr in der Lage, dringende Eingriffe normal durchzuführen, sagt Hendrik Liedtke, Ärztlicher Direktor im Elisabeth-Krankenhaus in Halle und verantwortlicher Arzt im Pandemiestab der Stadt.

Elisabeth-Krankenhaus Halle
Halle Kliniken, wie hier das Elisabeth-Krankenhaus, stoßen an ihre Grenzen. (Archivbild) Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Die Krankenhäuser der Stadt Halle stoßen an ihre Grenzen. Hendrik Liedtke, Ärztlicher Direktor im Elisabeth-Krankenhaus in Halle und verantwortlicher Arzt im Pandemiestab der Stadt, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Sonntag, die Ampel für die Kliniken stehe überall auf Gelb. Man sei nicht mehr in der Lage, dringende Eingriffe normal durchzuführen. Das habe man so noch nicht gehabt.

Grund sei, dass alle Krankenhäuser zunehmend mit Covid-19-Patienten zu tun hätten. Außerdem werde das Personal knapp. Eine erhebliche Zahl an Mitarbeitern – neben Ärzten und Pflegepersonal auch Beschäftigte im Service – seien krank oder in Quarantäne.  Das mache einen normalen Krankenhausbetrieb nicht mehr möglich.

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Liedtke: "Müssen alles tun, damit Ampel nicht auf Rot springt"

Liedtke zufolge kann die volle Versorgungsleistung bei Notfällen noch gewährleistet werden. Aber für eine daraus folgenden Behandlung – wie eine Bypass-Operation – habe man diese volle Leistung nicht mehr. Die Entwicklung sei derzeit ungebremst und werde für die Gesundheitsversorgung langsam unberechenbar. "Wir müssen alles tun, damit die Ampel nicht auf Rot springt. Dann wird es wirklich eng."

Bereits am Vortag hatte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand vor einer Überlastung der Krankenhäuser in drer Stadt gewarnt. Grund seien auch mögliche Patientenübernahmen aus überfüllten sächsischen Krankenhäusern.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

ralf meier vor 39 Wochen

@werner Original: Guter Hinweis, Notaufnahmen, in denen ich mit meinem schwer kranken Vater Stunden warten mußte, Krankenschwestern, die mich baten, mich doch bitte schriftlich zu beschweren, wenn man sie darauf ansprach, da sich sonst nichts ändern würde. Das alles gab es schon Jahre vor Corona.

Ein Jahr nach der Grippe Epidemie 2018 mit 28000 Toten sprach sich eine Bertelmann Studie dafür aus, 2 drittel der Krankenhäuser zu schließen. Herr Lauterbach von der SPD fand das zwar etwas übertrieben, aber im Grundtenor richtig. Siehe Tagesspiegel 16.07.2019 Artikel 'SPD-Experte Lauterbach will die richtigen Kliniken schließen'.

Nun ist also Corona daran schuld, das Kliniken an ihre Grenzen stoßen ?

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